... einer 1971 in Seattle gegründeten Kaffeerösterei, welche heute zu den wohl bekanntesten Marken der Welt gehört. Mehr als die Hälfte aller Starbucks Stores ist im Besitz des Unternehmens selbst, der restliche Teil wird mittels Stores auf Lizenzbasis betrieben. Das Produktangebot umfasst mittlerweile weit mehr als nur Kaffee. So gehören selbst zubereitete Getränke, frische Speisen, Konsumgüter und Merchandise Artikel zum Repertoire der US-Amerikaner. Getreu der Devise "Vitamin statt Koffein" verkündete das Unternehmen unlängst die Übernahme des Fruchtsaftherstellers Evolution Fresh. Die 30 Mio. USD teure Akquisition soll der Einstieg in ein breit angelegtes Gesundheits- und Wellnessgeschäftsmodell sein. Das an der Nasdaq gelistete Unternehmen ging 1992 mit einem Aktienkurs von 17,00 USD an die Börse.
Mit einem Umsatz von 3,0 Mrd. USD im vierten Quartal konnte die Kaffeehaus-Kette das Vorjahresquartal um 7 Prozent übertreffen. Der ausgewiesene Rekordumsatz lag damit 50 Mio. USD über den Konsensschätzungen der Analysten. Ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten generierte Starbucks damit einen Gewinn je Aktie von 0,37 USD, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal von 16 Prozent gleichkommt. Durch den Verkauf von Immobilien konnte der Gewinn im gleichen Zeitraum um 29 Prozent auf 359 Mio. USD gesteigert werden.
Nachdem der Konzern 2009 im Zuge der Rezession einen Prozess des "Gesundschrumpfens" einleiten musste, strotzt die amerikanische Kaffeehaus-Kette heute nur so vor Selbstbewusstsein. Das im Oktober angelaufene Geschäftsjahr soll laut Unternehmensangaben der Beginn einer breit angelegten Expansionsstrategie sein. So plant Starbucks allein in Deutschland die Zahl der Stores binnen kurzer Zeit zu verdoppeln bzw. zu verdreifachen. In Großbritannien sollen 200 neue Drive-In-Cafes bis zu 5.000 neue Stellen schaffen und damit den steigenden Bedarf der Briten abdecken. Von insgesamt 800 neu geplanten Stores sind die meisten in China und den USA vorgesehen. Insbesondere in China könnte Starbucks an einem starken Wachstum partizipieren, denn ähnlich wie in den USA gehören sie auch in China zu den Pionieren.
Bis 2010 häufte der Konzern allein in Deutschland 76 Mio. EUR Verluste an. Gründe hierfür liegen insbesondere in einer im Vergleich zu anderen Regionen höheren Konkurrenz und einem vergleichsweise späten Markteintritt der US-Amerikaner am deutschen Markt. Darüber hinaus wurden zahlreiche Filialen in Premiumlagen eröffnet, die teilweise sehr hohe Anfangsinvestitionen verursachten. Bei einer Expansion der angekündigten Größenordnung könnte dies noch viele weitere Jahre für Verluste sorgen. Die Konkurrenz konnte sich in Deutschland deutlich früher etablieren und fährt mit immer preiswerteren Geschäftsmodellen einen harten Kurs gegen den großen Konkurrenten aus den USA. Ein erneuter Rückfall in eine Rezession könnte zusätzlich zu den Verlusten in Deutschland die Ertragslage und den Aktienkurs negativ beeinflussen.
Bei einem aktuellen Kurs von 43,73 USD bewerten derzeit 16 Analysten bei Bloomberg die Starbucks Aktie mit "KAUFEN" und 10 Analysten mit "HALTEN". 2 Analysten setzen Starbucks auf "VERKAUFEN". Das 12-Monats-Kursziel auf Bloomberg liegt bei 48,75 USD.
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