von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal
Puma hat sich in den vergangenen Jahren von einem Sportartikelhersteller zu einem Luxus- und Lifestylekonzern entwickelt. Das Konzept ging auf, die Firma erlebte eine neue Blütezeit. 2007 gab der Gucci-Eigner PPR ein Übernahmeangebot ab und hält inzwischen drei Viertel der Aktien. Nur noch 15 Prozent befinden sich in Streubesitz. Trotzdem wird das Papier rege gehandelt. Speziell nach Quartalszahlen wie vergangene Woche.
Dabei konnte Puma einmal mehr überzeugen: Die Daten lagen am oberen Ende der Erwartungen. Vor allem ein florierendes Geschäft in Asien und Lateinamerika sorgte im Zeitraum von Juli bis September für ein Umsatzplus von 7,3 Prozent auf 841,6 Millionen Euro, was dem höchsten Quartalsumsatz der Firmengeschichte entspricht. Gefragt waren Kleidung und Accessoires, aber auch im Segment „Running“ wurden überdurchschnittliche Zuwächse erzielt.
Trotzdem kam es bei der Aktie zu kleinen Gewinnmitnahmen. Begründet wurde dies mit der nachlassenden Ertragsdynamik. Denn der Gewinn lag im dritten Quartal mit 81,7 Millionen Euro „nur“ auf Vorjahresniveau. Dem anhaltenden Preisdruck bei den Einkäufen von Rohstoffen will Vorstandschef Franz Koch mit Preiserhöhungen begegnen. Zur Kostenentlastung sind zudem weitere Verlagerungen von Produktionen in Billiglohnländer geplant. Auch auf der Marketingseite geht der Konzern in die Offensive: Ab der kommenden Saison wird sich Puma bis 2020 als Ausrüster des deutschen Fußballmeisters Borussia Dortmund engagieren.
Die Aktie pendelt seit Herbst 2009 in einer Range zwischen 200 und 250 Euro. Nach unten scheint der Titel gut abgesichert, da der Großaktionär bei fallenden Notierungen wohl seine Bestände weiter aufbaut. Nach oben fehlt hingegen ein wenig die Kursfantasie. Insbesondere die Furcht vor einer Eintrübung der Weltkonjunktur zeigt negative Auswirkungen. Auch fundamental ist der Wert mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 (auf Basis der Gewinne für 2012) ausreichend bewertet.
Daher bietet sich eine Seitwärtsspekulation an. Die Verlustzone sollten Anleger erst erreichen, wenn die Unterstützung bei 200 Euro verletzt wird. Dies ist mit einem aktuell bei 203,96 Euro quotierten Discounter der Deutschen Bank der im September 2012 fällig wird, sehr unwahrscheinlich (ISIN: DE 000 DE1 A5T 8). Der Cap des Rabattpapiers liegt bei 230 Euro und damit knapp unterhalb des Aktienkurses. Somit darf der Titel sogar leicht verlieren, ohne die attraktive Maximalrendite von 13,1 Prozent oder 14,4 Prozent per annum in Gefahr zu bringen.
Bildquellen: Puma