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aktualisiert: 24.04.2012 13:33

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ZERTIFIKATE SPEZIAL

DAX-Werte: Wie mit Nervosität Geld zu verdienen ist

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DAX-Werte: Wie mit Nervosität Geld zu verdienen ist
Die steigende Volatilität im DAX bietet bei Einzeltiteln gute Chancen. Mit welchen Produkten Anleger attraktive Gewinne erzielen können.

von Emmeran Eder, €uro am Sonntag

Die Unsicherheit an den Märkten ist zurück. Die fulminante Jahresauftaktrally bescherte dem DAX bis zum 19. März deutlich mehr als 20 Prozent Kursplus. Dann setzte eine Korrektur ein, die bis heute anhält. Der Volatilitätsindex VDAX, der die Preisschwankungen des deutschen Leitindex misst, kletterte von 17,5 auf 23,3 Punkte, was die Nervosität der Aktionäre zeigt.

Des einen Leid, des anderen Freud. „Für Discount- und Bonuszertifikate bedeutet die aktuell gestiegene Volatilität, dass die Papiere verhältnismäßig preiswert zu haben sind und höhere Renditechancen bieten als noch Mitte März“, sagt Heiko Weyand, Zertifikateexperte von HSBC Trinkaus. In die gleiche Kerbe schlägt Frank Haak von der WestLB: „Es hat zwar schon Zeiten gegeben, in denen die Konditionen noch besser waren. Wer sich jedoch gezielt Bonus- und Discountzertifikate auf volatile Einzeltitel herauspickt, findet auch jetzt interessante Anlagemöglichkeiten.“

Automarkt erstaunlich stabil
Ein Beispiel für die lohnende Anlage via Zertifikat ist der Autobauer Daimler. Der prognostizierte Absatz- und Umsatzanstieg bei Mercedes-Benz deutet auf eine bessere Entwicklung in der Pkw-Sparte hin als zunächst erwartet worden war. Die Fahrzeugpreise dürften 2012 zumindest stabil bleiben. Die Rabatte für die S-Klasse auf dem wichtigen chinesischen Markt sind seit Februar geschrumpft, ohne dass die Verkaufszahlen litten. Freude bereitet auch der anziehende US-Automarkt, während Europa leicht schwächelt.

Durch Kostenreduktion und die forcierte Einführung von Modulfertigung wollen die Stuttgarter den Margenrückstand zu BMW und Audi verkleinern. „Jedoch dürfte nach der starken Hausse das Aufwärtspotenzial für die Daimler-Aktie vorerst begrenzt sein“, meint Zafer Rüzgar, Autoexperte beim Analysehaus Independant Research. Daher empfiehlt sich der Kauf des Daimler-Discountpapiers der UBS (ISIN: DE 000 UU0 6X4 9), da Inhaber damit auch an Seitwärtsbewegungen partizipieren. Sie kaufen Daimler, statt zum Kurs von 40,75 Euro, mit 25,7 Prozent Discount zu 30,11 Euro. Fällt der Titel bis zur Fälligkeit im November nicht um mehr als 21,5 Prozent unter den Zertifikate-Cap von 32 Euro, wird die Gewinnobergrenze ausbezahlt. Das entspricht aufs Jahr hochgerechnet einem Ertrag von 9,9 Prozent.

Ähnlich attraktiv ist das Discountpapier von Goldman Sachs auf BASF (DE 000 GS6 62M 5). Beim weltgrößten Chemiekonzern laufen die Geschäfte wie geschmiert. Die Firma rechnet 2012 mit einem Rekordjahr.

Neben dem Chemiebereich profitieren die Ludwigshafener von ihrer Tochter Wintershall, Deutschlands größtem Erdöl- und Gasproduzenten. Wintershall besitzt mehr als 40 Lizenzen in Norwegen und will die tägliche Fördermenge bis 2015 von 4.000 auf 50.000 Barrel erhöhen. Trotz guter Fundamentaldaten scheint der Kurs nach dem fast 50-prozentigen Spurt seit Oktober ausgereizt. Das Discountzertifikat ist daher die bessere Wahl.

Talsohle ist wohl erreicht
Weniger gut läuft es dagegen bei RWE. Der Versorger hat mit dem Atomausstieg und niedrigen Strom- erlösen zu kämpfen. 2011 fiel das Betriebsergebnis um 24 Prozent. Die Talsohle scheint aber erreicht. 2012 und 2013 sollten sich die Ertragsperspektiven moderat verbessern.
Wegen des Wegfalls negativer Einmaleffekte und geringerer Kosten dürfte die Stromerzeugung wieder profitabler werden. Hinzu kommen Mittelzuflüsse aus Portfolioverkäufen. Große Sprünge wird die Aktie zwar kaum machen, dafür ist das Abwärtspotenzial limitiert.

Die schlechten Nachrichten sind im Kurs enthalten. Mit einem Capped-Bonuszertifikat der Commerzbank (DE 000 CK4 TRX 1), das viel Puffer und eine attraktive Rendite bietet, lässt sich die Situation nutzen.

Ein ähnlicher Problemfall ist die Deutsche Telekom. Eine schlechte Nachricht jagt die nächste. Der geplatzte Verkauf von T-Mobile USA belastete das Ergebnis 2011 ebenso wie Abschreibungen auf die griechische Tochter OTE. Nun verlor der rosa Riese auch noch das Bieterduell um die Bundesligasenderechte im Internet-Fernsehen (IPTV).

Hoffnung besteht trotzdem, falls die Bonner noch einen Käufer für die US-Tochter finden. Zudem sind die Kostensenkungsprogramme gut angelaufen. Der größte Telekomkonzern Europas zeichnet sich durch einen stetigen Cashflow aus, was ihn zum defensiven Wert macht. Der Kurs der T-Aktie bewegte sich in den vergangenen Jahren in einem engen Band. „Kurzfristig dürfte der Kursverlauf wenig aufregend sein. Das Risiko-Rendite-Profil ist aber positiv“, sagt Heike Pauls, Telekom-Analystin bei der Commerzbank.

Das macht ein Capped-Bonuszertifikat (DE 000 DE984S9) der Deutschen Bank mit tiefer Barriere bei 5,50 Euro zum Bond-Ersatz. Die Jahres-Bonusrendite beträgt 10,2 Prozent. Damit können Anleger gut leben — und gut schlafen.

Stabilerer Verlauf
Der von der European Derivatives Group ­berechnete Discount-Zertifikate-Index, ein Durchschnitt von Rabattpapieren auf den Euro Stoxx 50, lief seit April 2011 stabiler als das europäische Börsenbarometer selbst. Die Ausschläge nach oben und unten sind viel geringer. Das zeigt, dass Discountpapiere defensiver sind als Direktinvestments.
EDG-Discount-Zertifikate-Index versus DJ Euro Stoxx 50 (pdf)

Investor-Info

Discountzertifikat
Daimler mit Rabatt

Nach dem steilen Kursanstieg der Daimler-Aktie ist mit einer Verschnaufpause zu rechnen. Davon können Anleger mit einem Discounter der UBS profitieren. Mit dem Zertifikat kaufen sie den Auto­titel zu 30,11 Euro, mit einem Rabatt von 25,7 Prozent auf den Aktienkurs von 40,75 Euro. Dieser Vorteil hat einen Haken: Der Gewinn ist bei 32 Euro limitiert. Bis zur Fälligkeit im November ist dennoch eine maximale Jahresrendite von 9,90 Prozent erzielbar.

Discountzertifikat
BASF zum Schnäppchenpreis

Für eine Seitwärtsphase bei der BASF-Aktie sind Investoren mit dem Discountzertifikat von Goldman Sachs optimal präpariert. Bei einem Zertifikatekurs von 49,38 Euro kaufen sie die Papiere des Chemiekonzerns mit 23,8 Prozent Abschlag auf den Aktienkurs von 65,4 Euro. Die Gewinnobergrenze des Papiers liegt bei 52 Euro. Das entspricht angesichts der Laufzeit bis November einer aufs Jahr hochgerechneten Maximalrendite von 7,75 Prozent.

Cap-Bonuszertifikat
RWE mit viel Puffer

Die schwer gebeutelte Aktie des Versorgers RWE hat wohl das Schlimmste überstanden. Wer dennoch skeptisch ist, kann sich das Cap-Bonuszertifikat der Commerzbank ins Depot legen. Fällt RWE bis zur Fälligkeit im Juni 2013 von derzeit knapp 34 Euro nie auf die Barriere von 19,93 Euro, was einem Risikopuffer von 41 Prozent entspricht, erhält der Zertifikateinhaber den Cap von 39,87 Euro ausbezahlt. Das entspricht 8,40 Prozent Jahresrendite.

Cap-Bonuszertifikat
Rosa Riese als Anleiheersatz

Bei der Deutschen Telekom läuft es zwar nicht rund. Da der Titel sich aber wenig nach oben und unten bewegt, eignen sich Bonuspapiere auf die Bonner gut als Bond-Alternative. Das Cap-Bonuszertifikat der Deutschen Bank offeriert bis zur Obergrenze von zehn Euro eine Jahresrendite von 10,2 Prozent, wenn die Aktie (Kurs: 8,48 Euro) bis Laufzeitende im Juni 2013 nicht die Barriere bei 5,50 Euro berührt.

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Kommentare zu diesem Artikel

Brasil schrieb:
24.04.2012 22:40:01

Völlig Absurd was sich an den Börsen abspielt! Hat mit solider Investition absolut nichts zu tun!
Roulett ist absolut seriös dagegen!

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