17.11.2012 03:00
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Do it yourself-Zertifikate - Wie es geht

Do it yourself-Zertifikate: Zertifikate zum Selberbauen
Zertifikate zum Selbstbauen
Neuer Trend: Vontobel sorgt für Aufruhr in der Branche: Die Plattform für maßgeschneiderte Produkte wird auch für andere Emittenten geöffnet.
€uro am Sonntag

von Wolfgang Hagl, Euro am Sonntag

Die Serienfertigung ist nicht nur in der verarbeitenden Industrie eine übliche Produktionsform, sondern auch im Markt für Zertifikate gang und gäbe. Allein im September legten die Emittenten über 190.000 neue Produkte auf. Zum Ende des dritten Quartals waren damit an den Börsen in Frankfurt und Stuttgart annähernd eine Million Anlagezertifikate und Hebelpapiere gelistet.

Trotz oder gerade wegen des üppigen Angebots erlebt der Markt einen Trend hin zu mehr Individualität. Seit Kurzem bietet die Hypo­Vereinsbank (HVB) an ihren Schaltern maßgeschneiderte Produkte an. Ab einer Anlagesumme von 20.000 Euro wirft das System my.one­markets ein genau auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittenes Papier aus. Neben 135 europäischen Einzelaktien bietet die Unicredit-Tochter die Indizes DAX, MDAX sowie Euro Stoxx 50 als Basiswerte an. Aus diesem Fundus lassen sich Aktienanleihen, Express- und Bonuszertifikate sowie Kapitalschutzprodukte entwerfen. Allerdings kann der Anleger sein maßgeschneidertes Zertifikat nur direkt an die Emittentin zurückverkaufen — eine Börsennotierung findet nicht statt.

Nach Ansicht von Juliane Bürger, Leiterin HypoVereinsbank onemarkets Deutschland, Österreich und Osteuropa, bringt das Tool dennoch einen Wettbewerbsvorteil: „Im ganzheitlichen Beratungsansatz können individuelle Lösungen mit den Kunden erarbeitet werden.“ Für auf my.onemarkets kreierte Zertifikate fallen marktübliche Konditionen an. „Mehrkosten entstehen durch den Einsatz des Produktkonfigurators nicht“, erklärt Bürger.

Neu ist die Idee maßgeschneiderter Anlagevehikel nicht. Mit RBS, Vontobel und UBS betreiben drei weitere Emittenten hierzulande solche Systeme. Es ist kein Zufall, dass es sich dabei um zwei Häuser aus der Schweiz handelt. Schließlich sind maßgeschneiderte Zertifikate dort fest im Markt verankert, gleich sieben Systeme buhlen um die Gunst der überwiegend professionellen Investoren. Als Pionier gilt die UBS.

Bereits seit 2001 bietet die Großbank Produkte nach Maß an. In Deutschland ist die für den Aktienbereich spezifizierte Anwendung Equity Investor im Einsatz. Mindestens 10.000 Euro müssen Anleger in die Hand nehmen, um das Produkt ihrer Wahl zu erhalten. Neben den hausinternen Kundenberatern haben Partnerbanken Zugriff auf das webbasierte System. „Der Equity Investor wird sehr rege genutzt und spielt für uns im Vertrieb eine wichtige Rolle“, erklärt Marcel Langer, Zertifikateexperte der UBS in Frankfurt. Mehr als 450 Basiswerte deckt die Anwendung ab. Dazu zählen neben Einzeltiteln aus Europa und den USA Indizes sowie sektorbezogene Aktienkörbe.

Immer mehr Kunden
Besonders umfangreich ist der Fundus von deritrade. Das von Vontobel betriebene Tool beinhaltet über 700 Basiswerte sowie über 100 Währungspaare. Gleichzeitig ermöglicht die Schweizer Privatbank mit 15 unterschiedlichen Zertifikattypen eine große Auswahl an Strukturen. „Wir sind mit der Verbreitung und Nutzung von deritrade in Deutschland sehr zufrieden“, sagt Heiko Geiger, Zertifikateexperte bei Vontobel. Im laufenden Jahr habe man die Zahl der Kunden, die regelmäßig auf das System zurückgreifen, deutlich steigern können.

Mit der Ankündigung, deritrade in der Schweiz auch für andere Emittenten zu öffnen, sorgte Vontobel unter den Eidgenossen vor Kurzem für einen Paukenschlag. Demnächst soll es möglich sein, ein maßgeschneidertes Produkt zu entwerfen, um dann die Offerten mehrerer Anbieter miteinander zu vergleichen. „Wir planen die Öffnung für Dritte auch in Deutschland“, erklärt Geiger. Mit Morgan Stanley und Société Générale haben die Eidgenossen nach eigenen Angaben bereits Absichtserklärungen über eine Anbindung unterschrieben — die Verhandlungen mit weiteren möglichen Partnern laufen.

Öffnung auch in Deutschland
Brisant ist die Öffnung von deri­trade insofern, als dass in der Schweiz bereits eine sogenannte Metaplattform die Arbeit aufgenommen hat. Sieben Emittenten sind an derivative.com angeschlossen. Auf der Käuferseite greifen 19 Banken sowie 20 Vermögensverwalter auf das Programm zu. Acht Monate nach dem Start denken die Eidgenossen darüber nach, auch in Deutschland Fuß zu fassen. „Wir planen für das kommende Jahr die internationale Expansion“, sagt Eric Wasescha, Delegierter des Verwaltungsrats.

Mit Hochdruck arbeitet das Management nach seinen Worten auch daran, derivative.com auf den vollautomatischen Betrieb umzustellen. Nachdem ein Nutzer seine Auswahl getroffen hat, vergeht momentan bis zu einer halben Stunde, ehe verbindliche Offerten vorliegen.

Eine solche Wartezeit soll es bei Xi-One nicht geben. „Wir wollen in den kommenden Monaten sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland an den Start gehen“, berichtet Phi­lipp Kalb, Entwickler dieser neuen Metaplattform. Der frühere UBS-Händler bestätigt zudem, dass er Verträge mit mehreren Emittenten in Europa und den USA abgeschlossen hat. Nutzer legen auf Xi-One ­zunächst Stellschrauben wie Produktart, Basiswert, Laufzeit oder Risikopuffer fest und können dann in Echtzeit und gegen eine Transaktionsgebühr das Zertifikat ihrer Wahl kaufen.

Zunächst möchte Kalb vor allem institutionelle Investoren als Nutzer gewinnen, die Mindestanlagesumme liegt bei 50.000 Euro. Mittelfristig zielt er auch auf Privatanleger ab: „Technisch wäre es ohne Weiteres möglich, Direktbanken anzubinden und ab einem Betrag von 10.000 Euro Zertifikate zu lancieren.“

Bildquellen: iStock
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