18.01.2013 10:08
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G10 Carry Total Return-Zertifikat sorgte bislang für 5,5% Rendite p.a.

Professionelle Währungsveranlagung für Privatanleger
Die Kombination von einer Geldanlage in einer Hochzinswährung und einer simultanen Geldaufnahme in einer Niedrigzinswährung sollte eigentlich nicht profitabel sein, da nach der Theorie der Kaufkraftparität eine Aufwertung der Niedrigzinswährung die Erträge der Hochzinswährung völlig aufzehren müsste. Soweit die Theorie. In der Praxis der Devisenmärkte zeigt sich jedoch mit erstaunlicher Regelmäßigkeit das Phänomen des „Forward Rate Bias“, einer prinzipiellen Überbewertung der Termin- bzw. Forwardkurve der weniger rentierlichen Währung. Tatsächlich handelt diese am Ende einer beliebigen Periode nur äußerst selten auf dem Niveau, das durch die Forwards angekündigt war. Ein Grund dafür ist u.a. der spekulative Aufbau zusätzlicher Hebelwirkung durch Verkäufe der gering verzinslichen Währung.

Geringe bzw. negative Korrelation mit anderen Anlageklassen

Die UBS hat einen Index kreiert, der die Entwicklung ebensolcher, auf Basis quantitativer Modelle eingegangener Carry-Trades abbildet. Das UBS G10 Carry Total Return Index-Zertifikat (ISIN: CH0028352638) bezieht sich wiederum auf diesen Index. Dessen Anlageuniversum konstituiert sich aus zehn Währungen: Australischer Dollar, Britisches Pfund, Euro, Japanischer Yen, Kanadischer Dollar, Neuseeländischer Dollar, Norwegische Krone, Schwedische Krone Schweizer Franken und US-Dollar. Auf Basis des Zinssatzes für einen Monat werden nun die drei niedrigsten sowie höchstverzinslichen Währungen ausgewählt. In diesen wird jeweils ein Drittel des Anlagevolumens aufgenommen bzw. angelegt. Da der Saldo von Geldaufnahme (aktuell: CHF, JPY und EUR) und -anlage (aktuell: NZD, AUD, NOK) vermögensneutral ist, wird der Gegenwert des Zertifikates am Euribor orientiert verzinst. Ein Sicherheitsmechanismus kehrt die eingegangenen Carry-Positionen um, sobald bestimmte Marktvolatilitäten und Preisrelationen vordefinierte kritische Marken überschreiten.

Die Strategie hat seit Beginn 2010 knapp fünfeinhalb Prozent p.a. eingebracht und damit sowohl den EuroStoxx50 als auch den DJ UBS Commodity-Index deutlich abgehängt – lediglich der Rentenindex iBoxx Euro Souvereigns TR liegt in etwa gleich auf. Die Eignung als Portfoliobeimischung rührt aber vor allem aus der niedrigen Volatilität (letztes Jahr unter acht Prozent) und der fehlenden Korrelation mit Aktienmärkten und anderen Asset-Klassen her. Die Managementgebühr beträgt ein Prozent p.a. und wird quartalsweise verrechnet. Das Zertifikat handelt zu einer Geld-Brief-Spanne von 0,8 Prozent.

ZertifikateReport-Fazit: Das Zertifikat richtet sich an mittel- bis längerfristig orientierte Investoren, die eine Depotbeimischung suchen. Durch eine diversifizierte Anlage am Devisenmarkt wird nicht nur eine überschaubare Volatilität generiert; vielmehr profitieren Anleger von der geringen oder gar negativen Korrelation mit anderen Anlageklassen wie Aktien, Rohstoffen oder Anleihen.

Walter Kozubek ist Herausgeber des ZertifikateReports und HebelprodukteReports. Die kostenlosen PDF-Newsletter erscheinen wöchentlich. Weitere Infos: www.zertifikatereport.de und www.hebelprodukte.de
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