von Wolfgang Raum, Euro am Sonntag
Die Deutsche Post blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der Konzern hat seinen Gewinn im Jahr 2012 um 42,6 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro gesteigert. Der Ertragssprung resultiert vornehmlich aus dem starken Schlussquartal — den vielen Paketen und Päckchen zu Weihnachten sei Dank. Trotz der Gewinnüberraschung belässt der Konzern die Dividende bei 0,70 Euro je Aktie. Die ist enttäuschend. Denn die Analysten hatten im Schnitt mit einer um fünf Cent höheren Ausschüttung von 0,75 Euro je Anteilschein gerechnet.
Schuld ist die Entwicklung beim freien Cashflow. Trotz des Gewinnsprungs kann es sich der Exmonopolist schlichtweg nicht leisten, die Dividende zu erhöhen. Mit minus 1,9 Milliarden Euro ist der Free Cashflow deutlich negativ. Im Jahr 2011 hatte der Konzern noch 749 Millionen Euro auf der hohen Kante. Die Deutsche Post führt die verheerende Entwicklung insbesondere auf die Finanzierung der Pensionsverbindlichkeiten im vierten Quartal zurück (zwei Milliarden Euro) — ein Problem, mit dem viele ehemalige Staatskonzerne zu kämpfen haben.
Für das laufende Jahr gibt sich
das Management vorsichtig optimistisch. Der Gewinn soll nach der geplatzten Fusion der Konkurrenten TNT Express und UPS weiter steigen. Dazu beitragen sollen vor allem die DHL-Sparten Express, Fracht und Lieferlogistik in aller Welt, aber auch das kürzlich erhöhte Porto für Briefe.
Die Post-Aktie reagierte mit einem Freudensprung auf die neuen Zahlen. Nach der Veröffentlichung schnellte der DAX-Wert im Tagesverlauf um mehr als fünf Prozent nach oben auf ein neues Mehrjahreshoch. Teurer war das Papier zuletzt im Jahr 2008, damals zahlten Anleger mehr als 22 Euro pro Anteilschein. Zwischenzeitlich war die Aktie jedoch sogar unter die Sieben-Euro-Marke abgetaucht.
Ab jetzt können Anleger mit einem Outperformance-Zertifikat der DZ Bank (ISIN: DE 000 DZC 19P 0) doppelt, also mit einer Quote von 200 Prozent, an weiter steigenden Notierungen partizipieren. Denn der Basispreis des im Dezember fälligen Papiers liegt bei 18 Euro, also in etwa auf dem aktuellen Kursniveau der Aktie. Nach oben gibt es für die Hebelwirkung keinerlei Begrenzung. Da das Zertifikat zudem nur geringfügig teurer ist als die Aktie, tragen Anleger, die hier zugreifen, bei fallenden Notierungen unter die 18-Euro-Marke nahezu das gleiche Risiko wie bei einem Direktinvestment in den DAX-Wert.
Bildquellen: Deutsche Post DHL, Euro am Sonntag