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22.02.2012 11:57

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BANKENVERBAND

EZB-Leitzins bleibt bis Ende 2013 unverändert


Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) rechnet bis Ende 2013 nicht mit einer Veränderung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank.

Eine Zinsstraffung vor Ende 2013 halten die BdB-Experten "für wenig wahrscheinlich" mit Blick auf die von ihnen erwartete Inflations- und Wirtschaftsentwicklung, heißt es im aktuellen Konjunkturbericht des Verbandes.

   Für den Euroraum gehen sie für 2012 von einer "milden Rezession" aus, wobei in der zweiten Jahreshälfte bereits eine moderate konjunkturelle Erholung einsetzen dürfte. "Sofern die Staatsschuldenkrise unter Kontrolle bleibt, prognostizieren wir für den gesamten Währungsraum 2012 einen BIP-Rückgang um 0,4 Prozent". Die Inflationsrate dürfte wegen der wirtschaftlichen Abschwächung, vermutlich moderater Lohnabschlüsse und einer restriktiven Fiskalpolitik zurückgehen. Im Jahresdurchschnitt 2012 sollte die Inflationsrate 2,0 Prozent betragen und 2013 noch einmal leicht auf 1,7 Prozent sinken. "Damit würde die Teuerungsrate voraussichtlich ab Sommer dieses Jahres nah am mittelfristigen Ziel der EZB von knapp 2 Prozent liegen".

   Gemessen an dieser Inflationsprognose gebe es für die EZB keinen weiteren geldpolitischen Handlungsbedarf, meint der BdB Eine neuerliche Leitzinssenkung würde nur dann wahrscheinlich, wenn sich die Konjunkturperspektiven weiter eintrüben sollten und die EZB ihre Wachstumsprognose erneut nach unten revidieren müsste. Eine weitere Leitzinssenkung zur Stabilisierung des Bankensystems stufen die Experten des Bankenverbandes als "wenig geeignet" ein. Hierfür hätten sich die unkonventionellen Liquiditätsmaßnahmen der EZB als recht wirksam erwiesen.

   Diese Maßnahmen hätten nicht nur den Bankensektor gestützt, sondern auch zu einer gewissen Beruhigung an den Finanzmärkten geführt. Letztlich hätten sie geholfen, die Staatsschuldenkrise einzudämmen. Dauerhaft könne die EZB die Staatsschuldenkrise aber nicht lösen. Der von der EZB eingeschlagene Weg sei auch deshalb nicht unproblematisch, weil er bei einzelnen Banken eine Änderung des Geschäftsmodells verzögern könnte und es in der Folge zu "empfindlichen Wettbewerbsverzerrungen" kommen könnte.

   Inflationsgefahren aus der reichlichen Liquiditätsversorgung durch die EZB sieht der Bankenverband allerdings nicht. Zum einen fülle die europäische Notenbank bislang vor allem die Lücken, die durch Funktionsstörungen am Geldmarkt entstünden. Zum anderen entwickele sich die Kreditvergabe der Banken mit einer sehr gebremsten Dynamik. Aus BdB-Sicht ist es jedoch wichtig, die Liquiditätsmaßnahmen rechtzeitig und entschlossen zurückzufahren, wenn die Kreditvergabe der Banken wieder merklich anspringt.

   Die deutsche Wirtschaft wird nach BdB-Einschätzung auch 2012 wachsen, wenngleich nur moderat um 0,5 Prozent. Im ersten Quartal könne es noch einmal einen kleinen Dämpfer geben. Für das Gesamtjahr 2012 sei aber mit einer allmählichen Wiederbelebung zu rechnen. Für 2013 erwartet der Verband eine Steigerung der Wachstumsrate auf 1,5 Prozent. Als wichtigste Stütze machen die BdB-Experten die starke deutsche Binnennachfrage aus. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte dürften 2012 um 1,0 Prozent und 2013 um 1,3 Prozent steigen. Das Plus bei den Ausrüstungsinvestitionen sieht der Verband bei 1,8 Prozent und 3,1 Prozent.

   Die Exporte dürften im laufenden Jahr um 2,8 Prozent und 2013 um 4,4 Prozent zulegen. Der Euro-Dollar-Kurs werde wahrscheinlich längere Zeit in einem Seitwärtstrend befinden. Unter der Annahme, dass sich die europäische Schuldenkrise nicht mehr weiter zuspitze, sei zum Jahresende 2012 ein Euro-Dollarkurs von rund 1,25 Dollar zu erwarten.

   "Die Rückbildung der Spreads in den Krisenländern zeigt, dass sich bei der europäischen Staatsschuldenkrise die allgemeine Lage leicht entspannt hat", sagte Hans-Joachim Massenberg, Mitglied der BdB-Hauptgeschäftsführung. Die Situation in Griechenland bleibt allerdings auch nach der Einigung auf ein zweites Hilfspaket schwierig. Die Hilfe könne nur wirken, wenn die dringend erforderlichen Strukturreformen zügig und entschlossen von der griechischen Regierung auf den Weg gebracht würden, sagte Massenberg.

   -Von Beate Preuschoff, Dow Jones Newswires, +49 (0)30 - 2888 4122, beate.preuschoff@dowjones.com

   DJG/bep/sgs

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BERLIN (Dow Jones)

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