05.08.2013 08:13
Bewerten
(0)

Zinstief kostet deutsche Sparer Milliarden

Berechnungen: Zinstief kostet deutsche Sparer Milliarden | Nachricht | finanzen.net
Berechnungen
Die extrem niedrigen Zinsen in Europa kosten deutsche Sparer nach einer Studie Milliarden.
Nach Berechnungen der Postbank verlieren die Sparvermögen bei Banken in Deutschland allein in diesem Jahr real rund 14 Milliarden Euro an Wert, wie die "Bild"-Zeitung am Samstag berichtete.

    Auch in den Folgejahren werde die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) immer größere Teile der Ersparnisse aufzehren. Im nächsten Jahr liegt der Vermögensverlust demnach unterm Strich sogar bei 21 Milliarden Euro. "Durch den Anstieg der Inflation bei anhaltend niedrigen Zinsen wird sich die reale Vermögensentwertung beschleunigen", sagte Postbank-Chefstratege Marco Bargel der Zeitung.

    Bei den Berechnungen lag laut Zeitung ein Volumen von 1,75 Billionen Euro zugrunde, welches Sparer nach Angaben der Postbank bei Banken liegen haben, etwa in Form von Spareinlagen. Bei der Inflation wurde eine durchschnittliche Inflationsrate in diesem Jahr von 1,6 Prozent, im nächsten Jahr von 2,0 Prozent angenommen.

    Die Inflation in Deutschland lag im Juli nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamts bei 1,9 Prozent. Tagesgeld wirft nach Angaben der FMH Finanzberatung derzeit maximal 1,5 Prozent ab, Sparbücher liegen weit drunter. Auch bei Betriebsrenten und Lebensversicherungen dürften kräftige Abschläge auf die Sparer zukommen. Um die Lücke auszugleichen, "werden viele Arbeitnehmer noch während der Rentenphase berufstätig sein", zitierte die "Bild"-Zeitung DekaBank-Chefvolkswirt Ulrich Kater.

    Die Notenbank hatte den Leitzins im Mai im Kampf gegen die Rezession im Euroraum auf das Rekordtief von 0,5 Prozent gesenkt. Erst am Donnerstag hatte EZB-Präsident Mario Draghi bekräftigt, dass die Leitzinsen im Euroraum "für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau" gehalten würden.

    Angesichts des extrem billigen Geldes rät Finanzexperte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Anlagen breit zu streuen und höhere Risiken einzugehen. "Nur wenn man höheres Risiko eingeht, kann man mehr erwarten", sagte Nauhauser am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Statt alles auf eine Karte zu setzen, sollten Sparer neben dem Sparbuch auch Tagesgeld, Festgeld, Immobilien, Immobilienfonds und weltweit streuende Aktien-Fonds ins Portfolio nehmen.

    Auch Kostenminimierung sei möglich, indem teure Produkte mit hohen Nebenkosten gemieden oder gekündigt werden: "Teure Lebensrentenversicherungen aber auch teure Investmentfonds und undurchsichtige Zertifikate." Die niedrigen EZB-Leitzinsen verursachten auch Lebensversicherern und betrieblichen Altersvorsorgeeinrichtungen Probleme.

    Aus Sicht Nauhausers ziehen die Verbraucher noch nicht die Konsequenz, das Geld auszugeben statt es zu Minizinsen anzulegen. Daher bleibe unterm Strich nichts anderes übrig, als die niedrigen Zinsen zu akzeptieren oder mehr Risiken zu tragen.

    Allerdings profitieren die Steuerzahler indirekt vom Tiefstzins. Nach früheren Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft Kiel spart die Bundesregierung wegen der niedrigen Zinsen für Staatsanleihen bis 2014 mehr als 100 Milliarden Euro an Zinszahlungen. Hintergrund für die rechnerische Einsparung ist neben dem Leitzins auch die hohe Nachfrage nach Bundespapieren, die in der Euro-Schuldenkrise als "sicherer Hafen" bei Investoren gelten./hqs/DP/jha

FRANKFURT/BERLIN (dpa-AFX)
Bildquellen: Marco Rullkoetter / Shutterstock.com, Helder Almeida / Shutterstock.com
Anzeige

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
Open End Turbo auf Deutsche BankNG16DL

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
28.04.2017Deutsche Bank buyequinet AG
28.04.2017Deutsche Bank Sector PerformRobert W. Baird & Co. Incorporated
27.04.2017Deutsche Bank VerkaufenDZ BANK
27.04.2017Deutsche Bank VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
27.04.2017Deutsche Bank HoldS&P Capital IQ
28.04.2017Deutsche Bank buyequinet AG
27.04.2017Deutsche Bank kaufenIndependent Research GmbH
27.04.2017Deutsche Bank buyequinet AG
24.04.2017Deutsche Bank kaufenIndependent Research GmbH
24.04.2017Deutsche Bank OutperformMacquarie Research
28.04.2017Deutsche Bank Sector PerformRobert W. Baird & Co. Incorporated
27.04.2017Deutsche Bank HoldS&P Capital IQ
27.04.2017Deutsche Bank NeutralUBS AG
27.04.2017Deutsche Bank Sector PerformRobert W. Baird & Co. Incorporated
27.04.2017Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
27.04.2017Deutsche Bank VerkaufenDZ BANK
27.04.2017Deutsche Bank VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
27.04.2017Deutsche Bank ReduceCommerzbank AG
27.04.2017Deutsche Bank SellCitigroup Corp.
21.04.2017Deutsche Bank ReduceCommerzbank AG

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Sparbriefe Zinsen

  • Anlagebetrag: 10.000 Euro
  • Anlagezeitraum: 3 Jahre
  • Einlagensicherung: Auch die Europäische
  • Zinszahlung: Alle Varianten
InstitutZinssatz
Banco Portugues de Gestao1,75%
Versobank1,65%
BOS Bank1,60%
Banco BNI Europa1,51%
Key Project1,50%
weitere Sparbriefe Zinssätze

Heute im Fokus

DAX geht mit kleinem Plus ins lange Wochenende -- S&P bestätigt Deutschlands Top-Bonität -- Gotham City plant weitere Berichte zu AURELIUS -- Air Berlin, Deutsche Bank, Alphabet, Amazon im Fokus

VW muss laut CEO Müller wegen Herausforderungen auch profitabel sein. Chevron schreibt wieder schwarze Zahlen. SolarWorld verringert Verluste. US-Wirtschaft startet schwächer als erwartet ins Jahr. Apple arbeitet offenbar an digitalem Geld-Transfer und Prepaid-Kreditkarte.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

SAP - Digitalisierung ist eine Goldgrube!

Das Softwarehaus aus Walldorf dominiert den globalen Markt für Unternehmenssoftware. Selbst das innovative Silicon Valley kann den Deutschen nicht das Wasser reichen. Das hat mittlerweile auch die Wall Street erkannt. Der DAX-Titel befindet sich auf Rekordjagd. Immer mehr US-Investoren springen auf. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, wie die Digitalisierung die Aktie antreibt und warum SAP für Trader und Investoren interessant ist.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

KW 17: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 17: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 16: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Nach hundert Tagen im Amt istTrump der unbeliebteste US-Präsident der modernen Geschichte. Sind Sie mit Donald Trump zufrieden?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BASFBASF11
Deutsche Bank AG514000
BayerBAY001
Daimler AG710000
BMW AG519000
Scout24 AGA12DM8
Allianz840400
CommerzbankCBK100
E.ON SEENAG99
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
Coca-Cola Co.850663
Fresenius SE & Co. KGaA (St.)578560
Airbus SE (ex EADS)938914