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05.07.2012 19:35

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Börsen in Europa Schluss: Kurse rutschen ab, EZB senkt Leitzins

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Paris (www.aktiencheck.de) - Nachdem sie lange in der Gewinnzone gelegen hatten, gingen die wichtigsten europäischen Indizes am Donnerstag letztlich doch größtenteils mit Verlusten aus dem Handel. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 1,19 Prozent auf 2.284,92 Punkte. Dagegen konnte der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 ein marginales Plus von 0,07 Prozent auf 2.442,56 Zähler ins Ziel retten.

Auch die europäischen Länderbörsen schlossen mehrheitlich im roten Bereich. Lediglich der britische FTSE 100 und der Schweizer gingen knapp über ihrem Vortagesniveau aus dem Handel. Massiv unter Druck gerieten dagegen die südeuropäischen Börsen. Der italienische MIB schloss mit einem Abschlag von 2,0 Prozent, der spanische IBEX verlor sogar 3,0 Prozent.

Der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank beschloss auf seiner heutigen turnusmäßigen Sitzung, das Zinsniveau um 25 Basispunkte zurückzufahren. Der zentrale 2-Wochen-Refi-Mindestbietungssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken refinanzieren, sinkt damit auf das neue Rekordtief von 0,75 Prozent. Dies gilt erstmals für das am 11. Juli 2012 abzuwickelnde Geschäft. Die Mehrheit der Marktbeobachter hat im Vorfeld diese Zinssenkung prognostiziert.

Der Geldpolitische Rat der Britischen Notenbank hat im Rahmen seiner turnusmäßigen Sitzung das Leitzinsniveau von 0,5 Prozent bestätigt. Marktbeobachter hatten im Vorfeld mit dieser Entscheidung gerechnet. Das Volumen des Anleiherückkaufprogramms wurde jedoch um 50 Mrd. Britische Pfund (GBP) auf 375 Mrd. GBP erhöht. Der britische Immobilienmarkt hat sich indes im Juni weiter abgekühlt. So lag der Halifax-Hauspreisindex im Durchschnitt der drei Monate zum Juni um 0,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Davor war das Preisniveau zum Mai um 0,1 Prozent gefallen. Binnen Monatsfrist zogen die Häuserpreise im Berichtsmonat um 1,0 Prozent an, gegenüber einer Preissteigerung um 0,4 Prozent im Mai. Der britische Herstellerverband Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) veröffentlichte derweil einen Zuwachs des Pkw-Absatzes im Juni 2012. So erhöhte sich die Zahl der Pkw-Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,5 Prozent auf 189.514 Einheiten. Hierbei handelt es sich um den vierten Anstieg in Folge.

GKN schossen als Spitzenreiter im FTSE 100 um 13,1 Prozent nach oben. Der Maschinenbaukonzern wird Volvo Aero, die Sparte für Flugzeugmotoren des schwedischen Nutzfahrzeugkonzerns Volvo (Volvo AB (B)), für 6,9 Mrd. Schwedische Kronen (SEK) übernehmen. Die Transaktion, in deren Rahmen Volvo Aero mit GKN Aerospace zusammengelegt wird, dürfte den Angaben zufolge im Laufe des dritten Quartals abgeschlossen werden. Wie der GKN-Konzern im Rahmen seines Trading Updates ferner mitteilte, verlief die Geschäftsentwicklung in den Monaten April und Mai so wie im ersten Quartal. Unterdessen flogen easyJet (Easyjet) mit einem Abschlag von 2,9 Prozent hinterher. Die Billigfluglinie konnte die Zahl der Passagiere im Juni um fast 10 Prozent steigern.

Die Aktien des Pharmakonzerns Sanofi verschlechterten sich um 1,4 Prozent. Das Unternehmen trennt sich von seiner Beteiligung an der Yves Rocher Group. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht kommuniziert. Außerdem wird Sanofi einem Medienbericht zufolge noch heute die Streichung von 1.000 bis 2.000 Arbeitsplätzen ankündigen. Die Kürzungen betreffen dabei Mitarbeiter in den Bereichen Forschung, Impfstoffproduktion und Support Services wie Einkauf und Buchhaltung. Spitzenreiter im französischen Leitindex CAC 40 waren Vallourec mit einem Zugewinn von 4,1 Prozent, während sich die Investoren nach wie vor bevorzugt von den Titeln von Veolia Environnement trennen, die am Indexende 5,8 Prozent an Wert verloren.

Syngenta gaben um 0,6 Prozent nach. Der Agrochemiekonzern gab ein Investitionsvorhaben in Höhe von 50 Mio. US-Dollar für den Bau einer neuen Anlage zur Verarbeitung von Mais- und Sonnenblumensaatgut in Argentinien bekannt. Darüber hinaus erweitert Syngenta die Einrichtungen von Saatgutproduktionsbetrieben und investiert innerhalb des eigenen Netzwerks von Feldstationen weiter in die Saatgutentwicklung: Innerhalb der nächsten zwölf Monate werden sich die Gesamtinvestitionen den Angaben zufolge auf nahezu 100 Mio. US-Dollar belaufen. Daneben meldete der Warenprüfkonzern SGS (SGS SA) einen Zukauf in Brasilien. So wurde eine Vereinbarung zur Übernahme der brasilianischen GRAVENA - Pesquisa, Consultoria e Treinamento Agrícola Ltda. (Gravena) geschlossen. Bei dem im brasilianischen Bundesstaat Sao Paolo ansässigen Unternehmen handelt es sich den Angaben zufolge um einen auf landwirtschaftliche Versuche spezialisierten Service-Anbieter. Das Papier kletterte um 0,6 Prozent nach oben. Gleichzeitig gaben Barry Callebaut um 2,0 Prozent nach. Der Schokoladenhersteller konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres den Produktabsatz und den Umsatz steigern.

In Spanien verschlechterten sich Telefonica um 2,6 Prozent. Der Telekommunikationskonzern gab bekannt, dass seine Digital-Sparte in den nächsten Jahren mit einem starken Wachstum rechnet. So geht Telefónica Digital demnach davon aus, die jährlichen Umsätze bis 2015 auf rund 5 Mrd. Euro erhöhen zu können. Dabei wird eine jährliche Wachstumsrate von 20 Prozent unterstellt.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.284,92 (-1,19 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.442,56 (+0,07 Prozent) FTSE 100 (London): 5.692,63 (+0,14 Prozent) CAC40 (Paris): 3.229,36 (-1,17 Prozent) MIB (Mailand): 14.088,74 (-2,03 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 6.954,20 (-2,99 Prozent) SMI (Zürich): 6.202,32 (+0,02 Prozent) ATX (Wien): 1.991,20 (-1,18 Prozent) (05.07.2012/ac/n/m)

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