Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Börsen können ihre Kursaufschläge von heute Morgen bis zum Mittag halten. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt aktuell 0,66 Prozent auf 2.837,44 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 steigt indes um 0,58 Prozent auf 2.607,73 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 legt um 0,47 Prozent zu auf 697,59 Stellen. Auch die europäischen Länderbörsen tendieren weiter im Plus.
Die Wall Street hat sich gestern nach einem ruhigen Handelsverlauf mit leichten Gewinnen in den Feierabend verabschiedet. Die größten Börsen in Asien entwickeln sich trotz der guten Vorgaben der US-Börsen uneinheitlich. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages schloss der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 0,52 Prozent bei 10.285,88 Punkten. Die US-Börsen dürften heute mit grünen Vorzeichen in den Handel starten. So legt der Dow Jones Future derzeit 0,29 Prozent zu. Der NASDAQ-Future tendiert momentan mit 0,17 Prozent im Plus, während der S&P-Future um 0,33 Prozent steigt. In den USA stehen heute die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die Lagerbestände und Umsätze im Großhandel zur Veröffentlichung an.
Auf der Konjunkturseite hat der neunköpfige Geldpolitische Rat (MPC) der Bank of England (BoE) heute beschlossen, das Zinsniveau unverändert zu lassen. Somit verharrt die als Leitzins dienende Repo-Rate bei 0,50 Prozent. Marktbeobachter hatten diesen Beschluss bereits im Vorfeld erwartet. Zuletzt war das Zinsniveau Anfang März 2009 um 50 Basispunkte auf sein derzeitiges Rekordtief zurückgenommen worden. Indes hat sich das britische Handelsbilanzdefizit im Oktober 2010 leicht vergrößert. So belief sich das Defizit auf 8,5 Mrd. Britische Pfund (GBP), nachdem für September ein Passivsaldo von 8,4 Mrd. GBP gemeldet worden war. Volkswirte hatten hingegen einen Rückgang auf 8,1 Mrd. GBP prognostiziert. Daneben hat sich der britische Immobilienmarkt im November 2010 leicht abgekühlt. So lag der Halifax-Hauspreisindex um 0,1 Prozent unter dem Vormonatsniveau, wogegen die Preise im Oktober um 1,8 Prozent gestiegen waren. Binnen Jahresfrist gingen die Häuserpreise um 2,1 Prozent zurück, nach einer Preissteigerung von 1,2 Prozent im Oktober. Schließlich hat sich die Beschäftigungssituation in Frankreich im dritten Quartal 2010 verbessert, wie die nationale Statistikbehörde INSEE mitteilte. So kletterte die Beschäftigtenzahl um 19.200. Im zweiten Quartal 2010 hatte die Beschäftigung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone um revidiert 38.600 (vorläufig: 24.000) zugenommen. Damit lag die Beschäftigung um 0,1 Prozent über dem Vorquartalsniveau und 0,4 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals.
In Großbritannien ist am Mittag die Aktie der Man Group mit einem Plus von 3,6 Prozent der Top-Gewinner im FTSE 100. Dahinter verbuchen RBS, Cobham und Serco Group Aufschläge von jeweils rund 3 Prozent. Dagegen bauen Papiere von BAE Systems ihre morgendlichen Abschläge aus und verlieren nun 1,5 Prozent. Der Rüstungskonzern plant einem Zeitungsbericht zufolge Stellenstreichungen in Großbritannien. Demnach beabsichtigt man, insgesamt bis zu 1.350 Arbeitsplätze abzubauen. Hintergrund sei eine Entscheidung der britischen Regierung, den Harrier Kampfjet und das Aufklärungsflugzeug Nimrod einzustellen. Am Ende des britischen Leitindex geben Standard Chartered inzwischen 3,4 Prozent ab, gefolgt von Severn Trent (-2,1 Prozent). Die Großbank Standard Chartered meldete heute, dass sie für das laufende Geschäftsjahr trotz steigender Kosten einen Rekordgewinn erwartet. Laut CEO Peter Sands hat sich die Bank im Jahr 2010 stark entwickelt und ist auf gutem Weg, ein weiteres Jahr mit neuen Rekordwerten bei Gewinn und Ertrag abzuschließen. Dabei haben sich die Bereiche Wholesale Banking und Consumer Banking bisher gut entwickelt. Beide Bereiche werden voraussichtlich ein zweistelliges Wachstum beim Gewinn vor Steuern ausweisen, hieß es.
In Amsterdam können ASML am Mittag um mehr als 6 Prozent anziehen. Der niederländische Chip-Ausrüster hat heute seine Prognose für den Auftragseingang im vierten Quartal deutlich nach oben korrigiert. Begründet wurde die Anhebung der Prognose u.a. mit dem zuletzt verstärkten Ausbau von Produktionskapazitäten bei NAND Flash Memory-Lösungen, was sich positiv auf die Nachfrage bei Lithographie-Systemen auswirke. Daneben verteuern sich Papiere von ING (ING Groep) um gut 3 Prozent. Der niederländische Allfinanzkonzern gab bereits gestern bekannt, dass er seine 5-prozentige Beteiligung an der Fubon Financial Holding für 395 Mio. Euro an institutionelle Investoren verkauft hat. Die Transaktion wird zu einem Vorsteuergewinn von rund 170 Mio. Euro führen, der im vierten Quartal 2010 verbucht wird, hieß es.
In Frankreich stehen unverändert Finanztitel ganz oben im CAC 40. Aktuell gewinnen allen voran AXA (+4,8 Prozent), vor Societe Generale (+4,3 Prozent), BNP Paribas (+2,9 Prozent) und Credit Agricole (+2,9 Prozent). Indes verbilligen sich Anteilsscheine von PPR mittlerweile um 1,5 Prozent. Der Einzelhandels- und Luxusartikelkonzern will sich nach eigenen Angaben von seiner Tochter Conforama trennen. Demnach steht PPR derzeit mit der Steinhoff International Holding Ltd. in exklusiven Verhandlungen über einen Verkauf des auf Möbel spezialisierten Handelshauses. Der Verkaufspreis werde voraussichtlich bei rund 1,2 Mrd. Euro in bar liegen, hieß es. Am Indexende büßen Peugeot 3,6 Prozent an Wert ein, während EADS und Renault jeweils rund 3 Prozent verlieren.
Auch in der Schweiz stechen im SMI vor allem Finanzwerte ins Auge. So zeigen Credit Suisse, Zurich Financial, Adecco, Swiss Re und UBS Aufschläge von 1,4 bis 1,8 Prozent. Julius Bär (Julius Baer Gruppe) verteuern sich um 1,4 Prozent. Wie die führende Private Banking-Gruppe der Schweiz heute mitteilte, eröffnet sie einen neuen Standort in Rom. Den Angaben zufolge erfolgt dieser Schritt nach der Eröffnung des Standortes Mailand und verstärkt die Präsenz der Julius Bär Gruppe in Italien. Das Schwergewicht der Aktivitäten liegt, wie bereits in Mailand, in den Bereichen Anlageberatung und Vermögensverwaltung. Top-Verlierer sind am Mittag Papiere von SGS mit einem Minus von 1,6 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.837,44 (+0,66 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.607,73 (+0,58 Prozent) EURONEXT 100: 697,59 (+0,47 Prozent) FTSE 100 (London): 5.813,32 (+0,32 Prozent) CAC40 (Paris): 3.853,89 (+0,57 Prozent) MIB (Mailand): 20.482,59 (+0,44 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.185,70 (+1,06 Prozent) SMI (Zürich): 6.549,25 (+0,63 Prozent) ATX (Wien): 2.826,40 (+1,11 Prozent) (09.12.2010/ac/n/m)