Paris (www.aktiencheck.de) - Für die wichtigsten europäischen Aktienmärkte geht es im Mittwochhandel auch zur Mittagszeit weiter nach unten. Neben schwindenden Hoffnungen auf weitere geldpolitische Hilfen der US-Notenbank Fed drückt dabei auch eine schwach verlaufene Anleiheemission Spaniens auf das Gemüt der Anleger. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 1,39 Prozent auf 2.424,80 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechtert sich um 0,76 Prozent auf 2.449,28 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notieren im Minus.
Der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank beschloss auf seiner heutigen turnusmäßigen Sitzung, das Zinsniveau nicht anzutasten. Der zentrale 2-Wochen-Refi-Mindestbietungssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken refinanzieren, verharrt damit bei 1,00 Prozent. Mit der Politik des billigen Geldes soll den angeschlagenen Eurostaaten die nötige Zeit verschafft werden, ihre Probleme in den Griff zu bekommen.
Das Absatzvolumen im europäischen Einzelhandel ist nach vorläufigen Angaben des Statistikamtes Eurostat im Februar gesunken. Im Vormonatsvergleich fiel der saison- und arbeitstäglich bereinigte Absatz in der Eurozone um 0,1 Prozent und in der EU27 um 0,4 Prozent. Im Januar war der Einzelhandelsindex in den beiden Gebieten hingegen um 1,1 bzw. 0,9 Prozent geklettert. Binnen Jahresfrist schrumpfte der arbeitstäglich bereinigte Einzelhandelsabsatz in der Eurozone um 2,1 Prozent, nach einem Minus von 1,1 Prozent im Vormonat. In der gesamten Union (EU27) wurde 1,1 Prozent weniger verkauft wie im Februar 2011, während der Absatz im Januar 2012 um 0,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen hatte.
An den US-Börsen zeichnet sich heute eine negative Handelseröffnung ab. So geht es für den Dow Jones Future derzeit um 0,73 Prozent nach unten. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich um 0,65 Prozent, während der S&P-Future um 0,92 Prozent nachgibt. Aus den USA werden heute der ADP-Arbeitsmarktbericht, der ISM Dienstleistungsindex und der Ölmarktbericht gemeldet.
Roche verbessern sich als Spitzenreiter im Schweizerischen Leitindex SMI um 0,6 Prozent. Der Medizintechnikkonzern hat sich mit einem zweiten Schreiben direkt an die Aktionäre von Illumina gewandt, nachdem der amerikanische Gentechnik-Spezialist das zuletzt erhöhte Übernahmeangebot von Roche zurückgewiesen hatte. Dabei fordert das Unternehmen in dem Brief die Illumina-Aktionäre dazu auf, das modifizierte Kaufangebot anzunehmen und ihre Aktien anzudienen sowie auf der Illumina-Hauptversammlung am 18. April 2012 für die von Roche nominierten unabhängigen Verwaltungsräte zu stimmen. Am Indexende verbilligen sich Transocean um 2,5 Prozent.
Der britische Immobilienmarkt hat sich im März abgekühlt. So lag der Halifax-Hauspreisindex im Durchschnitt der drei Monate zum März um 0,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Hierbei handelt es sich um den schwächsten Rückgang seit Oktober 2010. Davor war das Preisniveau zum Februar um 1,9 Prozent gefallen. Binnen Monatsfrist zogen die Häuserpreise um 2,2 Prozent an, gegenüber einem Preisrückgang um 0,4 Prozent im Februar. International Power teilte mit, dass ihr Board die jüngste Offerte von GDF SUEZ (GDF SUEZ ) zurückgewiesen hat. Der französische Wettbewerber hatte vergangene Woche ein vorläufiges Angebot für die restlichen 30 Prozent der Anteile an dem britischen Energieversorger unterbreitet, die sich noch nicht in seinem Besitz befinden. Ein unabhängiger Ausschuss des Boards ist nach sorgfältiger Prüfung zu dem Schluss gekommen, dass eine Offerte in Höhe von 390 Pence je Aktie den britischen Energieversorger unterbewerte. Während International Power um 0,2 Prozent fallen, geht es für GDF SUEZ um 1,8 Prozent nach unten. Im FTSE 100 wird der erste Platz der Gewinnerliste auch zur Mittagszeit von Shire mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent belegt, während gleichzeitig die rote Laterne von Fresnillo mit einem Wertverlust von 5,9 Prozent getragen wird.
Im französischen Leitindex CAC 40 notieren zur Mittagszeit alle Werte im roten Bereich. Am besten können sich noch Sanofi mit einem Abschlag von 0,2 Prozent behaupten. Gleichzeitig trennen sich die Anleger bevorzugt von den Titeln von Alcatel-Lucent, die auf dem letzten Platz um 5,3 Prozent nachgeben.
Zahlen gab es heute aus Österreich. Die POLYTEC HOLDING (Polytec) hat im abgelaufenen Fiskaljahr einen Ergebnisanstieg eingefahren. Auf der Ebene der um die Veräußerung des Hauptteils der Interior-Systems Sparte sowie um sonstige Effekte bereinigten Gruppe konnte auch der Umsatz deutlich gesteigert werden. Die Veräußerung des Bereichs Interior-Systems zum Ende des ersten Halbjahres 2011 führte jedoch in der konsolidierten Gesamtdarstellung des Konzerns zu einem Rückgang des Konzernumsatzes. Die Aktien des Automobilzulieferers verbilligen sich um 2,5 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.424,80 (-1,39 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.449,28 (-0,76 Prozent) FTSE 100 (London): 5.765,82 (-1,24 Prozent) CAC40 (Paris): 3.350,78 (-1,64 Prozent) MIB (Mailand): 15.480,51 (-0,92 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 7.769,00 (-0,71 Prozent) SMI (Zürich): 6.217,62 (-0,66 Prozent) ATX (Wien): 2.117,63 (-1,37 Prozent) (04.04.2012/ac/n/m)