14.11.2012 15:11
Bewerten
 (0)

Versicherer suchen wegen Zinstief nach Alternativen

Bundesbank warnt

Die Niedrigzinsen bringen die deutschen Lebensversicherer weiter in die Bredouille.

"Ein anhaltend niedriges Zinsniveau wird zwingend auf die Gesamtverzinsung drücken", warnte der Präsident des Versicherungsverbands GDV, Rolf-Peter Hoenen, am Mittwoch in Berlin. Er forderte ein Ende der Niedrigzinspolitik in Europa. Von einer drohenden Schieflage in der Branche will der Verband jedoch nichts wissen. Um die versprochenen Renditen für ihre Kunden zu erwirtschaften, sucht die Branche nach neuen Anlageformen. Kritik daran kommt von der Deutschen Bundesbank.

     Eine übertriebene Jagd nach Rendite könnte die Stabilität der Finanzbranche gefährden, warnte die Bundesbank in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht. Ein verstärktes Engagement in Infrastruktur- und Immobilienprojekten sowie im Kreditgeschäft würde die Risiken für die Versicherer ihrer Ansicht nach erhöhen.

    Die Branche steht unter Druck, die versprochenen Renditen für ihre Kunden zu erwirtschaften - vor allem die Garantiezinsen in der Lebensversicherung. Im Schnitt gilt für die bestehenden Verträge in der Lebensversicherung laut GDV derzeit ein Garantiezins von 3,2 Prozent. Das entspricht dem Verband zufolge gerade so der Rendite, zu der die Branche in diesem Jahr freiwerdende Gelder wieder anlegen konnte.

   Daher suchen die Versicherer nach lukrativeren Investitionsmöglichkeiten, die allerdings nicht so schwankungsanfällig sein sollen wie Aktien. "Dabei gewinnen die Anlageklassen an Bedeutung, die von der Finanzmarktentwicklung weitgehend entkoppelt sind", sagte GDV-Präsident Hoenen. Neben Hypothekendarlehen, Pfandbriefen und Unternehmensanleihen gehörten dazu auch Investitionen in Immobilien, Ökostrom- und Infrastrukturprojekte.

  "Die Risiken und Nebenwirkungen der Medizin, die zur Stützung von Banken und Staaten seit Anbruch der Bankenkrise eingesetzt wird, belasten inzwischen auch die Lebensversicherungskunden deutlich", sagte Hoenen. Ein kurzfristiges Ende der politisch gewollten niedrigen Zinsen sei aber nicht in Sicht.

    Insgesamt sei die Lebensversicherung weiter eine sichere Anlage, sagte Norbert Heinen vom GDV-Hauptausschuss Lebensversicherung. Blieben die Zinsverhältnisse unverändert, könnten die Versicherer ihre Verpflichtungen dank langfristiger Kapitalanlagen erfüllen. Derzeit erwirtschafteten sie insgesamt weiter eine Nettoverzinsung, die über dem Garantiezins liege.

    Für 2012 und 2013 rechnet die Versicherungsbranche insgesamt mit einem weiteren leichten Beitragswachstum. Im laufenden Jahr dürften die Prämieneinnahmen dank deutlicher Steigerungen in der Schaden- und Unfall- sowie der Privaten Krankenversicherung insgesamt um 1,5 Prozent auf 180,7 Milliarden Euro wachsen, schätzt der GDV. Für 2013 geht GDV-Präsident Hoenen insgesamt von einem Beitragswachstum wie im laufenden Jahr aus.

    Die Schaden- und Unfallversicherung erzielte mit 3,7 Prozent das kräftigste Plus seit 1994. Zugleich seien aber auch die Leistungen auf ein Rekordniveau gestiegen: Noch nie zuvor - nicht einmal beim Elbe-Hochwasser vor zehn Jahren oder im Jahr des Sturms "Kyrill" 2007 - hätten die Versicherer so viel gezahlt.

   Der größte Zweig, die Lebensversicherung, muss 2012 voraussichtlich erneut Einbußen hinnehmen: Die Beitragseinnahmen reduzieren sich der Schätzung zufolge um 0,7 Prozent auf 86,2 Milliarden Euro. Hauptgrund dafür sei der weitere Rückgang bei den Verträgen gegen Einmalbeitrag, die sich nach außerordentlich guten Jahren wieder normalisierten. Insgesamt gebe es 2012 knapp 93 Millionen Verträge und damit geringfügig weniger als im Vorjahr./stw/tam/enl/sf

(dpa-AFX)

Bildquellen: Gunnar Pippel / Shutterstock.com, istock/shippee

Nachrichten zu Allianz

  • Relevant
  • Alle1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Allianz

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
07.12.2016Allianz OutperformRobert W. Baird & Co. Incorporated
06.12.2016Allianz buyDeutsche Bank AG
02.12.2016Allianz HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
02.12.2016Allianz NeutralJP Morgan Chase & Co.
02.12.2016Allianz buyCommerzbank AG
07.12.2016Allianz OutperformRobert W. Baird & Co. Incorporated
06.12.2016Allianz buyDeutsche Bank AG
02.12.2016Allianz buyCommerzbank AG
02.12.2016Allianz buyBaader Bank
01.12.2016Allianz buyUBS AG
02.12.2016Allianz HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
02.12.2016Allianz NeutralJP Morgan Chase & Co.
01.12.2016Allianz HaltenIndependent Research GmbH
30.11.2016Allianz NeutralJP Morgan Chase & Co.
15.11.2016Allianz HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
29.11.2016Allianz UnderweightMorgan Stanley
17.06.2016Allianz UnderweightMorgan Stanley
02.03.2016Allianz UnderweightMorgan Stanley
19.02.2016Allianz UnderperformMerrill Lynch & Co., Inc.
11.02.2016Allianz UnderperformMerrill Lynch & Co., Inc.
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Allianz nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
InstitutZinssatz
Banka Kovanica1,80%
Banco BNI Europa1,75%
Atlantico Europa1,50%
Novo Banco1,45%
Haitong Bank1,45%
weitere Sparbriefe Zinssätze

Heute im Fokus

DAX schließt mit Gewinn -- Dow in Grün -- Trump: Softbank investiert 50 Mrd. Dollar in USA -- EU-Strafe von knapp 500 Millionen Euro gegen drei Großbanken -- Tesla, Apple, VW, Steinhoff im Fokus

Renzi reicht Rücktritt ein. Abbott bläst geplante Übernahme von Alere ab. US-Rohöllagerbestände fallen erneut. Italien tüftelt an Rettungsplan für Krisenbank Monte Paschi. Erdogan - Türkei im Visier von Währungsspekulanten. Fitbit filetiert Smartwatch-Pionier Pebble.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Zalando - Wie der Online-Händler seine Gewinn­margen kräftig steigern will!
Der Einkauf von Waren im Internet gehört zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom shoppen 98% aller Internet-Nutzer inzwischen online, wobei mehr als drei Viertel mehrmals im Monat Produkte über das Internet ordern. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins, warum Zalando zu den Profiteuren dieses Megatrends gehört und wie es seine Gewinnmargen weiter steigern will.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Umfrage

Glauben Sie, dass es in den kommenden sechs Monaten schwieriger wird, die eigenen Renditeerwartungen zu erzielen?