05.08.2013 15:10
Bewerten
 (2)

Zurück zur Normalität

Mit ihrer Ankündigung von Tapering sorgte die Fed für Kursrückgänge. Es besteht Wiederholungsgefahr.
US-Notenbank-Chef Ben Bernanke hat jahrelang die Druckerpresse auf Hochtouren laufen lassen. Nun will er die Geschwindigkeit langsam drosseln. Er selbst war wohl überrascht, wie heftig die Märkte auf diese Ankündigung reagierten. Nur so ist erklärbar, dass Bernanke darauf hinwies, dass Tapering, also das Zurückfahren der Fed-Anleihenkäufe, nicht gleich Tightening ist. Zudem erklärte er, dass Tapering auch zurückgenommen werden kann, wenn sich die Wirtschaft schwächer als erwartet entwickelt.

Der Begriff Tapering ist nun gesetzt. Bleibt das Wachstumsumfeld positiv, wird die Fed auch aus Gründen der Glaubwürdigkeit ihre Pläne umsetzen. Bisher haben die Notenbanken, allen voran die Fed, durch Quantitative Easing (QE) den Regierungen Zeit gekauft, damit diese in Ruhe ihre Hausaufgaben machen können. Nun müssen die Regierungen aktiver werden. Leichtes Geld ist keine Lösung für strukturelle Probleme und bringt deswegen auch kein Wachstum. Für jeden war klar, dass ein Ausstieg aus QE erfolgen muss. Doch damit sind auch Gefahren verbunden.

Die Investoren haben sich in den vergangenen Jahren an niedrige Zinsen gewöhnt. Jetzt sind die Zinsen für zehnjährige US-Staatsanleihen innerhalb von zwei Monaten um rund 100 Basispunkte auf 2,5 Prozent gestiegen. Für alle ist es schwierig, sich vorzustellen, was passiert, wenn QE vollständig wegfällt. Wertpapiere im Wert von 85 Milliarden US-Dollar, die bisher von der Fed Monat für Monat erworben wurden, müssen dann am Markt ihre Käufer finden.

Sicherlich bleiben die kurzfristigen Zinsen niedrig, wenn die Fed und andere Notenbanken ihre Leitzinsen nicht erhöhen. Aber was geschieht mit den langfristigen Zinsen? Mit dem Ausstieg aus QE kann die Fed diese nur noch sehr wenig beeinflussen. Eine Faustregel lautet, dass sich der nominale Zins länger laufender Staatsanleihen am langfristig erwarteten Wachstum des nominalen Bruttoinlandsprodukts orientiert. Bei einer Wachstumsprognose von real 3 Prozent und einer Inflationsprognose von 1,5 Prozent müsste das Renditeziel eigentlich bei rund 4,5 Prozent liegen. Aufgrund des weltweit noch fragilen Wachstumsumfelds ist eine solche Zinsanpassung jedoch kurz- und mittelfristig nicht zu erwarten.

Wer in diesem Umfeld erfolgreich sein will, muss geschickt agieren. Investoren sollten langfristige Anleihen tendenziell untergewichten. Steigende Zinsen dürften für eine höhere Volatilität an den Börsen sorgen. Unterstützung erhalten die Aktienmärkte aber durch ein positives Wachstumsumfeld und eine moderate Bewertung.

DWS Investments
Mit 160 Milliarden Euro betreutem Kundenvermögen ist DWS Investments im Publikumsfondsgeschäft Marktführer in Deutschland*. 1956 gegründet, ist DWS Investments heute integraler Bestandteil der Deutschen Asset & Wealth Management, die weltweit fast eine Billion Euro** treuhänderisch für ihre Kunden verwaltet und eine der vier strategischen Säulen der Deutschen Bank ist.

Als aktiver Vermögensverwalter ermöglicht die DWS Kunden den Zugang zu einer umfassenden Palette an Anlageprodukten. Mehr als 500 Research- und Investment-Experten weltweit identifizieren Markttrends und setzen diese zum Nutzen unserer Anleger um. Führende Positionen in Rankings unabhängiger Ratingagenturen und Auszeichnungen belegen unseren Erfolg, die überdurchschnittliche Performance der DWS-Produkte und den herausragenden Service.
*Quelle: BVI, Stand 31. Mai 2013, inkl. DB-Produkte

**Stand: 31. März 2012

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- Tsipras: Vorgezogene Neuwahlen nicht ausgeschlossen -- VW kassiert Verkaufsprognose -- Bayer mit Gewinnwachstum -- Twitter, HeidelbergCement, O2 im Fokus

Alphaform stellt Insolvenzantrag. Panasonic steigert Quartalsgewinn. Nissan profitiert von starker Nachfrage in Nordamerika und Europa. Porsche fährt erneut mehr Gewinn ein als Marke VW. Sky Deutschland senkt Verlust. Linde senkt Umsatzprognose. S&P droht Brasilien mit Herabstufung auf Ramsch. Osram profitiert von Einsparungen und dem schwachen Euro.
Das sind die10 innovativsten Länder der Welt

Die heißesten deutschen Überflieger

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Daimler will noch in diesem Jahr einen selbstfahrenden Lastwagen auf einer deutschen Autobahn testen. Was halten Sie davon, dass ein Computer den Fahrer ersetzt?