28.08.2012 15:00
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Ungarns Notenbank senkt Leitzins erstmals seit zweieinhalb Jahren

In der Rezession
Die Notenbank Ungarns hat ihren Leitzins erstmals seit knapp zweieinhalb Jahren gesenkt.
Sie reduzierte den Zins, über den sich die Geschäftsbanken bei ihr refinanzieren können, um 0,25 Punkte auf 6,75 Prozent. Dies teilte die Zentralbank am Dienstag in Budapest mit. Es ist die erste Zinssenkung seit April 2010. Marktbeobachter wurden von dem Schritt überrascht. Sie hatten einen konstanten Zins erwartet.

     Ausschlaggebend für die Zinssenkung dürfte die schwache Wirtschaftsentwicklung sein. Das osteuropäische EU-Land befindet sich seit Jahresbeginn in der Rezession. Zugleich weist Ungarn mit aktuell 5,8 Prozent die höchste Inflationsrate in der gesamten Europäischen Union auf. Dies spricht für sich genommen gegen Zinssenkungen.

   Ungarn steht derzeit mit EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Verhandlungen über eine milliardenschwere Kreditlinie. Damit will das Land die drohende Staatspleite verhindern. Allerdings gibt es zwischen der ungarischen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban und den potenziellen Geldgebern nach wie vor Streit. Dabei geht es unter anderem um die Unabhängigkeit der Gerichtsbarkeit. Die drei großen Ratingagenturen S&P, Moody's und Fitch haben die langfristige Kreditwürdigkeit Ungarns mittlerweile alle auf Ramsch-Niveau (Non-Investment-Grade) herabgestuft. /bgf/jsl

BUDAPEST (dpa-AFX)

Bildquellen: Jozsef Szasz-Fabian / Shutterstock.com, lithian / Shutterstock.com
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