12.03.2013 11:49
Bewerten
 (0)

Italien zahlt nach Rating-Abstufung höhere Zinsen

    ROM/FRANKFURT (dpa-AFX) - Italien muss Investoren nach dem jüngsten Rating-Rückschlag etwas höhere Zinsen bieten. Dennoch verlief die erste Geldmarktauktion nach der jüngsten Abstufung der Kreditwürdigkeit durch die Bonitätsprüfer von Fitch reibungslos. Am Dienstag sammelte die drittgrößte Wirtschaftsmacht im Euroraum wie geplant 7,75 Milliarden Euro bei Anlegern ein, wie aus Angaben der italienischen Schuldenagentur in Rom hervorgeht. Der Härtetest folgt allerdings ohnehin erst zur Wochenmitte.

    Bei der Auktion eines neuen Geldmarktpapiers mit zwölfmonatiger Laufzeit besorgte sich Italien zu etwas teureren Konditionen frisches Geld als zuletzt. Investoren verlangten Zinsen in Höhe von 1,28 Prozent, um die Titel zu zeichnen. Am 12. Februar hatten die Zinsen noch bei 1,09 Prozent gelegen. Dafür legte die Nachfrage nach den Schuldverschreibungen leicht zu.

    Analysten hatten mit einer problemlosen Platzierung gerechnet. Ein Grund dafür seien hohe Auszahlungen aus italienischen Papieren, die zeitgleich mit dem Start der neuen Emission fällig werden. Dadurch seien die italienischen Banken, die die Käuferseite dominieren, mit ausreichend Geld ausgerüstet.

    Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die Auktion. Am Sekundärmarkt, wo bereits ausgegebene Titel gehandelt werden, sanken die Renditen für italienische Anleihen leicht. Zuvor hatte bereits Spanien zu gesunkenen Zinsen frische Milliarden am Geldmarkt einsammeln können.

    Die Ratingagentur Fitch hatte Italiens Kreditwürdigkeit am Freitag um eine Stufe auf "BBB+" gesenkt. Der Ausblick ist negativ. Fitch hatte die Entscheidung mit politischen Risiken begründet. Nachdem die Parlamentswahlen keine klaren Mehrheiten ergeben hatten, droht Italien politischer Stillstand. Zunächst konnte Anleger das zwar nicht abschrecken, die wirkliche Nagelprobe folgt allerdings erst am Mittwoch. Dann will Italien Anleihen mit längeren Laufzeiten am Markt unterbringen./hbr/bgf

Artikel empfehlen?
Kostenlosen Report anfordern

Heute im Fokus

DAX legt zu -- Deutsche Bank kassiert Prognose -- Griechenland kommt Gläubigern entgegen - Mindestlohn wird nicht erhöht -- Volkswagen: Bleibt Piëch Eigner? -- Nokia, Apple im Fokus

Volkswagen vor großen Weichenstellungen - bleibt Piëch Eigner?. Russischer Oligarch lässt mit Klage gegen RWE nicht locker. ASEAN-Länder wollen gemeinsame Zeitzone einführen. Solarworld schreibt rote Zahlen. Fitch stuft Japan wegen mangelnder Reformen herab. IW erwartet 2015 kräftiges Wachstum durch Sondereffekte.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die schlechtesten Index-Performer

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

VW-Patriarch Piëch legt sein Aufsichtsratsmandat nieder. Hätten Sie damit gerechnet?