06.06.2013 14:22
Bewerten
 (0)

KORREKTUR: EZB lässt Leitzinsen auf Allzeittief von 0,50 Prozent

   (In der um 13.46 Uhr gesendeten Meldung ist die Höhe des Spitzenrefinanzierungssatzes im ersten Absatz irrtümlich mit 1,25 Prozent angegeben worden. Es folgt eine korrigierte Fassung.)

   Von Hans Bentzien

   FRANKFURT--Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen für den Euroraum nach der Senkung im Vormonat unverändert gelassen. Nach Mitteilung der EZB bleibt der Hauptrefinanzierungssatz auf seinem Allzeittief von 0,50 Prozent. Auch der Spitzenrefinanzierungssatz und der Satz für Bankeinlagen bei der EZB blieben unverändert bei 1,00 beziehungsweise null Prozent. Die 50 von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten fast einmütig unveränderte Leitzinsen prognostiziert.

   Manche Ökonomen wollen eine weitere Zinssenkung wegen der anhaltenden Wachstumsschwäche nicht prinzipiell ausschließen, zumal auch der Inflationsdruck sehr niedrig ist. Als Komplikation sehen allerdings auch sie die Tatsache, dass der Einlagenzins bereits seit längerer Zeit bei null liegt und die Spanne zwischen ihm und dem Spitzenrefinanzierungssatz schon zwei Mal eingeengt wurde.

   Deshalb wird nicht ausgeschlossen, dass die EZB ihren Hauptrefinanzierungssatz nur dann noch einmal senken wird, wenn sie auch bereit ist, negative Einlagenzinsen einzuführen. Die Nebenwirkungen negativer Zinsen sind jedoch unklar.

   So könnten die nordeuropäischen Banken, die viel Geld bei der Zentralbank horten, sich zwar veranlasst sehen, wieder Geld an die südeuropäischen Institute zu verleihen, doch sollten die Zweifel über die südeuropäischen Häuser anhalten, würde das nur über höhere Zinsen geschehen, was eher schaden als helfen würde. Die Finanzindustrie selbst hat die EZB mehrfach vor einer solchen Maßnahme gewarnt.

   EZB-Präsident Mario Draghi wird den Zinsbeschluss in einer gegen 14.30 Uhr beginnenden Pressekonferenz erläutern. Beobachter erwarten dann auch Aussagen zu möglichen Programmen für die Belebung der Kreditvergabe und zur mündlichen Verhandlung des deutschen Verfassungsgerichts über EZB-Staatsanleihekäufe.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

   (Mitarbeit: Andreas Plecko)

   DJG/hab/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   June 06, 2013 07:51 ET (11:51 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 07 51 AM EDT 06-06-13

InstitutZinssatz
Banka Kovanica1,80%
Banco BNI Europa1,75%
Atlantico Europa1,50%
Novo Banco1,45%
Haitong Bank1,45%
weitere Sparbriefe Zinssätze

Heute im Fokus

DAX geht über 11.200 Punkten ins Wochenende -- US-Börsen in Rekordlaune -- Coca-Cola kündigt Chefwechsel an -- Chinesische Investoren beenden Verhandlungen um Siltronic -- VW, AIXTRON, Zynga im Fokus

Volkswagen hat Beweismittel vernichtet. Atomkonzerne ziehen Teil ihrer Klagen zurück. Orange spricht offenbar mit Vivendi über Kauf von Canal Plus. Coeure: EZB-Beschlüsse enthalten eine Warnung. Evonik kauft Kieselsäure-Geschäft von JM Huber. Steuern: Was sich 2017 alles ändert. Carl Zeiss Meditec legt zu.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Zalando - Wie der Online-Händler seine Gewinn­margen kräftig steigern will!
Der Einkauf von Waren im Internet gehört zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom shoppen 98% aller Internet-Nutzer inzwischen online, wobei mehr als drei Viertel mehrmals im Monat Produkte über das Internet ordern. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins, warum Zalando zu den Profiteuren dieses Megatrends gehört und wie es seine Gewinnmargen weiter steigern will.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Umfrage

Glauben Sie, dass es in den kommenden sechs Monaten schwieriger wird, die eigenen Renditeerwartungen zu erzielen?