19.12.2012 12:02
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Asmussen rät von negativem Einlagenzins ab

Keine weitere Zinssenkung
EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hält nicht viel von weiteren Leitzinssenkungen und rät zudem davon ab, den Satz für Bankeinlagen negativ zu machen.
Bei einer Presseveranstaltung in Frankfurt äußerte sich Asmussen gleichfalls skeptisch zu neuen unkonventionellen Maßnahmen der EZB.

   Angesprochen auf möglichen Spielraum für weitere Leitzinssenkungen sagte Asmussen: "Unsere Politik ist sehr akkommodierend. Das muss man sehen." Der Hauptrefinanzierungssatz der EZB liegt auf einem Allzeittief von 0,75 Prozent, während der Satz für Bankeinlagen bei der EZB bereits Null ist. Asmussen warnte davor, diesen Satz negativ zu machen: "Ich wäre sehr zurückhaltend, das zu tun", sagte er.

   Auch anderen zusätzliche Maßnahmen wie etwa einer direkten Kreditvergabe der Zentralbank an Unternehmen kann das deutsche Direktoriumsmitglied nichts abgewinnen. "Ich wäre zurückhaltend damit, ständig neue Dinge auszuprobieren. Man muss das durchhalten, was man angefangen hat", sagte er.

   Asmussen lobte den Erfolg des im Herbst beschlossenen Staatsanleihekaufprogramms OMT. Unter anderem wegen des OMT habe "die Sorge vor katastrophalen Extremereignissen" abgenommen und es herrsche "verhaltener Optimismus", meinte er.

   Der ehemalige deutsche Finanzstaatssekretär, der seit einem Jahr dem EZB-Direktorium angehört, forderte eine strikte Einhaltung der OMT-Regeln. Falls ein Land die mit Staatsanleihekäufen verbundenen Auflagen nicht einhalte, müsse die EZB in der Lage sein, die Käufe zu beenden. "Wenn wir in dieser Situation sind, werden wir das beweisen müssen", forderte er.

   Asmussen räumte allerdings ein, dass er in dieser Sache nur für sich selbst sprechen könne: "Wenn es dazu kommt, werde ich dagegen sein, diese Käufe fortzusetzen. Aber das muss jeder im EZB-Rat für sich allein entscheiden", sagte er.

   (FRANKFURT) Dow Jones Newswires

Bildquellen: Yurchyks / Shutterstock.com
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