06.12.2012 15:15
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EZB lässt Leitzinsen wie erwartet unverändert

Leitzins bleibt
Der Rat der Europäischen Zentralbank hat seine Leitzinsen wie erwartet unverändert gelassen. Der Markt hatte dies bereits erwartet, jede andere Entscheidung wäre eine Überraschung gewesen.
Der Hauptrefinanzierungssatz bleibt bei 0,75 Prozent, wie die EZB mitteilte. Auch der Spitzenrefinanzierungs- und Einlagensatz wurden bei 1,50 beziehungsweise null Prozent belassen. Die EZB hatte ihren Hauptrefinanzierungssatz zuletzt im Juli auf das aktuelle Niveau von 0,75 Prozent gesenkt.

   EZB-Präsident Mario Draghi wird den Zinsbeschluss in einer gegen 14.30 Uhr beginnenden Pressekonferenz erläutern. Zudem werden die neuen Projektionen der Notenbank zu Wachstum und Inflation vorgestellt. Die meisten Volkswirte rechnen mit einer leichten Abwärtsrevision der Prognosen zum Bruttoinlandsprodukt der Eurozone.

   Zuletzt hatte die EZB immer darauf verwiesen, dass die Übertragung des zinspolitischen Signals gestört sei. Wegen der Befürchtung, dass der Euroraum auseinanderbrechen könnte, wurden EZB-Zinssenkungen nur in einigen Ländern, insbesondere in Nordeuropa, vollständig weitergegeben. In einigen südeuropäischen Ländern legten die Zinsen für Bankkredite teilweise sogar zu.

   Allerdings hat die bloße Ankündigung der EZB, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen, die Risikoaufschläge für Schatzwechsel der südeuropäischen Länder stark sinken lassen. Sicherlich wird der EZB-Präsident auch bei der Pressekonferenz wieder Fragen zu den geplanten Käufen gestellt bekommen und betonen, dass die EZB bereit steht.

   Für eine baldige Überwindung der Rezession in der Eurozone hat Draghi offenbar wenig Hoffnung. Die ersten Zeichen einer konjunkturellen Erholung dürften sich erst im zweiten Halbjahr 2013 zeigen, sagte der EZB-Präsident in einem Interview. Das vorübergehende Schrumpfen der Wirtschaft sei unvermeidbar, solange die Eurozone gegen die Staatsschuldenkrise kämpfe. Danach sollte die Wirtschaft jedoch auf einer besseren Basis stehen, wenn die Strukturreformen wirklich umgesetzt werden.

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Bildquellen: Petronilo G. Dangoy Jr. / Shutterstock.com
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