25.06.2012 21:35
Bewerten
(21)

Ökonomen erwarten für nächste Woche EZB-Leitzinssenkung

Leitzinssenkung in Sicht?: Ökonomen erwarten für nächste Woche EZB-Leitzinssenkung | Nachricht | finanzen.net
Leitzinssenkung in Sicht?
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihre Leitzinsen in der kommenden Woche senken. Davon sind deutsche Bankvolkswirte überzeugt.
Obwohl die EZB in der vergangenen Woche bereits eine bedeutende finanzielle Lockerung auf den Weg brachte, indem sie ihre Anforderungen an Sicherheiten in Repo-Geschäften mit Banken senkte.

   Noch niedrigere Leitzinsen würden zwar kaum der Konjunktur, dafür aber jenen südeuropäischen Banken nützen, die sich bei den beiden dreijährigen EZB-Refinanzierungsgeschäfte massiv mit Liquidität vollgesaugt haben.

   Mario Draghis Dicke Berta war nämlich mit Geld geladen, für das die Banken jenen Zinssatz zahlen müssen, der im Durchschnitt der dreijährigen Tender-Laufzeit geherrscht haben wird. Senkt die EZB jetzt den Zins, wird dieses Geld noch billiger. Derzeit liegt der Leitzins bei 1,00 Prozent. Ökonomen erwarten für kommenden Donnerstag eine Senkung um wenigsten 25 Basispunkte.

   So rechnet der Chefvolkswirt der BayernLB, Jürgen Pfister, mit einer Zinssenkung dieses Umfangs. "Dafür dürfte es im EZB-Rat wahrscheinlich eine deutliche Mehrheit geben", sagte er. Als Grund sieht er die schwachen Konjunkturdaten, die nach der Veröffentlichung der jüngsten EZB-Stabsprojektionen zu Wachstum und Inflation bekannt wurden.

   So lassen die Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum eine schrumpfende Wirtschaftsleistung erwarten, und auch die deutschen Frühindikatoren, wie ifo- und ZEW-Index lassen eine zunehmende Furcht vor den konjunkturellen Auswirkungen der Euro-Krise erkennen.

   Commerzbank-Volkswirt Michael Schubert ist ebenfalls sicher: "Der Reposatz wird auf jeden Fall gesenkt werden, und vielleicht wird auch der Einlagensatz weiter reduziert. Das zeigt, wie groß die Verzweiflung in der EZB ist."

   Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, erwartet, dass die EZB den Leitzins um 25 Basispunkte senken und einen weiteren Langfristtender begeben wird. "Mit 50 Basispunkten würde sie die Märkte so beeindrucken, dass sie ohne weiteren Langfristtender auskommen würde. Wenn nur die 25 Basispunkte, aber kein weiterer Langfristtender kommen, dann müsste die EZB zwei Wochen später nachlegen", sagte er.

   So einig die Experten aber über die nächste Entscheidung der EZB sind, so uneinig sind sie in der Frage, ob die EZB derzeit das Richtige macht. Nach Meinung von Commerzbank-Volkswirt Schubert tut die EZB bereits jetzt zuviel. So werden mit den Langfristtendern seiner Meinung nach nicht mehr lebensfähige Banken künstlich am Leben gehalten. "Es ist immer das gleiche Thema bei der EZB. Sie sieht selbst, dass es Unsinn ist, das zu machen, weil es die falschen Anreize setzt. Und dann kocht die Sache so hoch, dass sie es doch tut", sagte er. Abgesehen davon glaubt er, dass sich die Langfristtender als Instrument abgenutzt haben.

   Seiner Meinung nach ist die EZB bei der geldpolitischen Lockerung auch schon weiter voran geschritten, als es eine rein zahlenmäßige Betrachtung zeigt. "Quantitativ haben Bank of England oder Fed mehr getan. Aber es ist ein Unterschied, ob ich US-Staatsanleihen und Gilts aufkaufe oder Anleihen eines Staates, der kurz vor der Pleite steht", sagte er.

   Nach Berenberg-Chefvolkswirt Schmieding müsste die EZB noch ganz andere Sachen tun: "Die EZB sollte dafür sorgen, dass kein Land der Eurozone, dass seine Reformen wirklich umsetzt, Pleite gehen kann. Sie sollte klar signalisieren, dass sie ab einer gewissen Schmerzgrenze am Markt für Staatsanleihen eingreifen würde", forderte er.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

   DJG/hab/chg

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

   (END) Dow Jones Newswires

   June 25, 2012 15:02 ET (19:02 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 02 PM EDT 06-25-12

Von Hans Bentzien

FRANKFURT

Bildquellen: iStock

Sparbriefe Zinsen

  • Anlagebetrag: 10.000 Euro
  • Anlagezeitraum: 3 Jahre
  • Einlagensicherung: Auch die Europäische
  • Zinszahlung: Alle Varianten
InstitutZinssatz
Versobank1,65%
Banco Portugues de Gestao1,60%
Banco BNI Europa1,51%
Key Project1,50%
Novo Banco1,45%
weitere Sparbriefe Zinssätze

Heute im Fokus

DAX geht leichter ins Wochenende -- US-Börsen schließen kaum verändert -- Trump kritisiert scharf deutschen Handelsbilanzüberschuss -- AIXTRON, GM, Manz, OPEC im Fokus

Chinesen genehmigen E-Auto-Projekt von VW. US-Wirtschaft startet besser ins Jahr als bisher gedacht. Bosch gerät wegen Daimler-Ermittlungen ins Visier der Justiz. Anleger greifen bei XING auf Rekordniveau weiter zu. Teslas Model 3 beschleunigt langsamer als BMW 300i.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Jungheinrich - Professioneller Hochstapler!

Intralogistik-Lösungen sind gefragt wie nie. Denn mit moderner Logistik-Infrastruktur lassen sich nicht nur erhebliche Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen realisieren, sondern sie bildet die perfekte Ergänzung für "Industrie 4.0". Warum Jungheinrich eine der interessantesten Storys in diesem Segment bietet lesen Sie im aktuellen Anlagermagazin des Börse Stuttgart Anlegerclubs.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

KW 21: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jobs mit Zukunft und hohem Gehalt
Hier wird man auch künftig noch gut bezahlt
Berufe die auch eine Rezession überstehen
Welche bieten am meisten Sicherheit?

Umfrage

Der Bitcoin bleibt auf Rekordkurs und stieg erstmals über 2.000 US-Dollar. Haben Sie auch schon mal Geschäfte mit der Digitalwährung gemacht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
BMW AG519000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400
Coca-Cola Co.850663
adidas AGA1EWWW
CommerzbankCBK100
Amazon.com Inc.906866
Siemens AG723610