
Die Aussagen Coeures sind bislang der klarste Hinweis aus der EZB-Führungsriege, dass die Notenbanker willens sind, die Geldpolitik weiter zu lockern, um die zuletzt sehr stark schwankenden Märkte für Staatsanleihen zu beruhigen. Das Interview des französischen Notenbankers kam unmittelbar vor einer wichtigen Sitzung der Eurogruppe, bei der im Laufe des Tages Spanien voraussichtlich offiziell um Hilfe für seine darbenden Banken bitten wird.
Coeure schlug auch vor, dass die EZB ihre Anforderungen an die Qualität der Sicherheiten, die Banken bei Repo-Geschäften hinterlegen müssen, nochmals reduzieren könnte. "Wir haben den Punkt noch nicht erreicht, an dem die Sicherheiten knapp werden, aber die Puffer sind hier und da belastet". Es gebe eine anhaltende Diskussion darüber, wie die Spannungen gelindert werden können.
Zur Lösung der Probleme in Südeuropa brachte der EZB-Direktor den vorübergehenden Euro-Rettungsschirm EFSF ins Spiel. Coeure forderte Spanien und Italien indirekt auf, beim EFSF den Kauf ihrer Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt zu beantragen. Er verstehe nicht, warum diese Möglichkeit, die schon vor einem Jahr geschaffen worden sei, bisher von keinem Land genutzt werde. Der Währungshüter verwahrte sich andererseits dagegen, dass die EZB selbst wieder am Markt für Staatspapiere tätig werde. "Wir glauben nicht, dass das Wertpapierankaufprogramm derzeit das beste Instrument ist". Die EZB hat seit Wochen keine neuen Anleihen von Euro-Krisenstaaten auf ihre Bilanz genommen.
Dow Jones Newswires, June 21, 2012 01:58 ET (05:58 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 58 AM EDT 06-21-12
#EZB öffnet sich offenbar der Idee einer Leitinssenkung bit.ly/Mj44Tl
— FinanzenNet (@FinanzenNet) Juni 21, 2012
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