Die Schweizer Großbank
UBS begründete den Schritt am Dienstag mit der Konzentration auf die Kernmärkte Schweizer Franken und US-Dollar. Die Entscheidung habe auch mit der im Herbst angekündigten Strategie zu tun. Die Bank will ihr Investmentbanking massiv zusammenstreichen und sich stattdessen auf die Vermögensverwaltung konzentrieren.
Nach den Skandalen um Manipulationen bei der Festlegung von Referenzzinssätzen haben sich bereits einige Banken aus dem Ausschuss zurückgezogen, der den Euribor feststellt. Unter anderem gehörten dazu die Citigroup und die BayernLB. Gegenwärtig nehmen weniger als 40 Banken an der Erhebung teil.
Je mehr Banken sich vom Euribor abwenden, desto höher ist die Gefahr, dass er komplett scheitert. Schon der Rückzug einer einzelnen Bank aus dem Euribor schwäche das gesamte System und erschüttere das öffentliche Vertrauen, warnten die Euribor-Betreiber Financial Markets Association ACI und Euribor EBF Anfang des Jahres.
Die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank drängen deshalb Banken, sich weiter im Euribor-Ausschuss zu betätigen, damit der Zinssatz die Entwicklungen im Euroraum korrekt widerspiegelt. "Banken, die einen Rückzug aus dem Ausschuss erwägen, sollten berücksichtigen, dass sie zu einer Rückkehr in den Ausschuss gezwungen werden könnten", hatte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier deshalb vor gut einem Monat gesagt.
Die Kommission will im zweiten Quartal 2013 neue Vorschläge für einen klareren Rahmen für die Referenzsätze vorlegen. Dabei ist voraussichtlich auch vorgesehen, dass die Banken zur Beteiligung an der Festlegung von wichtigen Referenzsätzen wie dem Euribor gezwungen werden können.
Euribor steht für Euro Interbank Offered Rate und bezeichnet die durchschnittlichen Zinssätze, zu denen europäische Banken einander Anleihen in Euro über verschiedene Laufzeiten gewähren. Die täglich ermittelten Euribor-Werte gelten als Basistarif für allerlei andere Zinsprodukte wie etwa Zinsswaps, Zins-Futures, Sparkonten und Hypotheken. In jüngster Zeit waren Banken in Verdacht geraten, den Euribor und auch den Libor auf dem Londoner Geldmarkt zu ihren Gunsten manipuliert zu haben.
Die UBS musste wegen Manipulationen des Libor-Satzes jüngst eine Strafe von 1,5 Milliarden US-Dollar zahlen.
--Madeleine Nissen hat zu diesem Bericht beigetragen. Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com DJG/kla/mgo Dow Jones Newswires Von John Revill
Bildquellen: Pincasso / Shutterstock.com