01.04.2016 09:46
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Ökonom Bofinger plädiert für negativen Leitzins und gegen 'Helikoptergeld'

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat sich für einen negativen Leitzins in der Eurozone ausgesprochen und das sogenannte "Helikoptergeld" abgelehnt. Im Interview mit der 'Börsenzeitung' (Freitagausgabe) bezeichnete Bofinger die Senkung des Leitzinses auf null bei der jüngsten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) als "unterdosiert". Stattdessen wäre eine Senkung bis auf minus 0,4 Prozent sinnvoll gewesen, sagte der Ökonom.

Damit läge der Hauptrefinanzierungssatz, also der Zins, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen können, auf dem gleichen Niveau wie der Einlagensatz, also der "Strafzins", den Banken für bei der EZB geparktes Geld bezahlen müssen. Laut Bofinger könnten die Banken dadurch vor steigenden Kosten und die Verbraucher somit vor höheren Gebühren für Bankdienstleistungen bewahrt werden.

Außerdem würde laut Bofinger das eigentliche Ziel der EZB erreicht, die Konjunktur anzuschieben. "Wenn der Refinanzierungssatz auf den Einlagensatz heruntergesetzt würde, wäre das für die Banken sofort ertragswirksam. Das gäbe auch der Kreditvergabe einen viel besseren Impuls."

Zu anderen Möglichkeiten der geldpolitischen Lockerung äußerte sich Bofinger kritisch. Die Ausweitung des Wertpapierkaufprogramms bei der jüngsten EZB-Sitzung hält der Ökonom für unangemessen. "Meiner Ansicht nach hat Draghi jetzt überzogen."

Außerdem lehnt der Wirtschaftsweise das derzeit in Fachkreisen debattierte "Helikoptergeld" ab, das direkte Geldgeschenke von Zentralbanken an Bürger oder Staaten bedeuten würde. "Das ist eine Form ökonomischer Stimulierung, die völlig unsystematisch verläuft und bei der das Mandat der Geldpolitik massiv überschritten wird." Bofinger gilt als Ökonom, der grundsätzlich gegenüber der lockeren Geldpolitik der EZB positiv eingestellt ist./tos/jkr/stb

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