05.07.2012 17:14
Bewerten
(0)

ROUNDUP 2: EZB senkt Leitzins auf Rekordtief - Keine außergewöhnlichen Maßnahmen

DRUCKEN
    FRANKFURT (dpa-AFX) -Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins im Euroraum erstmals seit Einführung des Euro unter ein Prozent gesenkt. Weitere außergewöhnliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Eurokrise kündigte EZB-Präsident Mario Draghi auf der Pressekonferenz jedoch nicht an. Die Finanzmärkte reagierten enttäuscht.

 

    Der Leitzins wurde um 0,25 Punkte auf den neuen Rekordstand von 0,75 Prozent reduziert. Die meisten Volkswirte hatten diesen Schritt im Kampf gegen eine Ausbreitung der Rezession erwartet. Darüber hinaus senkte die EZB den Zinssatz, den sie den Geldhäusern für überschüssiges Zentralbankgeld zahlt. Der Einlagensatz fiel um 0,25 Punkte auf null Prozent. Der Zinssatz, den die Banken für sehr kurzfristige Ausleihungen von einem Tag zahlen müssen, fiel ebenfalls um 0,25 Punkte auf 1,50 Prozent. Neben der EZB hatten auch die chinesische und die dänische Notenbank ihre Leitzinsen gesenkt. Zudem lockerte die britische Notenbank ihre Geldpolitik durch weitere Anleihekäufe.

 

HABEN WEITERE HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

 

    Die EZB signalisierte keine neuen außergewöhnlichen Maßnahmen. "Wir haben nach der Leitzinssenkung nicht über andere außergewöhnliche Maßnahmen gesprochen", sagte Draghi. Alle getroffenen Entscheidungen seien einstimmig gefallen. In dem sehr fragmentierten wirtschaftlichen Umfeld der Eurozone gebe es offenbar keine Maßnahmen, die effektiv sein könnten, sagte Draghi. Zu den außergewöhnlichen Maßnahmen zählen zum Beispiel die Anleihekäufe der EZB, die seit einigen Monaten ausgesetzt sind.

 

    Laut Draghi hat die EZB aber weiterhin Handlungsmöglichkeiten. "Ich habe nicht den Eindruck, dass wir keine Optionen mehr haben. Wir haben unsere gesamte Artillerie zur Verfügung." Er bezog sich allerdings bei dieser Aussage auf die Möglichkeit der EZB, die Preisstabilität zu verteidigen.

 

EZB DÜRFTE NUR BEI PANIK HANDELN

 

    Die getroffenen Maßnahmen der EZB dürften nach Einschätzung der Berenberg Bank eine mögliche Panik an den Märkten nicht verhindern. Zwar würden die Banken der Randländer der Eurozone und möglicherweise auch die Kreditvergabe in Deutschland von der Entscheidung profitieren, sagte Berenber-Experte Christian Schulz der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Eine Flucht der Anleger aus italienischen und spanischen Staatsanleihen bei neuen schlechten Nachrichten könne mit der Zinssenkung allerdings nicht verhindert werden. Die EZB dürfte erst umfassend handeln, falls eine Panik auftreten und Bankenpleiten stark zunehmen würden.

 

    Zur aktuellen Wirtschaftsentwicklung hat sich Draghi skeptisch gezeigt. "Die erhöhte Unsicherheit lastet auf dem Vertrauen." Bereits jetzt sei das Wachstum im Euroraum schwach. Wenngleich die EZB immer noch von einer moderaten Erholung im Jahresverlauf ausgeht, dürfte die Entwicklung durch zahlreiche Faktoren gedämpft werden. Unter anderem nannte Draghi die hohe Arbeitslosigkeit im Euroraum.

 

EUROKURS UNTER DRUCK

 

    Darüber hinaus verwies der EZB-Chef auf die aktuellen Turbulenzen an den Finanzmärkten, die jederzeit auf die Realwirtschaft überspringen könnten. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Energiepreise wieder steigen und damit das Wachstum zusätzlich belasten. Die Inflationsrisiken wertet die Notenbank unterdessen als nach wie vor ausgewogen. Der Preisdruck werde durch die schwache Konjunktur und sinkende Ölpreise gedämpft. Die Teuerung dürfte sich demnach im Jahresverlauf weiter abschwächen und Anfang 2013 unter die Schwelle von zwei Prozent fallen. Möglicherweise wird die Inflationsrate bereits im Jahr 2012 unter diese Marke fallen. Dann würde sie auch wieder dem Zielwert der Notenbank von knapp zwei Prozent entsprechen. Dieses Ziel hat die EZB seit Ende 2010 nicht mehr erreicht.

 

    Der Eurokurs (Dollarkurs) geriet nach Zinsentscheid und Draghi-Aussagen weiter unter Druck und fiel auf ein Tagestief von 1,2364 Prozent. Die Renditen von spanischen und italienischen Staatsanleihen legten stark zu. So kletterte die zehnjährige spanische Rendite um 0,35 Prozentpunkte auf 6,696 Prozent. Auch die Aktienmärkte gerieten unter Druck./jsl/hbr

 

Sparbriefe Zinsen

  • Anlagebetrag: 10.000 Euro
  • Anlagezeitraum: 3 Jahre
  • Einlagensicherung: Auch die Europäische
  • Zinszahlung: Alle Varianten
InstitutZinssatz
Banka Kovanica1,50%
Novo Banco1,45%
Haitong Bank1,45%
Banco Portugues de Gestao1,40%
Atlantico Europa1,35%
weitere Sparbriefe Zinssätze

Heute im Fokus

DAX schließt kaum bewegt -- Dow Jones endet leichter -- Rekordverlust für GroKo-Parteien -- Wem gehören eigentlich die meisten Bitcoins? -- ifo-Geschäftsklima, Tesla, E.ON, RWE im Fokus

thyssenkrupp besorgt sich über 1 Milliarde Euro am Kapitalmarkt. Müder Verkaufsstart für iPhone 8? Tim Cook widerspricht. Lufthansa steigen auf höchsten Stand seit mehr als 16 Jahren. Voltabox will bei Börsengang 150 Millionen Euro erlösen. Unilever kauft südkoreanischen Kosmetikhersteller.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

The rise of Tiger and Dragon: Die besten Aktien aus China!

China ist das Bevölkerungsreichste Land der Erde. Mit einem zuletzt gemeldeten Wirtschaftswachstum von fast 7 % im 1. Halbjahr 2017 ist das Land auf bestem Wege, das eigene Wachstumsziel zu übertreffen. Erfahren Sie im neuen Anlegermagazin, bei welchen chinesischen Aktien vielversprechende Zukunftsaussichten bestehen und warum.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

KW 38: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 38: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 37: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Angela Merkel kann zwar voraussichtlich vier weitere Jahre regieren - aber nur mit dem größten Verlust in der Geschichte ihrer Union. Hätten Sie sich einen neuen Kanzler gewünscht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Apple Inc.865985
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Nordex AGA0D655
CommerzbankCBK100
Bitcoin Group SEA1TNV9
TeslaA1CX3T
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400
Lufthansa AG823212
BASFBASF11
RWE AG St.703712