27.02.2013 14:02
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ROUNDUP: Haspa-Chef klagt über niedrige Zinsen - 'Enteignung der Sparer'

    HAMBURG (dpa-AFX) - Die niedrigen Zinsen führen nach Ansicht der Hamburger Sparkasse (Haspa) zu einer Enteignung der Sparer. "Wir sehen eine schleichende Umverteilung von Sparern zu Schuldnern", sagte Haspa-Chef Harald Vogelsang am Mittwoch in Hamburg. Verantwortlich sei die Politik der EU und der Notenbanken. Die anhaltende Niedrigzinspolitik kann nach Einschätzung Vogelsangs schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. "Negative Realzinsen führen zu sinkenden Sparquoten", sagte er. "Und wo weniger gespart wird, da wird auch weniger investiert." Die hohe Sparquote von mehr als zehn Prozent sei immer ein Standortvorteil Deutschlands gewesen. Nun fehlten hinreichende Anreize sowohl zum Sparen als auch zum Aufbau einer hinreichenden Altersvorsorge.

    Doch die Rahmenbedingungen seien nicht nur ein Problem für Bankkunden und Versicherungsnehmer, sondern ebenso für die Finanzunternehmen. Das treffe kleine, solide und regionale Institute ebenso wie Großunternehmen. Die Finanzwirtschaft sehe sich nicht nur einer extremen Niedrigzinsphase ausgesetzt, sondern auch dem Druck der europäischen Regulierungsbehörden. "Regulierung ist nichts Schlechtes, aber sie drängt alle Banken in die Richtung ähnlicher Geschäftsmodelle", sagte Vogelsang. Es sei eine verkehrte Welt, wenn Anleger für Staatsanleihen keine Zinsen erhielten, sondern noch bezahlen müssten. Das könne auf lange Sicht so nicht bleiben.

    Die Gewinne der Hamburger Sparkasse sind wegen der niedrigen Zinsen zurückgegangen. Der Zinsüberschuss, die wichtigste Ertragsquelle der größten deutschen Sparkasse, reduzierte sich im vergangenen Jahr um 5,4 Prozent auf 729 Millionen Euro. Dabei wuchs das Geschäft: Die Einlagen der Kunden erhöhten sich um 2,1 Prozent auf 28 Milliarden Euro, die Forderungen an Kunden sogar um 7,7 Prozent auf fast 30 Milliarden Euro. Insgesamt ging der Gewinn der Haspa nach Steuern um 6,2 Prozent auf 75 Millionen Euro zurück. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen sei er mit diesem Ergebnis zufrieden, sagte Vogelsang.

    Positiv bewertete der Haspa-Chef andere Einflussfaktoren auf die Geschäfte der Sparkasse: Ein Hoch bei der Beschäftigung, steigende Konsumnachfrage, stabiler Export. Das Geschäftsmodell der Haspa sei solide und tragfähig. "Wir werden weiterhin Einlagen einsammeln und Kredite gewähren und damit dem regionalen Wirtschaftskreislauf zur Verfügung stellen", sagte Vogelsang. Er kritisierte, dass sich die Haspa nach der Änderung des Sparkassengesetzes in Schleswig-Holstein nicht mehr an öffentlich-rechtlichen Sparkassen in dem Land beteiligen könne. Nun müssten dort andere Quellen zur Finanzierung der Sparkassen erschlossen werden. Die Haspa hält Beteiligungen an vier freien Sparkassen in Schleswig-Holstein./egi/DP/edh

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