07.02.2013 11:59
Bewerten
 (0)

ROUNDUP: Investoren verlangen höhere Zinsen von Spanien und Frankreich

    MADRID/PARIS/FRANKFURT (dpa-AFX) - Spanien bezahlt die Korruptionsvorwürfe gegen Mitglieder der Regierung mit höheren Finanzierungskosten. Bei einer Auktion von Anleihen zogen die Zinsen am Donnerstag spürbar an, wie aus Zahlen der spanischen Schuldenagentur hervorgeht. Auch Frankreich musste höhere Zinsen bieten, um frisches Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen.

 

    Die spanische Auktion war indes kein Misserfolg, denn die Regierung konnte zumindest mehr Mittel bei Investoren besorgen als geplant. Insgesamt spülte die Versteigerung dreier Anleihen 4,61 Milliarden Euro in die Staatskasse. Maximal anvisiert waren 4,5 Milliarden Euro.      POLITISCHE RISIKEN SCHRECKEN INVESTOREN

 

    Um sich für zwei Jahre frische Mittel zu leihen, musste Madrid Anlegern Zinsen in Höhe von 2,8 Prozent bieten. Anfang Januar hatten noch 2,5 Prozent ausgereicht. Bei einem fünfjährigen Papier stiegen die Zinsen von 3,8 auf 4,1 Prozent. Im ultralangen Laufzeitbereich bis 2029 legten sie von 5,6 auf 5,8 Prozent zu.

 

    Die Sorgen um Spanien sind zuletzt vor allem wegen politischer Risiken wieder gestiegen. Ministerpräsident Mariano Rajoy und zahlreiche Parteifreunde sehen sich Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. In der vergangenen Woche veröffentlichte die große Tageszeitung "El Pais" eine Liste, auf der zahlreiche Funktionäre der Regierungspartei Partido Popular (PP) als vermeintliche Empfänger von Schwarzgeldern auftauchen. Anleger fürchten, dass das Land nach Neuwahlen vom Reformkurs abkommen könnte.      AUCH FRANKREICH MUSS DRAUFZAHLEN

 

    Vor der Anleiheauktion stiegen die Renditen für richtungsweisende zehnjährige Papiere aus Spanien am Sekundärmarkt, wo bereits ausgegebene Titel gehandelt werden, über 5,5 Prozent und erreichten damit das höchste Niveau seit Anfang Dezember. Danach sanken die Renditen jedoch wieder. Analysten hielten einen Unfall bei der Versteigerung für unwahrscheinlich, da das Platzierungsziel bewusst niedrig angesetzt worden sei.

 

    Auch für Frankreich wurde die Mittelaufnahme am Donnerstag wieder teurer, wie Zahlen der Schuldenverwaltung zeigen. Bei einer Anleihe mit Laufzeit bis 2027 kletterten die Zinsen im Vergleich zur letzten Auktion Anfang Dezember von 2,6 auf 2,9 Prozent. Bis 2022 verteuerte sich die Kreditaufnahme von 2,1 auf 2,3 Prozent. Im siebenjährigen Bereich lagen die Zinsen bei 1,8 Prozent. Insgesamt sammelte Paris knapp acht Milliarden Euro ein./hbr/bgf

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Heute im Fokus

DAX rund 1 Prozent im Plus -- Dow freundlich erwartet -- Daimler stellt höhere Dividende in Aussicht -- adidas mit Rekordumsatz in Deutschland -- Telekom will T-Online wohl an Axel Springer verkaufen

DIW: Kluft zwischen Arm und Reich wächst nicht mehr. Air China will 60 Boeing-Mittelstreckenjets bestellen. Airbus liefert erste A350 an Qatar Airways aus. Firmen fürchten um Russland-Geschäft. Iberdrola vergibt 620 Millionen-Auftrag für Offshore-Windpark. Bilfinger verkauft Ingenieurbaugeschäft in die Schweiz. Hälfte der Deutschen will mehrere verkaufsoffene Sonntage.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welche Unternehmen sind am attraktivsten für Informatiker?

Diese Flughäfen werden hoch frequentiert

Umfrage

Wie viele verkaufsoffene Sonntage sollte es Ihrer Meinung nach pro Jahr geben?

Anzeige