09.05.2013 11:41
Bewerten
 (0)

ROUNDUP: Spanien zahlt niedrigere Zinsen und bremst Industrieabsturz

    MADRID/FRANKFURT (dpa-AFX) - Hoffnungsschimmer für das Euro-Krisenland Spanien: Investoren leihen günstiger Geld und entlasten so den Staatshaushalt, zudem konnte der wirtschaftliche Absturz etwas gebremst werden. Bei einer Auktion von Staatsanleihen hat sich die viertgrößte Wirtschaftsmacht im Währungsraum am Donnerstag problemlos frische Milliarden bei Investoren geliehen, wie Angaben der spanischen Schuldenagentur zeigen. Die schwer angeschlagene Industrie präsentierte unterdessen deutlich weniger schlechte Produktionszahlen als befürchtet.

    In Madrid kam ein Anleihe-Dreierpack mit verschiedenen Laufzeiten unter den Hammer. Insgesamt konnte Spanien 4,57 Milliarden Euro aufnehmen und sein maximales Platzierungsziel damit leicht übertreffen. Um sich für drei Jahre Geld zu borgen, musste das Land einen Zins von 2,25 Prozent bieten. Bei der letzten Auktion Mitte April hatte der Wert noch bei 2,79 Prozent gelegen.

    Bei Papieren, die in fünf Jahren auslaufen, ging der Zins von 3,26 auf 2,79 Prozent zurück. Zudem wurden Staatstitel mit Fälligkeit in 15 Jahren zum Zins von 4,33 Prozent versteigert. In diesem Laufzeitbereich fehlt ein geeigneter Vergleichswert, weil die letzte Auktion zu lange zurückliegt. Die Nachfrage nach den Staatsanleihen hätte ausgereicht, um mehr als das doppelte Volumen am Markt unterbringen.

NIEDRIGZINS HILFT

    Beim Schuldenmachen profitiert die Regierung in Madrid vom Niedrigzins im Währungsraum. Die jüngste Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf das historische Rekordtief von 0,5 Prozent hat eine Kursrally am Markt für europäische Staatsanleihen ausgelöst. Zuletzt konnten sich etliche Länder so günstig Mittel bei Investoren besorgen wie nie zuvor seit Gründung der Währungsunion.

    Einen Lichtblick lieferte am Donnerstag allerdings auch die rezessionsgeplagte Wirtschaft Spaniens: Die Talfahrt der Industrie hat im März überraschend deutlich an Tempo verloren. Die Produktion sei arbeitstäglich bereinigt um 0,6 Prozent zum Vorjahr gefallen, teilte die nationale Statistikbehörde in Madrid mit. Volkswirte hatten einen Rückgang um 5,3 Prozent erwartet. Im Vormonat war die Industrieproduktion noch um revidierte 6,9 (zunächst 6,5) Prozent gesunken. Die spanische Industrie befindet sich seit langem auf Schrumpfkurs. Der letzte Produktionszuwachs wurde vor zwei Jahren verzeichnet./hbr/stk

InstitutZinssatz
Banka Kovanica1,80%
Banco BNI Europa1,75%
Atlantico Europa1,50%
Novo Banco1,45%
Haitong Bank1,45%
weitere Sparbriefe Zinssätze

Heute im Fokus

DAX geht über 11.200 Punkten ins Wochenende -- US-Börsen in Rekordlaune -- Coca-Cola kündigt Chefwechsel an -- Chinesische Investoren beenden Verhandlungen um Siltronic -- VW, AIXTRON, Zynga im Fokus

Volkswagen hat Beweismittel vernichtet. Atomkonzerne ziehen Teil ihrer Klagen zurück. Orange spricht offenbar mit Vivendi über Kauf von Canal Plus. Coeure: EZB-Beschlüsse enthalten eine Warnung. Evonik kauft Kieselsäure-Geschäft von JM Huber. Steuern: Was sich 2017 alles ändert. Carl Zeiss Meditec legt zu.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Zalando - Wie der Online-Händler seine Gewinn­margen kräftig steigern will!
Der Einkauf von Waren im Internet gehört zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom shoppen 98% aller Internet-Nutzer inzwischen online, wobei mehr als drei Viertel mehrmals im Monat Produkte über das Internet ordern. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins, warum Zalando zu den Profiteuren dieses Megatrends gehört und wie es seine Gewinnmargen weiter steigern will.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Umfrage

Glauben Sie, dass es in den kommenden sechs Monaten schwieriger wird, die eigenen Renditeerwartungen zu erzielen?