28.05.2013 18:13
Bewerten
 (3)

Frankreichs Notenbankchef Noyer zweifelt an negativem Einlagezins

Strafzins?
Frankreichs Notenbankpräsident Christian Noyer zweifelt am Nutzen negativer Einlagezinsen auf Geldreserven, die Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) horten.
"Technisch wäre es sehr heikel, persönlich bin ich nicht davon überzeugt", sagte Noyer am Dienstag im Interview gegenüber BloombergTV in Paris. Die EZB sei allerdings grundsätzlich vorbereitet, die überschüssigen Mittel, die Geschäftsbanken bei ihr parken, mit einem Strafzins zu belegen. Damit bekräftigte Ratsmitglied Noyer allerdings lediglich die bekannte Kommunikationslinie der Notenbank.

    Am Vortag hatte bereits der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen Bedenken geäußert: "Man sollte sehr vorsichtig sein bei der Diskussion, ob die EZB einen negativen Einlagenzins einführen könnte", hatte Asmussen auf einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Berlin gesagt. Notenbankchef Mario Draghi hatte die umstritten Maßnahme nach der jüngsten Leitzinssenkung zu Monatsbeginn ausdrücklich als Möglichkeit betont, mit der die Kreditvergabe der Banken angekurbelt werden könnte.

    Hintergrund: Die Banken im Euroraum horten massenhaft überschüssige Liquidität bei der Zentralbank. Sollten diese Mittel mit einer Parkgebühr belegt werden, würde dies die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte fördern. So zumindest die Hoffnung. Durch einen Strafzins auf die Einlagen könnte allerdings auch viel Geld auf der Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten aus der Währungszone vertrieben werden. Das schreckt die Fürsprecher jedoch nicht ab. Denn durch die Mittelabflüsse würde der Eurokurs sinken, was wiederum der Exportwirtschaft im Euroraum zugute käme. Die schwächere Währung würde ihre Waren im Ausland verbilligen./hbr/jkr

PARIS (dpa-AFX)

Bildquellen: dutourdumonde / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich fester -- Daimler stellt höhere Dividende in Aussicht -- US-Börsen mit positiven Vorzeichen -- Telekom, Axel Springer, Siemens im Fokus

BMW ruft in USA 140 000 Fahrzeuge zurück. Streiks bei Amazon gehen weiter. Deutsche-Bank-Tochter legt CFTC-Streit bei. Aeroflot und Lufthansa Technik erweitern ihre Zusammenarbeit. Gerry Weber übernimmt Hallhuber. Russland muss Bank mit 433 Millionen Euro stützen. DIW: Kluft zwischen Arm und Reich wächst nicht mehr.

Themen in diesem Artikel

Welche Begriffe wurden in Deutschland am häufigsten gesucht?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Wie viele verkaufsoffene Sonntage sollte es Ihrer Meinung nach pro Jahr geben?

Anzeige