US-Notenbank dehnt faktische Nullzinspolitik bis Ende 2014 aus

Die Fed könne derzeit noch nicht den Beginn einer Phase stärkeren Wachstums in den USA verkünden, stellte Notenbankchef Bernanke fest. Die US-Wirtschaft leide derzeit "unter Gegenwind aus Europa" und wachse nur "moderat". Sollte es wider Erwarten zu einer Eintrübung der konjunkturellen Entwicklung in den USA kommen, dann zeigte sich Bernanke bereit "für weitere Schritte" der Notenbank, falls dies notwendig werde.
Für 2013 prognostizierte die Fed allerdings wieder ein stärkeres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,8 Prozent bis 3,2 Prozent. Für 2014 erwarten die Währungshüter ein Wachstum von 3,3 Prozent bis 4,0 Prozent. LEITZINS BLEIBT BEI NULL BIS 0,25 PROZENT In dem vorangegangenen Beschluss beließ die Fed ihren Leitzins zudem wie erwartet unverändert. Der Zielsatz für Tagesgeld (Fed Funds Rate) liege weiterhin in einer Spanne von null bis 0,25 Prozent, hieß es weiter. Volkswirte hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Damit liegt der Leitzins bereits seit drei Jahren auf einem Rekordtief. Die Fed hatte ihn während der Finanzkrise im Dezember 2008 auf diese Spanne verringert. Vor Beginn der Krise im Sommer 2007 hatte der Zinssatz noch bei 5,25 Prozent gelegen. Bei der für die künftige Entwicklung der Geldpolitik wichtigen Entwicklung der Verbraucherpreise rechnet die Fed in den kommenden Monaten mit einer "gedämpften" Preisentwicklung. Fed-Chef Bernanke sprach zudem von einer "eher niedrigen" Inflation in den kommenden Jahren. Laut der aktuellen Prognose erwarten die Währungshüter die Kerninflationsrate im kommenden Jahr bei 1,5 bis 2,0 Prozent und damit in der Nähe des von der US-Notenbank angestrebten Wertes von knapp unter 2,0 Prozent. FED ERWARTET KEINE SCHNELLE BESSERUNG AM ARBEITSMARKT Bei der an den Finanzmärkten stark beachteten Lage am Arbeitsmarkt erwartet die US-Notenbank keine schnelle Verbesserung. Bernanke rechnet mit einer weiter "sehr hohen" Arbeitslosenquote. In ihrer Prognose sieht die Fed die Quote für das Ende des Jahres bei 8,2 Prozent bis 8,5 Prozent. Für US-Maßstäbe ist dies eine nach wie vor sehr hohe Arbeitslosigkeit. Längerfristig wollte die Fed keine Prognose für die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt abgeben. Außerdem beschloss die Fed wie bereits in der vergangenen Zinssitzung eine Fortsetzung des Programms zur Umwandlung der Laufzeiten von Anleihen (Operation Twist). Die Zinsentscheidung fiel laut Mitteilung im geldpolitischen Ausschuss der Notenbank mit 9 zu 1 Stimmen. Von den 10 Mitgliedern stimmte lediglich Jeffrey Lacker gegen die Entscheidung.
WASHINGTON (dpa-AFX)


