30.11.2012 09:30
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Vorsicht bei der Renditejagd!

Keine Frage: 2012 war kein gutes Jahr für den Euro. Der Streit um die Rettung Griechenlands...
... und die Unterstützung südeuropäischer Länder samt betroffenen Banken hat gerade der traditionellen Skepsis der Deutschen gegenüber der europäischen Einheitswährung und der Europäischen Zentralbank (EZB) neue Nahrung gegeben. Trotzdem: Kurz vor Ende dieses Jahres gilt es festzuhalten, dass die EZB unter Führung ihres Präsidenten Mario Draghi mit ihren teils umgesetzten, teils angekündigten Rettungsmaßnahmen erheblich zum Abbau der systemischen Risiken beigetragen hat.

Von Claus Walter, Freiburger Vermögensmanagement GmbH

Die Politik der niedrigen Zinsen und die Flutung der Märkte mit Liquidität hat natürlich ihren Preis: Gerade deutsche Anleger können mit den Erträgen aus festverzinslichen Anlagen nach Abzug der Inflationsrate langfristig kaum die Kaufkraft ihres Vermögen erhalten. Aber das ist von der EZB und auch von der US-Notenbank Fed in gewisser Weise so gewollt. Denn der Schuldenabbau der Staaten wird kaum alleine über Sparmaßnahmen gelingen. Ein Teil des Problems wird vielmehr über die Entwertung der Schulden gelöst werden, in die ja die Ersparnisse der Anleger investiert sind.

Viele Anleger stehen daher vor der Frage, wie sie ihr Vermögen vor Kaufkraftverlusten schützen können. Die Lösung wird aber nicht in einer ungebremsten Jagd nach Hochzinsanlagen liegen können. Denn obwohl davon auszugehen ist, dass das Zinsniveau an den Rentenmärkten im Jahr 2013 niedrig bleiben wird, kann niemand ausschließen, dass unerwartet genau das Gegenteil eintritt.

Es gilt daher, die Renditechancen in allen Anlagesegmenten gezielt und selektiv zu nutzen. Dazu gehören an erster Stelle Sach- und Produktivwerte, also vor allem Aktien. Gerade die Anteile großer international agierender Konzerne bieten attraktive Renditen. Auch die oft günstige Bewertung zeigt, dass die Risiken eines konjunkturellen Dämpfers bereits vielfach eingepreist sind.

Eine Alternative dazu sind Unternehmensanleihen. Im Gegensatz zu Aktien sind die Risikoprämien aufgrund der großen Nachfrage der Anleger schon deutlich gesunken. Hier bieten sich daher nur noch selektiv Chancen, wobei kurze und mittlere Laufzeiten bevorzugt werden sollten.

Erste Lichtblicke sind im Bereich der Staatsanleihen zu verzeichnen, so gerade bei Italien. Das Land hat weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit große Reformfortschritte gemacht und das strukturelle Haushaltsdefizit deutlich abgebaut. Der Fokus sollte sich hier ebenfalls auf kurze, maximal mittlere Laufzeiten konzentrieren. Wer generell Währungsschwankungen nicht scheut, findet auch interessante Alternativen außerhalb des Euroraums. An erster Stelle steht für uns dabei Norwegen, aber auch bei Anleihen einiger aufstrebender Entwicklungsländer lohnen sich dosierte Engagements.

Insgesamt werden die Anleger auch im Jahr 2013 mit einer hohen Unsicherheit an den Finanzmärkten leben müssen. Der beste Schutz des Vermögens bietet daher weiterhin eine klassische, diversifizierte Vermögensstrategie – angepasst an die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Anlegers.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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