05.09.2013 16:14
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Draghi bestätigt Niedrigzinsausblick der EZB

€-Volkswirtschaft schwach: Draghi bestätigt Niedrigzinsausblick der EZB | Nachricht | finanzen.net
€-Volkswirtschaft schwach

Die Europäische Zentralbank wird ihre Leitzinsen voraussichtlich für längere Zeit unverändert lassen oder sogar senken.

Mit dieser Aussage hat EZB-Präsident Mario Draghi die Forward Guidance der EZB wie weithin erwartet bestätigt. In seiner monatlichen Pressekonferenz sagte Draghi in Frankfurt, die EZB rechne damit, dass die Leitzinsen für längere Zeit auf ihrem aktuellen Niveau bleiben oder sogar sinken werden. Draghi band diese Aussage wie üblich an die Bedingung, dass die Inflation mittelfristig niedrig bleibt.

   Draghi gab zu erkennen, dass der EZB-Rat die Entwicklung der Zinsen am Interbankenmarkt genau beobachtet. Der Abbau überschüssiger Liquidität durch die Rückzahlung von Geldern aus den beiden Dreijahrestender der EZB sei alles in allem eine positive Sache, sagte Draghi. Dass die Banken dazu bereit sind, erklärte der EZB-Präsident mit der besseren Verfassung der Finanzmärkte, der geringeren Fragmentierung der Eurozone und dem anhaltenden Fremdkapitalabbau der Banken. "Wir werden besonders darauf achten, wie sich das auf unsere geldpolitische Ausrichtung auswirkt", sagte er.

   Draghi zeichnete in seiner Erklärung das Bild einer unverändert schwachen Euro-Volkswirtschaft, die von hoher Arbeitslosigkeit und den Bilanzreparaturen der Finanz- und Realwirtschaft belastet ist. Gleichwohl fielen die neuen Wachstumsprognosen des EZB-Stabs für das laufende Jahr etwas optimistischer als im Juni aus.

   Die Prognose für 2013 wurde von minus 0,6 auf 0,4 minus Prozent angehoben, während die Wachstumsprognose für 2014 von 1,1 auf 1,0 Prozent minimal gesenkt wurde. Auch die Inflationsprognosen wurde leicht geändert. Die Prognose für 2013 stieg von 1,4 auf 1,5 Prozent, während die für 2014 mit 1,3 Prozent bestätigt wurde. Der EZB-Rat macht sich die Prognosen seiner Experten nicht zu eigen, sie stellen aber aus konjunktureller Sicht die wichtigste Arbeitsgrundlage dar.

   Die Konjunktur im Euroraum hat sich im dritten Quartal weiter verbessert. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft lag bereits im Juli über der Wachstumslinie von 50 Punkten und ist im August weiter auf 51,5 gestiegen. Das war der höchste Wert seit über zwei Jahren.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com   DJG/hab/chg Dow Jones Newswires Von Hans Bentzien

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