05.07.2013 14:27
Bewerten
 (0)

WDH/ROUNDUP 2: Hohe Zinsen sollen Bürger beim Netzausbau locken

    (Neu: Weitere Details, Reaktionen)

    BERLIN (dpa-AFX) - Die Bürger sollen sich finanziell am Bau von neuen Stromautobahnen beteiligen können - und für ihr Geld bis zu fünf Prozent Zinsen bekommen. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) legten dazu am Freitag in Berlin ein Eckpunktepapier vor. Mit der "Bürgerdividende" soll die Akzeptanz der betroffenen Bürger für den Netzausbau erhöht werden.

    Bürger sollen bei einer Leitung über ihre Anteile insgesamt 15 Prozent der Investitionssumme finanzieren können. Die Einlage soll mindestens 1000 Euro betragen. Vorrang genießen dabei die Anwohner neuer Leitungsprojekte. Insgesamt sollen von Nord nach Süd neue Höchstspannungsleitungen mit 2800 Kilometern Länge gebaut werden. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt - zusammen mit einer Optimierung bestehender Leitungen - rund zehn Milliarden Euro bis zum Jahr 2022.

    Mit den vier Übertragungsnetz-Betreibern 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW unterzeichneten die Minister eine entsprechende Erklärung, die die Beteiligung am Netzausbau für die Bürger öffnet. Rösler betonte: "Das ist ein guter Tag für die Umsetzung der Energiewende." Statt bisher zehn Jahren Planungs- und Bauzeit für eine neue Höchstspannungsleitung solle diese auf vier Jahre verkürzt werden. Dafür sei die Akzeptanz der Bürger vor Ort entscheidend, sie hätten durch den Anteilekauf und feste Renditen einen Mehrwert.

    Die Umsetzung dürfte aber erst nach der Bundestagswahl geklärt werden. Ein Pilotprojekt gibt es seit Juni in Schleswig-Holstein - hierfür gibt es laut Martin Fuchs, Geschäftsführer des Betreibers Tennet, bereits tausende Interessenten. "Die Energiewende wird dann erfolgreich sein, wenn sie in Wirtschaft und Gesellschaft von vielen Akteuren getragen wird", sagte Altmaier. Dies sei nach Bürgerwindparks und Bürger-Solaranlagen ein weiterer Schritt.

    Normalerweise besorgen sich die Netzbetreiber das Geld über den Kapitalmarkt, über die Netzentgelte im Strompreis werden die Investitionen refinanziert. Diese machen heute etwa ein Viertel des Strompreises aus und dürften durch den Netzausbau weiter steigen. Mehrkosten durch die Bürgerbeteiligung sollen den betroffenen Netzbetreibern über die Netzentgelte erstattet werden: Denn sie müssen an die Bürger höhere Zinsen zahlen als am Kapitalmarkt. Der Grünen-Politiker Oliver Krischer kritisierte, dass Altmaier bereits letztes Jahr so etwas angekündigt habe und ein wenig konkretes Eckpunktepapier kurz vor der Wahl vorlege. "Was stets fehlt sind die Taten nach seinen vollmundigen Ankündigungen", sagte Krischer./ir/DP/kja

Heute im Fokus

DAX geht stabil ins Wochenende -- Wall Street freundlich -- PayPal-Deal mit Visa -- ElringKlinger kassiert Prognose -- Starbucks, Boeing, AMD im Fokus

Teile ehemaliger Bilfinger-Sparte offenbar wieder zum Verkauf. Rekordtransfer: Schürrle-Wechsel zum BVB offiziell. Gewinneinbruch bei American Airlines. GE punktet mit Energie und Luftfahrt. VW-Konzern setzt in Südkorea Verkauf von 79 Modellen aus. Heideldruck-Chef Linzbach verlässt Unternehmen. EZB-Vertreter: Probleme italienischer Banken lösbar.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.
Die wertvollsten Marken 2016
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Die Bundesregierung sieht keine Auswirkungen des Putschversuchs in der Türkei auf das Flüchtlingsabkommen mit der EU. Sehen Sie das auch so?