11.01.2013 12:01
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EU will Euribor-System entschlacken

Weniger Laufzeiten
Die Europäische Union (EU) will das kaum durchschaubare System von Referenzzinsen für Bankgeschäfte als Folge des Skandals um mögliche Manipulationen vereinfachen.
Die Anzahl der sogenannten Euribor-Zinssätze soll mindestens halbiert werden. Künftig solle es nur noch maxmial sieben statt der bisher 15 verschiedene Laufzeiten geben, teilten die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) sowie die Europäische Bankenaufsicht (EBA) am Freitag in Paris und London mit. Der Europäische Bankenverband (EBF) müsse zudem die Prozesse bei der Ermittlung der Sätze verbessern, um sicherzustellen, dass keine Bank die Euribor-Zinsen manipulieren kann.

    Die EU hatte im Oktober wegen des Verdachts einer möglichen Manipulation von Zinssätzen Büros einiger Geldhäuser in mehreren Ländern durchsucht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg sollen sie versucht haben, den Referenzzins zu beeinflussen, um sich Vorteile im Derivatehandel zu verschaffen. Der Euribor (Euro Interbank Offered Rate) ist der Zinssatz, den europäische Banken untereinander beim Handel von Einlagen verlangen. Euribor und Libor gelten als Referenz für Geldgeschäfte in Billionenhöhe, auch Kredite orientieren sich daran.

    Derzeit laufen weltweit Ermittlungen, ob Banken Referenzzinssätze wie den Euribor manipuliert haben, um damit ihre Gewinne zu steigern. Dabei steht der in London festgestellte Zinssatz Libor im Mittelpunkt. Im Zusammenhang mit den Libor-Ermittlungen haben bereits zwei Banken Vergleiche mit den Behörden abgeschlossen. Die UBS hatte dafür im Dezember rund 1,15 Milliarden Euro bezahlt - bei Barclays waren es rund 350 Millionen Euro. In Deutschland laufen Ermittlungen der Finanzaufsicht Bafin, die aber noch bis mindestens Ende März andauern. Hierzulande steht vor allem die Deutsche Bank unter Verdacht.

BRÜSSEL/PARIS (dpa-AFX)

Bildquellen: Gunnar Pippel / Shutterstock.com
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