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12.01.2012 14:01

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ZINSENTSCHEID

EZB lässt Leitzinsen wie erwartet unverändert


Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat seine Leitzinsen wie erwartet nicht geändert.

Wie die EZB mitteilte, liegt der Hauptrefinanzierungssatz weiterhin bei 1,00 Prozent. Auch der Spitzenrefinanzierungssatz und der Einlagensatz wurden mit 1,75 und 0,25 Prozent bestätigt. Damit hat die EZB ihre Zinsen erstmals seit November 2011, als Präsident Mario Draghi sein Amt antrat, nicht gesenkt. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte rechnen derzeit mit knapper Mehrheit damit, dass der Leitzins bis weit ins kommende Jahr hinein unverändert bleiben wird.

   Draghi wird den Zinsbeschluss bei einer um 14.30 Uhr beginnenden Pressekonferenz erläutern. Im Mittelpunkt des Interesses werden dabei Äußerungen zu den Wachstums- und Inflationserwartungen der EZB sowie Forderungen von politischer Seite nach einer stärkeren Rolle der EZB bei der Krisenbewältigung stehen.

   Die Wachstumsaussichten für den Euroraum haben sich in letzter Zeit weiter eingetrübt, was eine Prognosesenkung durch den EZB-Stab nach sich ziehen dürfte und als Grundlage einer weiteren Zinssenkung dienen könnte. Eine Revision der Stabsprojektionen steht zwar erst im März auf der Tagesordnung, doch hat das Vorgehen der EZB Ende 2011 gezeigt, dass sie unter Umständen bereit ist, im Vorgriff auf spätere Prognosesenkungen ihre Zinsen zu reduzieren. Allerdings ist der Preisauftrieb mit 2,8% derzeit deutlich höher als das mittelfristige Preisstabilitätsziel der EZB von knapp 2% Teuerung.

   Forderungen nach verstärkten Staatsanleihekäufen durch die Zentralbanken des Euroraums hat Draghi in letzter Zeit wiederholt eine Absage erteilt. Gleichwohl kommen Forderungen nach solchen Maßnahmen immer wieder auf. So sagte der italienische Ministerpräsident Mario Monti am Donnerstag im Parlament, er hoffe, dass sich die EZB nach Umsetzung des neuen Fiskalpakts von 26 EU-Ländern "entspannen" werde.

FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: Ingo Heemeier

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