14.09.2017 17:59
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MÄRKTE EUROPA/Spekulation auf steigende Zinsen nimmt zu

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Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--An Europas Börsen hat sich am Donnerstag keine einheitliche Tendenz durchgesetzt. Der DAX fiel um 0,1 Prozent auf 12.540 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 zog dagegen um 0,2 Prozent auf 3.529 Punkte ab. Neue US-Preisdaten hatten auf den ersten Blick kaum Einfluss: Nach einem kurzen Dollar-Anstieg hat sich der Euro wieder auf 1,1885 Dollar erholt, und der Bund-Future lag ebenfalls eng am Schlussstand vom Mittwoch, obwohl die Preise in den USA erstmals seit Monaten stärker als erwartet gestiegen sind. Außerdem hatte die Bank of England bereits am Mittag deutliche Hinweise auf höhere Zinsen gegeben.

Am Aktienmarkt bewegte die Spekulation auf steigende Zinsen die Kurse deutlich. Denn unter Druck standen besonders die so genannten defensiven oder zinsreagiblen Branchen, die unter steigenden Zinsen leiden. So gab der Stoxx-Index der europäischen Versorger-Aktien um 0,5 Prozent nach. Der Index der Telekom-Titel fiel um 0,4 Prozent, auch die Hersteller von Gütern des täglichen Bedarfs sowie die Nahrungsmittelaktien verloren an Boden. Dagegen stieg der Index der Banken um 0,3 Prozent, Banken würden besonders stark von höheren Zinsen profitieren.

Auch Einzelhandelsaktien legten mit einem Plus von 1,2 Prozent deutlich zu. Hier gewannen die Aktien des britischen Textileinzelhändlers Next 13 Prozent, nachdem das Unternehmen den Ausblick angehoben hat.

Unter schwächeren China-Daten litten in Europa allerdings die Rohstoffwerte. Ihr Branchen-Index stellte mit einem Abschlag um 1,4 Prozent den mit Abstand schwächsten Sektor. Dagegen zog der Index der Ölaktien um 0,8 Prozent an. "Es wird weiter massiv umgeschichtet von Kupfer- in Ölwerte", sagte ein Händler. Der Kupferpreis sei vor Wochen als erster Konjunkturindikator kräftig nach oben gelaufen, nun werde nach Nachzüglern im Sektor gesucht. Vor allem Ölwerte stünden ganz oben auf der Kaufliste, seitdem sich der WTI-Preis immer deutlicher um 50 Dollar stabilisiere.

Conti Gewinner, Deutsche Börse Verlierer Nummer eins

Der Branchenindex der Autotitel legte im Umfeld der IAA um weitere 0,8 Prozent zu. Besonders ausgewählte Zulieferer waren gesucht, Händler sprachen von Nachholbedarf. Im DAX stellten Continental mit einem Aufschlag 2,1 Prozent den größten Gewinner.

Deutsche Börse waren dagegen mit einem Minus von 1,7 Prozent größter DAX-Verlierer. Grund war laut Händlern dabei allerdings weniger die akzeptierte Geldbuße wegen angeblichen Insiderhandels in Höhe von 10,5 Millionen Euro, sondern das aufgeschobene Aktienrückkaufprogramm. "Das dürften einige Analysten schon in ihren Gewinnschätzungen je Aktie drin gehabt haben", sagte ein Händler. Der Rückkauf über 200 Millionen Euro kann sich nun bis zum Ende des ersten Halbjahres 2018 hinziehen.

Zugleich stieß die von der Deutschen Börse akzeptierte Geldbuße auf ein positives Echo. Damit komme man einer Einstellung des Ermittlungsverfahrens einen Schritt näher, das einer Vertragsverlängerung von Börsenchef Carsten Kengeter im Wege steht. Allerdings ist Kengeter selbst dann noch nicht aus dem Schneider, sollte das Amtsgericht der Einigung mit der Staatsanwaltschaft zustimmen. Denn noch steht das Urteil der hessischen Börsenaufsicht und der Bafin aus. Beobachter gehen nicht davon aus, dass der Vertrag von Kengeter verlängert wird, sollten Börsenaufsicht und Bafin keine Unbedenklichkeitserklärungen abgeben.

Krones und Siltronic sehr fest

Im MDAX stiegen Krones um 3,7 Prozent. Das Unternehmen profitierte von der Drinktec, der Fachmesse der Branche. Hier habe Krones neue Wachstumsmöglichkeiten aufgezeigt. Daneben profitierte der Kurs von einer Kaufempfehlung durch Baader-Helvea. Das dort aufgezeigte Kursziel von 110 Euro hat die Aktie allerdings schon hinter sich gelassen.

Im TecDAX stiegen Siltronic um 5,5 Prozent. "Die angekündigten Dividenden sind viel höher als erwartet", sagte ein Händler. Siltronic will künftig etwa 40 Prozent des Konzerngewinns ausschütten. "Bei einem erwarteten Gewinn je Aktie von etwa 4,60 Euro wären das 1,85 Euro", so der Händler. Der Markt habe lediglich mit einer "kleinen" Anlauf-Dividende von 0,31 Euro gerechnet.

===

Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung

stand absolut in % seit

Jahresbeginn

Euro-Stoxx-50 3.526,48 +3,34 +0,1% +7,2%

Stoxx-50 3.111,55 +3,12 +0,1% +3,4%

Stoxx-600 381,79 +0,45 +0,1% +5,6%

XETRA-DAX 12.540,45 -13,12 -0,1% +9,2%

FTSE-100 London 7.295,39 -84,31 -1,1% +2,1%

CAC-40 Paris 5.225,20 +7,61 +0,1% +7,5%

AEX Amsterdam 529,34 +0,65 +0,1% +9,6%

ATHEX-20 Athen 2.080,38 -51,55 -2,4% +19,5%

BEL-20 Bruessel 3.989,41 +0,29 +0,0% +10,6%

BUX Budapest 38.243,20 +124,11 +0,3% +19,5%

OMXH-25 Helsinki 3.923,12 -20,72 -0,5% +6,6%

ISE NAT. 30 Istanbul 132.636,90 +240,18 +0,2% +38,9%

OMXC-20 Kopenhagen 1.022,23 -0,05 -0,0% +15,6%

PSI 20 Lissabon 5.168,87 +32,64 +0,6% +11,2%

IBEX-35 Madrid 10.361,10 -9,90 -0,1% +10,8%

FTSE-MIB Mailand 22.281,14 +47,84 +0,2% +15,8%

RTS Moskau 1.125,69 +7,31 +0,7% -2,3%

OBX Oslo 692,78 +0,91 +0,1% +12,2%

PX-GLOB Prag 1.366,67 -0,64 -0,0% +14,0%

OMXS-30 Stockholm 1.587,52 +7,49 +0,5% +4,6%

WIG-20 Warschau 2.507,43 +7,27 +0,3% +28,7%

ATX Wien 3.283,99 +3,58 +0,1% +25,4%

SMI Zuerich 9.071,43 +17,60 +0,2% +10,4%

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 7:58 Uhr Mi, 18.05 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1886 +0,09% 1,1876 1,1899 +13,0%

EUR/JPY 131,54 +0,27% 131,19 131,60 +7,0%

EUR/CHF 1,1483 +0,29% 1,1450 1,1470 +7,2%

EUR/GBP 0,8873 -1,34% 0,8993 1,1109 +4,1%

USD/JPY 110,67 +0,18% 110,48 110,60 -5,3%

GBP/USD 1,3397 +1,46% 1,3205 1,3218 +8,6%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 50,17 49,3 +1,8% 0,87 -12,0%

Brent/ICE 55,75 55,16 +1,1% 0,59 -5,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.325,25 1.323,25 +0,2% +2,00 +15,1%

Silber (Spot) 17,71 17,78 -0,4% -0,07 +11,2%

Platin (Spot) 981,40 980,75 +0,1% +0,65 +8,6%

Kupfer-Future 2,94 2,96 -0,8% -0,02 +16,4%

===

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/raz

(END) Dow Jones Newswires

September 14, 2017 12:00 ET (16:00 GMT)

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