Abgeltungssteuerrechner

Über den Abgeltungssteuerrechner

Seit dem Jahr 2009 gilt in Deutschland die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge. Haben Sie mit Ihren Aktien Gewinne gemacht oder Dividenden erhalten, so werden diese nun mit pauschal 25 Prozent besteuert. Hinzu kommen noch 5,5 Prozent dieses Betrages als Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die je nach Bundesland unterschiedliche Kirchensteuer von 8 bis 9 Prozent. Falls Sie mit Ihren Finanzgeschäften ein glückliches Händchen hatten und Erträge erzielen konnten, können Sie mit dem Abgeltungssteuerrechner von finanzen.net schnell und bequem berechnen lassen, welcher Betrag tatsächlich auf ihr Konto wandert. Tragen Sie dazu beim Abgeltungssteuerrechner einfach die Höhe Ihrer Kapitaleinkünfte in das dafür vorgesehene Feld ein. Geben Sie dann an, ob Sie ledig oder verheiratet sind. Der Abgeltungssteuerrechner berücksichtigt damit automatisch den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro für Ledige beziehungsweise 1602 Euro für Verheiratete. Nachdem Sie noch angegeben haben, ob Sie Kirchensteuer bezahlen müssen und in welchem Bundesland Sie leben, erhalten Sie vom Abgeltungssteuerrechner ihr Ergebnis in tabellarischer Form. Dabei wird Ihnen vom Abgeltungssteuerrechner angegeben, wie viel Sie von ihrem Sparer-Pauschbetrag ausschöpfen und wie hoch die fällige Abgeltungssteuer, der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer ausfallen. Am Schluss berechnet der Abgeltungssteuerrechner von finanzen.net die Höhe Ihrer Einkünfte nach Steuern.

Die Abgeltungssteuer gilt ab 2009! – Was Sie wissen sollten.

 Was ist die Abgeltungssteuer?

Die Abgeltungssteuer ist eine Steuer auf Kapitaleinkünfte, die im Privatvermögen erzielt werden. Diese betrifft Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Der Satz der Abgeltungssteuer beträgt 25 Prozent und kommt ab dem 1. Januar 2009 zum Tragen. Zusätzlich müssen jeweils Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer abgeführt werden.

 Wen betrifft die Abgeltungssteuer?

Von der Abgeltungssteuer betroffen sind alle Geldsparer, Aktien-, Zertifikate- und Fondsanleger, die daraus Einnahmen erzielen.

 Allgemeine Änderungen durch die Abgeltungssteuer

Bisher waren für Ledige 750 Euro an Kapitaleinkünften per anno steuerfrei, zudem gab es eine Werbekostenpauschale von 51 Euro, für Ehepaare verdoppeln sich die jeweiligen Freibeträge, weitere Werbungskosten konnten zusätzlich abgezogen werden.
Verluste die innerhalb einer Spekulationsfrist erzielt wurden, können nur mit Gewinnen vom gleichen Zeitraum verrechnet werden.

Ab dem 01.01.09 werden die bisherigen Freibeträge zu einem Sparer-Pauschalbetrag zusammengefasst, dieser beträgt für Ledige 801 Euro sowie das Doppelte für Ehepaare, somit 1.602 Euro. Die Abrechnung von Werbekosten entfällt komplett, jedoch können bei Veräußerung anfallende Zusatzkosten abgezogen werden.
Unabhängig von den jeweiligen Fristen sind Gewinne steuerpflichtig, Verluste sind mit Kapitalerträgen verrechenbar. Bei Aktien können Verluste allerdings nur mit Gewinnen aus Aktien verrechnet werden.
Bis Ende 2008 aufgelaufene Altverluste können nach einer Übergangsregelung bis 2013 noch mit neuen Gewinnen verrechnet werden.

 Auswirkungen der Abgeltungssteuer auf Ihre Finanzprodukte

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Aktien
Bisher sind Dividenden zur Hälfte steuerfrei und werden danach mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz besteuert.
Zudem sind Veräußerungsgewinne bei Aktien bei einer Haltefrist von unter einem Jahr zur Hälfte steuerpflichtig, Steuerfreiheit nach Haltefrist von einem Jahr.
Werden Aktien noch in 2008 veräußert, gilt noch die Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltefrist.

Ab dem 01.01.09 gilt der Satz der Abgeltungssteuer von 25 Prozent für die gesamte Dividende und Aktienkursgewinne.
Zudem ist die Haltefrist irrelevant, alle Veräußerungsgewinne sind steuerpflichtig und die Abgeltungssteuer von 25 Prozent kommt zum Tragen.
Anleihen
Bisher sind Zinserträge nach individuellem Zinssatz zu versteuern, wenn sie den Sparerfreibetrag von 801 Euro für Alleinstehende und 1.602 Euro für Eheleute übersteigen. Innerhalb der zwölfmonatigen Spekulationsfrist müssen Kursgewinne ebenfalls versteuert werden, falls sie über dem Freibetrag von 511,99 Euro liegen.

Ab dem 01.01.09 unterliegen Zinsen und Kurserträgen der Abgeltungssteuer von 25 Prozent anstelle des persönlichen Einkommenssteuersatzes.
Investmentfonds
Bisher sind Erträge, ob ausgeschüttet oder erneut angelegt, individuell steuerpflichtig.
Gewinne aus Veräußerung von Papieren und Termingeschäften sind nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei. Steuerfreiheit gilt für ausgeschüttete Erträge, wenn Fondsanteile vor dem 1. Januar gekauft und Termingeschäfte vor dem Stichtag vorgenommen wurden.

Ab dem 01.01.09 sind Erträge, ob ausgeschüttet oder wieder angelegt, mit dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent zu versteuern.
Gewinne aus Veräußerung von Fonds, Anteilen und Termingeschäften werden bei Ausschüttung ebenfalls von der Abgeltungssteuer erfasst.
Dachfonds
Dachfonds erzielen je nach Ausrichtung und Streuung Kapitalerträge aus Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen. Bisher werden Zinsen mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Einkünfte aus Dividenden sind nur zur Hälfte zu versteuern. Kursgewinne sind nach Kauf und Verkauf von Anteilen innerhalb eines Jahres ebenso steuerpflichtig. Kursgewinne aus Verkäufen nach der Frist von einem Jahr sind steuerfrei.

Ab dem 01.01.09 können mit Dachfonds dauerhaft abgeltungssteuerfreie Erträge durch Umschichtungen erzielt werden. Während bei einer Umschichtung der Investition in einzelne Aktienfonds Kursgewinne der Abgeltungssteuer unterliegen, kann der Manager Umschichtungen vornehmen, ohne dass hierfür Abgeltungssteuer anfällt. Somit kann in aktiv gemanagte Dachfonds statt in einzelne Aktienfonds investiert und selbst Umschichtungen vorgenommen werden, ohne dass die Abgeltungssteuer zum Tragen kommt.
Erträge aus Zinsen
Bisher gilt die Steuerpflicht nach persönlichem Steuersatz.

Ab dem 01.01.09 werden alle Zinserträge, die ab dem 1. Januar gutgeschrieben werden, mit dem 25-Prozentsatz der Abgeltungssteuer versteuert, der Zeitpunkt des Erwerbs spielt keine Rolle.
Kursgewinne & Finanzinnovationen
Bisher sind Kursgewinne lediglich bei einer Haltefrist von weniger als einem Jahr steuerpflichtig. Gewinne aus sogenannten Finanzinnovationen, wie beispielsweise Zertifikate mit Kapitalgarantie und Aktienanleihen, sind ohne Berücksichtigung einer Frist immer steuerpflichtig.

Ab dem 01.01.09 ist bei Kursgewinnen die Abgeltungssteuer von 25 Prozent fällig. Die Differenz zwischen Kauf und Verkauf unterliegt nun der Abgeltungssteuer. Wurden Papiere vor dem Stichtag erworben, gilt die Steuerfreiheit nach einer Haltefrist von einem Jahr. Dies gilt nicht für Finanzinnovationen, da diese bereits zuvor steuerpflichtig waren.
Zertifikate ohne Kapitalgarantie
Bisher gilt Steuerfreiheit nach Einhaltung einer einjährigen Haltefrist.

Ab dem 01.01.09 wird bei Risiko-Zertifikaten bei Gewinnen aus Veräußerungen die Abgeltungssteuer von 25 Prozent fällig. Steuerfreiheit nach einjähriger Haltedauer gilt weiterhin für Zertifikate, die vor dem 15. März 2007 angeschafft wurden. Wurden Zertifikate ab dem 15. März 2007 erworben und werden bis zum 30. Juni 2009 verkauft, kommt noch die Steuerfreiheit nach einjähriger Haltedauer zum Tragen. Veräußerungs- und Einlösungsgewinne nach dem 30. Juni 2009 werden ebenfalls wie Neuanschaffungen mit 25 Prozent per Abgeltungssteuer versteuert.
Festgeld & Zinsanlagen
Ab dem 01.01.09 unterliegen Zinsen aus Festgeldanlagen sowie Zinsanlagen der Abgeltungssteuer. Zinserträge aus Bankguthaben, welche aufgrund einer gewerblichen Tätigkeit anfallen, unterliegen nicht der Abgeltungssteuer.
Immobilien & -fonds
Bisher können nach einer zehnjährigen Haltefrist vermietete Immobilien steuerfrei weiterverkauft werden. Mieteinnahmen aus einer Immobilie unterliegen dem individuellen Steuersatz. Eigengenutzte Immobilien können auch innerhalb der Zehnjahresfrist veräußert werden, ohne dass auf die erzielten Gewinne Steuern zu entrichten sind.

Ab dem 01.01.09 bleiben Immobilien sowie offene und geschlossene Immobilienfonds von der Abgeltungssteuer unberührt.
Riesterverträge, Rürup-Rente und betriebliche Vorsorgepläne
Riesterverträge, Rürup-Rente und betriebliche Vorsorgepläne bleiben von der Abgeltungssteuer unberührt. Sie sind in der Ansparphase steuerfrei und bei der Auszahlung gilt der persönliche Einkommenssteuersatz.
Private Renten- sowie Kapitallebensversicherungen
Private Renten- sowie Kapitallebensversicherungen sind, solange sie vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden, und mindestens zwölf Jahre gehalten werden, ebenfalls nicht von der Abgeltungssteuer betroffen. Die Einlösung oder Veräußerung einer Kapitallebensversicherung wird außerhalb jener Zwölfjahresfrist und vor dem 60. Lebensjahr allerdings mit dem Satz der Abgeltungssteuer von 25 Prozent besteuert.

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Die Abgeltungssteuer in Europa

 Schweiz
In der Schweiz ist dem Gesetzgeber per Volksabstimmung untersagt worden, auf Kursgewinne zuzugreifen. Dennoch besteht eine Verrechnungsteuer von 35 Prozent im Sinne der einstigen deutschen Kapitalertragssteuer.
 Österreich
Spekulationsgewinne werden mit individuellem Steuersatz besteuert. Eine Steuer von 25 Prozent entfällt auf Kapitalerträge, insbesondere Zinsen und Dividenden. Gewinne aus Aktienverkäufen nach einer Haltedauer von einem Jahr bleiben steuerfrei. Mit der Abgeltungssteuer ist ebenfalls die Erbschaftssteuer abgegolten.
 Luxemburg
Kursgewinne sind steuerfrei, ansonsten entfällt eine 10-prozentige Abgeltungssteuer unter anderem auf Festgeld, Sparkonten und Anleihen.
 Italien
Auf Dividenden und Kursgewinne entfällt eine Abgeltungssteuer von 12,5 Prozent. Auf Zinsen und andere Kapitalerträge entfällt eine Steuer von 25 Prozent.
 Großbritannien
Für Kapitalerträge gelten zu besteuernde Betragsgrenzen von bis zu 8.800 Pfund Sterling in Großbritannien.
 Frankreich
In Frankreich gelten für Kapitalerträge zu besteuernde Betragsgrenzen von bis zu 20.000 Euro.
 Finnland
In Finnland beträgt die Abgeltungssteuer 28 Prozent.
 Schweden
In Schweden müssen gar 30 Prozent an den Fiskus abgeführt werden.
 Tschechien
In Tschechien fallen 15 Prozent Abgeltungssteuer auf Zinsen an.
 Polen
In Polen gilt eine 15-prozentige Abgeltungssteuer auf Zinsen.
 Belgien
In Belgien müssen Zinsen mit 15 Prozent besteuert werden, während auf Dividenden ein Satz von 25 Prozent entfällt.

Vor- und Nachteile der Abgeltungssteuer

 Vorteile ab 01.01.09

Die Bank führt die Abgeltungssteuer direkt an das Finanzamt ab, somit müssen Anleger ihre Erträge nicht mehr in der Steuererklärung angeben. Im Ausland realisierte Kapitalerträge sind aber weiterhin in der Steuererklärung anzugeben, sodass das Finanzamt die Abgeltungsteuer erheben kann. Anleger mit einem hohen individuellen Einkommenssteuersatz kommen mit dem pauschalen Abgeltungssteuerabschlag von 25 Prozent mitunter besser davon. Die Spekulationsgewinnbesteuerung innerhalb einer Frist von zwölf Monaten entfällt, somit werden kurzfristige Aktiengeschäfte steuerlich besser gestellt.
Wenn der persönliche Einkommenssteuersatz des Anlegers unter dem Satz der Abgeltungssteuer von 25 Prozent liegt, besteht die Möglichkeit, das alte Besteuerungsverfahren nach dem individuellen Steuersatz zu wählen. Dies läuft allerdings wieder über die Steuererklärung – die Differenz wird dem Anleger vom Finanzamt zurückerstattet.

 Nachteile ab 01.01.09

Erzielte Kursgewinne müssen von nun an versteuert werden. Bei Fonds liegt der Nachteil in der vollen Besteuerung von Dividenden, die nach bisherigem Recht nur mit dem Halbeinkünfteverfahren besteuert werden. Zudem werden aufgrund des Wegfalls der Spekulationsgewinnbesteuerung innerhalb einer Frist von zwölf Monaten zwar kurzfristige Aktiengeschäfte steuerlich besser gestellt, der langfristige Vermögensaufbau durch Aktien- und Aktienfonds muss jedoch einen größeren Abschlag hinnehmen.

 Berücksichtigung von Verlusten

Gewinne und Verluste werden zunächst von der Bank verrechnet, wobei Verluste aus Aktien nur mit Gewinnen aus Aktien verrechnet werden können. Falls unter dem Strich ein Verlust generiert wurde, kann dieser auf das nächste Jahr übertragen oder bis zum 15. Dezember des aktuellen Jahres bescheinigt und somit mit Kapitaleinkünften bei anderen Banken oder auf die Folgejahre angerechnet werden. Für Verluste, welche vor dem 1. Januar 2009 aufgelaufen sind, gilt eine Übergangsregelung. Diese können bis zum Jahr 2013 verrechnet werden. Die Verrechnung mit Zinseinkünften oder Dividendenausschüttungen ist indes nicht möglich.