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3D-Druck für zu Hause
Der 3D-Druck ist nicht nur Unternehmen vorbehalten. Seit einigen Jahren gibt es eine sogenannte Maker-Bewegung, die in den USA schon relativ groß ist und sich langsam auch in Deutschland etabliert.
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Teure Drucke

Maker nennen sich Menschen, die gern selbst anpacken. Sie sind das, was früher Tüftler oder Heimwerker genannt wurde. Der große Unterschied: Sie benutzen nicht nur Hammer und Bohrmaschine für ihre Projekte, sondern auch neue Technologien wie 3D-Drucker und Laser-Cutter. Häufig treffen sich die Maker in sogenannten FabLabs, also in Fabrikationslaboren.

Das GarageLab e. V. in Düsseldorf ist ein solcher Ort. "Wir verbinden klassische Handwerksmethoden, bei denen mit Holz und Metall gearbeitet wird, und moderne Technologie", erklärt Kristin Parlow, Vorstand der Düsseldorfer Werkstatt. Momentan seien 40 Mitglieder mit den unterschiedlichsten Hintergründen, Interessen und Fähigkeiten aktiv. "Unseren ersten 3D-Drucker, einen RepRap Prusa Mendel, haben wir in einem Workshop bei der RWTH Aachen 2011 gebaut. Inzwischen haben wir auch neuere Modelle, wie den OrcaBot, die auch bei uns in angeleiteten Workshops selbst gebaut werden können", erzählt die Vereinschefin.

Die Kooperation mit Universitäten wird in den USA, dem Ursprungsland der FabLabs, besonders großgeschrieben. In Deutschland gibt es immer mehr unabhängige Werkstätten. Mittlerweile sind es rund 20, die sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanzieren. Wer nun glaubt, es träfen sich nur Träumer, die Daniel Düsentrieb aus den Donald-Duck- Comics nacheifern wollen, irrt gewaltig. Denn Parlow und zahlreiche andere Visionäre könnten gerade die nächste industrielle Revolution initiieren. Das jedenfalls prophezeien viele Experten.

Neben der Maker-Bewegung tragen auch Unternehmen, die sich auf die Herstellung von 3D-Druckern für den privaten Gebrauch spezialisiert haben, zur Beschleunigung dieser Entwicklung bei, so dass 3D-Drucker bald öfter in Privathaushalten zu finden sein dürften. Was nach Science-Fiction klingt, könnte daher bald jedermann die eigenständige Entwicklung und Herstellung seiner Lieblingsprodukte ermöglichen. Bereits jetzt gibt es im Internet zahlreiche Vorlagen für mehr oder weniger sinnvolle Gegenstände, die man als Privatperson mit einem 3D-Drucker kreieren kann. Neben zahlreichen Dekoartikeln wie Vasen oder auch Vogelhäuschen, erfreuen sich auch die 3D-Pläne für verschiedene Arten von Spielzeug großer Beliebtheit. Denn Nutzer können mit dem 3D-Drucker bei weitem nicht nur rechteckige Bauklötze erzeugen. Auch der Druck von kleinen Spielfigürchen, die zuvor noch individualisiert werden können, ist möglich, ebenso wie das Drucken von Spielzeugautos, die allerdings in mehreren Teilen produziert und dann zusammengebaut werden müssen. Sinnvoll im privaten Bereich einsetzen lässt sich der 3D-Drucker auch zur Herstellung von Ersatzteilen, die einzeln nicht im Handel zu bekommen sind. So lassen sich beispielsweise neue Spielfiguren und Würfel für Brettspiele drucken, aber auch neue Akkuabdeckungen für Fernbedienungen oder tragbare Telefone sind herstellbar, wenn die alten kaputt oder verloren gegangen sind.

Der Fantasie sind bei der Nutzung der 3D-Drucktechnologie tatsächlich kaum Grenzen gesetzt. Und egal welches Objekt Privatanwender letztendlich mit dem 3D-Drucker herstellen, sie erhalten immer ein individuelles und individualisiertes Objekt, das einzigartig ist und nicht in Massenproduktion hergestellt wurde. Beim Druck von Haushaltsgegenständen wie Tassen und Tellern sollten Privatanwender jedoch dennoch Vorsicht walten lassen, denn nicht jedes beim Druck verwendete Material ist für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet. Um Geschmacksbeeinflussungen oder gar die Ablösung von Materialteilen zu verhindern, sollte der tägliche Kaffee vielleicht doch besser aus einer altmodischen Keramiktasse genossen werden.




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