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Die größten Währungskrisen
Im Laufe der Geschichte gab es zahlreiche Währungszusammenbrüche. Nur wenige Währungen haben noch keine Krisen hinter sich gebracht, viele haben diese nicht überlebt. Volkswirtschaftliche Krisen dieser Art äußern sich durch eine plötzliche, starke Abwertung der Landeswährung. In vielen Fällen zieht ein Zusammenbruch der Währung eine Finanz- und Wirtschaftskrise nach sich oder ist durch eine solche bedingt.
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Südamerikanische Währungscrashs >

Ursachen von Währungskrisen

Die Auslöser für Währungskrisen sind vielfältig. Traditionell und klassisch erklärt, ist der Urzustand eine feste Bindung der Inlandswährung an eine ausländische Hartwährung. Der Staat leidet aufgrund expansiver Geldpolitik unter einem Staatsbudgetdefizit, das wiederum durch ein Reduzieren der Devisenreserven angegangen werden soll.

Schrumpfen die Devisenreserven aber ständig, geht der verantwortlichen Zentralbank irgendwann das Geld aus. Eine Freigabe des Wechselkurses wäre die Folge. Anleger werden daher versuchen, ihre Devisenbestände so schnell wie möglich umzutauschen. Eine massive Abwertung der Währung ist die Folge.
Ein weiteres Erklärungsmodell nimmt Anleihe an psychologischen Effekten. Demnach kann das Verhalten der Anleger Einfluss auf die Politik haben. So genannte selbst erfüllende Prophezeihungen und ein Herdenverhalten der Anleger gelten in diesem Zusammenhang als größtes Risiko für den Wert einer Währung.

Konkret ist oftmals ein Vertrauensmangel in die Wirtschaftspolitik des Landes der Ansatzpunkt bei der Erklärung der Entstehung von Währungskrisen. Dies geht mit einem Abverkauf der heimischen Währung einher, eine Abwertung der Devise folgt. Treten entsprechende Indikatoren ein, schließen sich viele Anleger dem Verhalten an, was den Krisenzustand weiter verschärft. Dies kann auch auf andere Länder und Währungen übergreifen, die sozusagen in Sippenhaft genommen werden, weil Anleger dort ähnliche Tendenzen und Probleme sehen. Oftmals sind entsprechende Verhaltensweisen nicht mit fundamentalen Fakten untermauert, vielfach bringt der Herdentrieb viele Anleger dazu, der (vermeintlich gut informierten) Masse zu folgen. Neben diesem Vertrauensproblem, das als Ursache für Währungskrisen herangezogen werden kann, treten in jüngster Zeit vermehrt Zusammenhänge zwischen Problemen von Banken und Währungen auf. Fehlt das Vertrauen in die Bankenlandschaft, kann dies ein Indikator für eine kommende Währungskrise sein. Die Abwertung einer Währung kann im Gegenzug auch Finanzinstitute in Bedrängnis bringen und eine Bankenkrise nach sich ziehen.

Währungskrisen hinterlassen in der Regel langfristige Schäden. Wenige Regierungen überleben eine solche Situation, viele Investoren sind von starken Verlusten betroffen, wenn sie sich am Markt falsch positioniert haben.