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finanzen.netSpecial Edition
| Gehebelt
Handel mit Hebel und Margin
Bei CFDs handelt es sich um gehebelte Finanzinstrumente. Beim Handel mit CFDs partizipieren Anleger voll an der Entwicklung des Basiswerts, müssen aber zu Beginn nicht so viel Kapital investieren wie beim direkten Kauf des Basiswerts.
| Sicherheitsleistung

Margin und Margin-Call

Margin und Margin-Call

Der Hebeleffekt bei CDFs ergibt sich vor allem dadurch, dass CFDs auf Margin gehandelt werden. Für den Anleger bedeutet dies, dass er nur einen kleinen Betrag als Sicherheitsleistung hinterlegen muss, damit aber eine Position mit deutlich höherem Wert handeln kann. Der Betrag, der zum gesamten Positionswert noch fehlt, wird durch den CFD-Broker fremdfinanziert.

Die bei der Eröffnung einer Position zu hinterlegende Margin wird auch Initial Margin genannt. Der Betrag, der als Margin hinterlegt werden muss, wird vom Broker auf dem Handelskonto gesperrt, steht also nicht mehr für weitere Positionseröffnungen zur Verfügung. Daneben befinden sich auf dem CFD-Konto üblicherweise noch weiteres Geld, das nicht für Margins geblockt wird, sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus laufenden Trades. Dieses Kapital wird als freies Kapital bezeichnet und kann für neue Positionseröffnungen verwendet werden. Das Gesamtkapital des CFD-Kontos ergibt sich wiederum aus freiem Kapital plus Margin.

Die Höhe der hinterlegten Margin bleibt beim Handel mit CFDs nicht fix auf der Höhe des Initial Margin, sondern ändert sich bei Veränderungen des Positionswertes ebenfalls. Je nachdem, ob der Wert der über den CFD gehaltenen Gesamtposition steigt oder fällt, steigt und fällt auch die Margin. Erhöht sich die zu hinterlegende Sicherheitsleistung beispielsweise um 100 Euro, werden diese vom freien Kapital abgezogen bzw. geblockt. Sinkt die zu hinterlegende Margin, steht dagegen wieder mehr freies Kapital zur Verfügung.

Bei Verlusten ist das Prinzip ähnlich. Treten bei einer offenen Position unrealisierte Verluste auf, wird das freie Kapital um den Betrag der Verluste reduziert. Das Verlustrisiko beim Handel mit CFDs bezieht sich somit nicht nur auf die hinterlegte Margin sondern auf das gesamte Kapital auf dem CFD-Konto. Sind diese Verluste so groß, dass das freie Kapital auf dem CFD-Konto unter einen bestimmten Schwellenwert sinkt, den jeder Broker selbst festlegt, kommt es zu einem sogenannten Margin-Call.

Mit dem Margin-Call fordert der CFD-Broker den CFD-Trader auf, wieder für ausreichend freies Kapital auf dem CFD-Konto zu sorgen. Das kann der Trader tun, indem er entweder weiteres Geld auf das CFD-Konto überweist, damit seinen Marginverpflichtungen wieder nachkommt und die gehandelten Positionen so weiter offenhalten kann, oder indem er so viele Positionen schließt, bis das dadurch frei werdende Kapital den festgelegten Schwellenwert wieder übersteigt. Reagiert der Trader nicht auf den Margin Call, schreitet der Broker ein und schließt automatisch offene Positionen. Dabei werden in der Regel die Positionen zuerst geschlossen, die die höchste Margin aufweisen und auf deren Referenzmarkt aktuell gehandelt wird.

Durch automatische Positionsschließungen nach einem Margin Call verliert der Trader im besten Fall nur einen Teil des Geldes, das als Sicherheitsleistung auf dem Handelskonto blockiert war. Im schlechtesten Fall verliert er jedoch den gesamten als Margin eingesetzten Betrag und schuldet dem Broker darüber hinaus evtl. noch weiteres Geld.

Denn vor allem wenn CFDs auf internationalen Märkten oder Overnight gehandelt werden, können Schwankungen, die außerhalb der Handelszeiten des CFD-Brokers auftreten zu einer starken Änderung des Kontostands und hohen Verlusten führen. In diesen Fällen kann die Position bereits deutlich ins Minus gelaufen sein, bevor die automatische Positionsschließung durch den Broker ausgeführt werden kann. Wenn beispielsweise der Verlust bei einer über CFDs gehandelten Position durch einen Opening Gap 2.000 Euro beträgt, als Margin allerdings nur 1.000 Euro hinterlegt waren und sich auch kein freies Kapital mehr auf dem Handelskonto befindet, wird die Position schnellstmöglich geschlossen. Den über die Margin hinausgehenden Verlust von 1.000 Euro ist der Trader in diesem Fall aber dennoch seinem Broker schuldig und muss diesen bezahlen. Er kann also mehr Geld verlieren, als er für den Margin eingesetzt oder auf dem Handelskonto bereit gehalten hat.




CFDs unterliegen Kursschwankungen. Ihr Verlustrisiko ist unbestimmbar, und kann Ihre Einlagen in unbegrenzter Höhe übersteigen. Verluste können auch Ihr sonstiges Vermögen betreffen. Dieses Produkt eignet sich möglicherweise nicht für alle Investoren. Stellen Sie daher bitte sicher, dass Sie die damit verbundenen Risiken verstehen und lassen Sie sich gegebenenfalls unabhängig beraten. Sie sollten auch die speziellen. Risikowarnung des jeweiligen CFD-Anbieters beachten. Anlageerfolge in der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft.