

Damit räumte die Firma auf. Sie bündelte
die Marktmacht der Finanzierungsinteressenten
und nutzte dazu
das Internet, „denn mit den damals
neuen technologischen Möglichkeiten
war auch im Banking eine ganz neue
Transparenz für den Kunden möglich
geworden“, erinnert sich Haselsteiner.
Allerdings sollten diesmal in erster Linie
die Kunden profitieren. Sein Partner
Marcus Wolsdorf erklärt die Zielsetzung
so: „Wir setzten uns bei der
Umsetzung unserer Geschäftsidee die
Brille des Kunden auf und fragten uns,
was ein Verbraucher von einem Internetbaufinanzierer
erwartet.“
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich
warten. Schon beim Start fanden sich
mit Earlybird und 3i Geldgeber, für die
Interhyp trotz der Dotcom-Krise zu
einem der besten Pferde im Stall wurde.
Interhyp behielt den Fokus und positionierte
sich als Spezialist für die Baufinanzierung
– anstatt sich, wie manche
Wettbewerber, als Allrounder immer
breiter aufzustellen. Das Finanzierungsvolumen
der auch im Außenauftritt
spartanisch gebliebenen Interhyp
– orange, klar, basta – stieg stetig an.
Gestartet mit einigen hunderttausend
Euro vermittelten Hypothekendarlehen
hat sich das Unternehmen mittlerweile
zum Marktführer der Finanzierungs-
Broker entwickelt und vermittelte
2010 bereits 6,9 Milliarden Euro.
Heute ist Interhyp nicht mehr nur
online, sondern auch persönlich vor
Ort für seine Kunden da. Für die optimale
Finanzierung ihrer Immobilie stehen
ihnen bundesweit mehr als 300 Finanzierungsspezialisten
zur Seite. Mit
einer täglich aktualisierten Datenbank
im Rücken vergleichen diese die Angebote
von mehr als 300 Banken, Sparkassen
und Versicherungen und beraten
ihre Kunden anbieterunabhängig.
Um das leisten zu können, bietet Interhyp
nicht nur Kunden, sondern auch
Banken deutliche Vorteile: Interhyp
schafft Zugang zu Kunden, die sie vielfach
selbst nicht erreichen, und liefert
dann „schrankfertige“ Finanzierungen
ab. Dafür verhandelt Interhyp, seit
2008 Teil des niederländischen Finanzdienstleistungskonzerns
ING, attraktive
Zinssätze mit den Banken vor
und prüft die Finanzierungen gemäß
deren Kreditvergaberichtlinien auf
ihre Machbarkeit hin.
Michiel Goris, der das Unternehmen
seit Anfang 2011 leitet, fasst das
unveränderte Konzept so zusammen:
„Wie die großen Supermärkte bündeln
wir Nachfrage, mit der wir für unsere
Kunden Einkaufsvorteile erzielen, und
verschaffen ihnen einen breiten
Überblick – allerdings ergänzt um indi
vi du elle Beratung und einen persönlichen
Service wie in einem Feinkostgeschäft.“
Von Walter Riepl