finanzen.netSpecial Edition
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Vontobel: "Hohe Renditepotenziale"
Heiko Geiger, Spezialist für strukturierte Produkte bei Vontobel, zur steigenden Beliebtheit von Aktienanleihen und deren Chancen.
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finanzen.net: Aktienanleihen gewinnen aktuell bei den Anlegern deutlich an Beliebtheit. Welche Gründe sehen Sie dafür?

Heiko Geiger: Während sich mit einem direkten Kauf von Aktien nur bei steigenden Kursen und Dividenden Gewinne generieren lassen, können Aktienanleihen bei seitwärts tendierenden oder leicht steigenden Märkten attraktive Erträge erwirtschaften. Selbst bei leicht fallenden Märkten können Aktienanleihen besser abschneiden, als die korrespondierenden Aktien.

finanzen.net: Welche Aktienanleihen sind momentan besonders gefragt?

Heiko Geiger: Im Moment dominieren natürlich die Unternehmensnachrichten der Berichtssaison. Entsprechend handeln Anleger hier gerne den Nachrichtenfluss. Allgemein lässt sich sagen, dass die großen DAX-Aktien sowie der Euro Stoxx 50 die wichtigsten Basiswerte bei Aktienanleihen sind. Aufgrund der hohe Kursniveaus werden allerdings schon viele Anleger wieder vorsichtiger und greifen vermehrt zu Protect Aktienanleihen, die zusätzlich mit einer Barriere ausgestattet sind.

finanzen.net: Für welche Anleger sind Aktienanleihen als Investment überhaupt geeignet?

Heiko Geiger: Aktienanleihen gelten aufgrund ihres relativ einfachen Auszahlungsprofils als Einstiegsprodukte und sind deshalb hervorragend für Privatanleger geeignet, die schon Erfahrungen mit Aktieninvestments gemacht haben. Sie eignen sich jedoch nicht für risikoscheue Anleger, die eine hohe Sicherheit für die Rückzahlung ihres eingesetzten Kapitals erwarten.

finanzen.net: Wo liegt der größte Vorteil bei Aktienanleihen? Wo das größte Risiko?

Heiko Geiger: Aktienanleihen haben die Eigenschaft, dass mit einer unbedingten Kuponzahlung bei einem nur leichten Anstieg des Aktienkurses eine höhere Rendite erwirtschaftet werden kann, als bei einer Direktanlage in die Aktie. Am Laufzeitende der Aktienanleihe richtet sich die Rückzahlung nach dem Kurs des Basiswertes am Bewertungstag: Notiert dieser auf oder über dem Basispreis, erhält der Anleger den letzten Kupon sowie den Nennbetrag zurückbezahlt. Liegt der Kurs des Basiswerts am Bewertungstag unter dem Basispreis, erhält der Anleger neben der Kuponzahlung entsprechend dem Bezugsverhältnis den Basiswert in sein Depot geliefert. Bei der reinen Betrachtung des Marktrisikos kann es zu einem Totalverlust kommen wenn die gelieferten Aktien wertlos sind. Daneben ist der Anleger dem Emittentenrisiko ausgesetzt, d. h., würde der Emittent zahlungsunfähig werden, entsteht ein Totalverlust für den Anleger, auch wenn der Basiswert sich gut entwickelt.

finanzen.net: Welche Renditen sind mit Aktienanleihen möglich?

Heiko Geiger: Die Renditemöglichkeiten hängen von der jeweiligen Strategie ab und reichen von konservativen 3% bis zu 10 - 15% Kupon. Berücksichtig man noch Stückzinsen und Kaufpreise unter pari (unter 100%), können noch größere Renditepotenziale gehoben werden. Mittlerweile gibt es auch bei Aktienanleihen ein breites Sortiment an sogenannten Kurzläufern. Denn viele Anleger haben für einen kurz- bis mittelfristigen Anlagehorizont eine detailliertere Marktmeinung als bei Investmentphasen mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten.

finanzen.net: Was muss beachtet werden, wenn Aktienanleihen nicht bis zum Ende der Laufzeit gehalten werden?

Heiko Geiger: Wenn Aktienanleihen während der Laufzeit, d. h. im Sekundärmarkt, erworben werden, müssen Anleger darauf achten, ob der gestellte Preis »dirty« oder - wie bei Vontobel - »clean« dargestellt wird. Beim sog. »dirty pricing« enthält der Preis der Aktienanleihe bereits die bis zum Zeitpunkt der Betrachtung aufgelaufenen Zinsen. Bei der sog. »clean pricing«-Methode wird der aufgelaufene Kuponanteil dagegen nicht direkt im gestellten Geld-Brief-Kurs berücksichtigt, sondern beim Kauf oder Verkauf des Produktes separat ausgewiesen und dazugerechnet. Diese aufgelaufenen, aber noch nicht ausbezahlten Zinsen werden »Stückzinsen« genannt. Genau wie bei einer klassischen Anleihe muss der Käufer beim Kauf einer Aktienanleihe die Stückzinsen an den Verkäufer bezahlen. In Deutschland werden Aktienanleihen von den meisten Anbietern »clean« gehandelt, d. h. der Anleger muss daran denken, die aufgelaufenen Stückzinsen auf den Kaufpreis des Produktes aufzuschlagen, da er diese zusätzlich entrichten muss. Dies ist insbesondere bei der Berechnung des geplanten Investitionsbetrages wichtig.

finanzen.net: Vontobel ist einer der führenden Anbieter im Markt für Aktienanleihen und wurde jüngst von der Rating-Agentur Scope für die fairste Preisstellung bei Aktienanleihen und Discount-Zertifikaten ausgezeichnet. Was zeichnet Vontobel als Anbieter noch aus? Welchen Service bietet Vontobel seinen Anlegern?

Heiko Geiger: In erster Linie steht Vontobel neben der fairsten Preisstellung für eine große und umfassende Produktpalette im DAX und Euro Stoxx 50 Universum. Zudem stellt unser wöchentlicher "Aktienanleihen weekly" Newsletter ein sehr beliebtes Medium dar. Anleger erhalten so jede Woche aktuelle und attraktive Aktienanleihen. Eine interessant Auswahl gibt’s auch auf unserer Internetseite. Dort finden interessierte Anleger unter der Rubrik "Attraktive Aktienanleihen" täglich interessante Produkte. Darüber hinaus gibt es wöchentlich neue Emissionen und Zeichnungsprodukte in Form von Protect Multi Aktienanleihen. Webinare rund um das Thema Aktienanleihen runden unser Service-Angebot ab.

finanzen.net: Wie groß ist das Produktspektrum von Vontobel bei den Aktienanleihen? Welche Produkttypen bieten Sie neben den klassischen Aktienanleihen noch an?

Heiko Geiger: Vontobel's Produktsprektrum umfasst derzeit über 10.000 verschiedene Aktienanleihen. Darunter subsumieren wir alle Ausprägungen. Somit stehen Anlegern für nahezu jedes Chance-Risiko Profil entsprechende Produkte zur Verfügung. Für konservativere Anleger bieten Protect Aktienanleihen zusätzlich eine Barriere. Der Abstand zwischen Basispreis und Barriere liegt in der Regel zwischen 30% und 50%. Fällt die Aktie während der Laufzeit niemals auf oder unter die Barriere, wird der Nennbetrag zurückbezahlt. Aufgrund dieses zusätzlichen Mechanismus fällt der Kupon bei Protect Aktienanleihen in der Regel niedriger aus als bei herkömmlichen Aktienanleihen. Mit Aktienanleihen auf zwei oder drei Basiswerte haben Produktentwickler in den Banken eine Weiterentwicklung der Aktienanleihe geschaffen, die eine jeweilige Barriere mit einer oft zweistelligen Kuponzahlung kombiniert. Im Falle einer Barrierenverletzung wird dem Anleger die Aktie mit der schlechtesten Wertentwicklung geliefert, sofern am Bewertungstag mindestens ein Basiswert unter dem jeweiligen Basispreis liegt.

Weitere Informationen zu den Aktienanleihen von Vontobel finden Sie unter www.vontobel-zertifikate.de.

Zum Interviewpartner:

Heiko Geiger leitet den Bereich Public Distribution Deutschland & Österreich der Bank Vontobel Europe. Er ist seit 15 Jahren in der Finanzindustrie tätig und war zuvor im Indexbereich der Deutschen Börse für die Funktionen Sales und Marketing verantwortlich.