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| Die richtige Wahl
Wichtige Faktoren bei der Aktienanleihen-Wahl
Hat man sich für ein Investment in eine Aktienanleihe entschieden, sollte auf bestimmte Faktoren geachtet werden, damit die Investition vielversprechend ist.
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Auf keinen Fall sollte zur erstbesten Aktienanleihe gegriffen werden, sondern der Anleger sollte sich vor dem Kauf zunächst ausführlich mit dem Wesen des Derivats und den wichtigsten Faktoren, die dessen Entwicklung und Ertrag beeinflussen, auseinandersetzen. Denn bei der Wahl der richtigen Aktienanleihe spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

Das Produkt

Bei der Wahl einer Aktienanleihe schauen Anleger in der Regel zuerst auf die maximal erzielbare Rendite. Dieses Verhalten ist jedoch mit Vorsicht zu betrachten, da höhere Zinsen für gewöhnlich auf ein höheres Risiko hindeuten. Denn je größer die Volatilität eines Basiswerts ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine Aktienanleihe auf diesen Basiswert nicht das beste Investment ist. Damit die Anleger dennoch zugreifen, werden sie mit besonders hohen Zinsen gelockt.

Daher sollten Anleger immer auch auf den Basispreis achten. Eine Aktienanleihe ist umso sicherer, je tiefer der Basispreis unter dem aktuellen Kurs des Basiswerts liegt. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Anleihe zum Nennwert getilgt wird und der Anleger nicht Aktien erhält, die weniger wert sind. Im Gegenzug ist hier allerdings, wie bei den meisten sicheren Investments, die Rendite geringer. Zudem hätte der Anleger bei einem Direktinvestment in die Aktien einen höheren Gewinn erzielt, falls die Aktie auch am Bewertungstag deutlich über dem Basispreis notiert.

Wird die Aktienanleihe nicht bei der Emission sondern zu einem späteren Zeitpunkt über die Börse gekauft, sollte außerdem auf den Kaufpreis geachtet werden. Idealerweise liegt dieser bei 100 Prozent beziehungsweise knapp darunter. Wenn der Kurs, zu dem die Aktienanleihe gekauft werden kann, deutlich unter 100 Prozent liegt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Rückzahlung in Aktien erfolgt. Ein Kurs über 100 Prozent wirkt sich hingegen negativ auf den möglichen Ertrag aus, da die Aktienanleihe bei Fälligkeit maximal zu 100 Prozent zurückbezahlt wird.

Auf den Kurs der Aktienanleihe wirkt sich auch ihre Restlaufzeit aus. Je geringer die Restlaufzeit ist, desto wahrscheinlicher wird eines der beiden Auszahlungsszenarios. Wenn der Basiswert über dem Basispreis notiert, steigt der Wert der Aktienanleihe mit abnehmender Restlaufzeit, da es unwahrscheinlicher wird, dass die Aktie noch unter den Basispreis sinkt und eine Rückzahlung in Aktien stattfindet. Umgekehrt fällt der Wert der Aktienanleihe, wenn sich der Basiswert bei geringer Restlaufzeit unter dem Basispreis bewegt, da die Wahrscheinlichkeit einer Erholung sinkt.

Der Basiswert

Der Anleger sollte die Aktie, oder allgemein den Basiswert, der der Anleihe zugrunde liegt, kennen und dessen Entwicklung beobachtet haben. Außerdem sollte er in der Lage sein, die weitere Kursentwicklung grob abschätzen zu können. Aktienanleihen, denen Aktien oder Indizes mit einer hohen Volatilität oder starken Abwärtsrisiken als Basiswert dienen, sollten gemieden werden. Es sollte immer nur eine Aktienanleihe in Betracht gezogen werden, die einen Basiswert besitzt, dem Stabilität zugetraut wird.

Im Hinblick auf die mögliche Lieferung des Basiswerts am Laufzeitende der Aktienanleihe sollte außerdem darauf geachtet werden, dass der Basiswert in das eigene Investmentkonzept bzw. Depot passt. Bei der Auswahl der Aktienanleihe sollte in Zusammenhang mit dem Basiswert außerdem bedacht werden, dass es in der Regel nur bei deutschen Aktien zu einer Lieferung des Basiswerts kommt. Dienen ausländische Aktien, Indizes oder Rohstoffe als Basiswert, findet keine Lieferung des Basiswerts statt, sondern es wird stattdessen ein entsprechender Geldbetrag ausbezahlt.

Der Markt

Eine Investition in Aktienanleihen lohnt sich vor allem, wenn sich der Markt in einer Seitwärtsbewegung befindet. Denn bei steigenden Kursen ist der Gewinn durch die Aktienanleihe gedeckelt, bei fallenden Kursen wird der Anleger hingegen an den Verlusten beteiligt. Da Aktienanleihen jedoch meist eine Laufzeit von mehreren Monaten bis hin zu ein oder zwei Jahrenhaben, ist es kaum möglich die Marktbewegung im Voraus über einen so langen Zeitraum hinweg einzuschätzen. Wird eine Aktienanleihe jedoch erst einige Monate vor Laufzeitende über die Börse gekauft oder besitzt generell eine geringe Laufzeit, sollte auf den Markttrend geachtet werden.

Der Emittent

Bei der Auswahl einer geeigneten Aktienanleihe darf auch der Emittent nicht vernachlässigt werden. Da es sich bei einer Aktienanleihe um eine Inhaberschuldverschreibung handelt, spielt die Bonität des Emittenten eine große Rolle. Denn muss der Emittent einer Aktienanleihe Insolvenz anmelden, verlieren Anleger sowohl ihr eingesetztes Kapital als auch die versprochenen und noch nicht geleisteten Zinszahlungen. Damit dieses Emittentenrisiko minimiert wird, sollte ein möglichst solider und renommierter Emittent gewählt werden.

Wählt der Anleger einen soliden und bekannten Emittent, kann er außerdem von dessen Erfahrung im Handel mit Aktienanleihen sowie von dessen Service profitieren. Große Emittenten wie Vontobel bieten in der Regel jederzeit aktuelle und verlässliche Kurse und Daten zu ihren Produkten, die über das Internet abgerufen werden können.

Für wen sind Aktienanleihen geeignet?

Aktienanleihen sind vor allem in seitwärts tendierenden Märkten ein lohnendes Anlageinstrument. Doch auch wenn das Marktumfeld für Aktienanleihen perfekt ist, sind die Papiere als Investment für manche Anleger besser geeignet als für andere.

Aufgrund ihres relativ überschaubaren Anlagehorizonts eignen sich Aktienanleihen für die kurzfristige Geldanlage. Für Anleger, die ein kurzlaufendes, vielversprechendes Investment mit Renditen oberhalb des durchschnittlichen Marktzinsniveaus suchen und das Risiko in Kauf nehmen wollen, am Ende der Laufzeit auch Aktien geliefert zu bekommen sind Aktienanleihen das perfekte Anlageinstrument.

Doch auch für konservative Anleger, die in der Regel lieber auf Aktien als auf Derivate setzen, können Aktienanleihen in einem seitwärts tendierenden Markt eine lohnende Alternative darstellen. Denn Aktienanleihen sind weniger spekulativ als viele Zertifikate-Arten und werden im Normalfall mindestens durch die Lieferung des Basiswerts getilgt. Statt sich also direkt Aktien des Basiswerts ins Depot zu holen, können Anleger auch auf eine Aktienanleihe mit dem entsprechenden Basiswert setzen und so von den hohen Zinszahlungen profitieren. Am Ende der Laufzeit haben sie dann entweder die gewünschte Aktie im Depot oder erhalten das eingesetzte Geld zurück - jeweils zusätzlich zu den garantierten Kuponzahlungen.

Des Weiteren können Aktienanleihen auch für Anleger geeignet sein, die bislang in konventionelle Anleihen investiert haben. Mit einer etwas höheren Risikobereitschaft lassen sich mit Aktienanleihen auch höhere Renditen erzielen als bei normalen Rentenpapieren. Es sollte allerdings auch hier darauf geachtet werden, dass der Basiswert ins Depot passt, falls es zu einer physischen Lieferung kommen sollte.

Aktienanleihe oder Discountzertifikat?

Aktienanleihen und Discountzertifikate weisen eine ähnliche Struktur auf. Anleger stehen bei einem geplanten Investment daher oft vor der Wahl, ob sie in eine Aktienanleihe oder ein Discountzertifikat investieren sollen. Im Folgenden sollen die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Aktienanleihen und Discountzertifikaten dargestellt werden, um die Anlageentscheidung zu erleichtern.

Bei Discountzertifikaten erhalten Anleger keine Verzinsung über die Laufzeit des Zertifikats hinweg, so wie es bei Aktienanleihen der Fall ist, sondern sie erhalten direkt beim Kauf des Zertifikats einen Preisabschlag auf den Kurs des Basiswerts, den sogenannten Discount. Notiert der Basiswert beispielsweise bei 100 Euro, wird das Discountzertifikat für einen Preis von 90 Euro begeben. Die weitere Kursentwicklung und Rückzahlung des Zertifikats orientiert sich anschließend am Basiswert. Wenn der Basiswert am Fälligkeitstag des Zertifikats auf oder über einer zuvor festgelegten Kursschwelle liegt, erhält der Anleger einen Festbetrag ausbezahlt. Notiert der Kurs des Basiswerts darunter, erhält der Käufer die Aktie geliefert oder einen entsprechenden Barausgleich.

Aus dieser kurzen Beschreibung von Discount Zertifikaten ergeben sich bereits zahlreiche Ähnlichkeiten zu Aktienanleihen. So ist bei beiden Produkten die maximale Rückzahlung begrenzt: Bei Aktienanleihen auf den Nennwert und bei Discountzertifikaten auf den festgesetzten Festbetrag. Bei beiden Produkten profitiert der Anleger also nicht von stark steigenden Kursen des Basiswerts. Auch bei deutlich fallenden Kursen des Basiswerts verhalten sich die beiden Finanzprodukte ähnlich. Liegt der Kurs des Basiswerts am Bewertungstag unter einer bestimmten Schwelle, erhalten die Anleger Aktien anstelle eines Geldbetrags. Während bei Aktienanleihen jedoch die Zinszahlungen den Verlust im Vergleich zum Direktinvestment mildern, werden die Verluste beim Discountzertifikat durch einen günstigeren Einstiegspreis abgefedert. Erst wenn der Kurs der Aktie unter diesen fällt, macht der Anleger beim Discountzertifikat Verluste, bei der Aktienanleihe erst, wenn die Zinszahlungen den Kursverlust des Basiswerts nicht mehr ausgleichen können. Optimale Renditechancen ergeben sich also für beide Produkte in einem seitwärtstendierenden Markt.

Aufgrund der vielen Gemeinsamkeiten der Produkte hängt die Wahl daher auch oft von den persönlichen Präferenzen der Anleger ab. Viele Anleger scheuen ein Investment in Zertifikate, da sie diese für Zockerpapiere halten, und bevorzugen stattdessen ein Investment mit festem Zinskupon wie die Aktienanleihe.

Einen gewichtigen Unterschied gibt es zwischen Aktienanleihen und Discountzertifikaten bei den zahlreichen Gemeinsameiten aber doch: Wenn der Kurs des Basiswerts am Bewertungstag bei null liegt, gehen Anleger des Discountzertifikats komplett leer aus. Anleger, die sich für die Aktienanleihe entschieden haben, können hier wenigstens noch die Zinszahlungen für sich verbuchen.