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| Devisenhandel
Wie kann man in Devisen investieren?
Am Forex-Markt zu partizipieren ist auf verschiedene Art und Weisen möglich. Entweder nimmt man direkt am Markt teil, indem man eine Währung in eine andere tauscht, oder man partizipiert indirekt durch verschiedene Finanzinstrumente. Dabei empfehlen sich je nach Erfahrung und dem gewünschten Chancen-Risiko-Verhältnis jeweils verschiedene Produkte.
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Fremdwährungskonten

Eine simple und für Einsteiger geeignete Methode, in Devisen zu investieren, ist die Eröffnung eines Fremdwährungskontos. Vergleichbar sind diese mit Tagesgeldkonten mit dem Unterschied, dass Devisenkonten in ausländischer Währung geführt werden. Anleger können dabei jederzeit auf ihr Konto zugreifen.
Nicht nur für Unternehmen, die im Ausland tätig sind und damit Zahlungseingänge und –ausgänge in ausländischen Währungen durchführen, sind Devisenkonten unverzichtbar. Auch für Besitzer ausländischer Aktien sind Fremdwährungskonten interessant, da Käufe und Verkäufe direkt in der jeweiligen Landeswährung abgerechnet werden.
Devisenkonten stehen aber grundsätzlichen jedem Inhaber eines Girokontos zur Verfügung, ihre unkomplizierte und einfache (die Einrichtung erfolgt in wenigen Minuten), gibt Neueinsteigern in den Forexmarkt mit wenig Vorwissen und ohne allzu großes Risiko die Möglichkeit, mit Währungen zu handeln.

Kosten:
Die Kosten für ein Fremdwährungskonto variieren von Anbieter zu Anbieter teils deutlich. Während vor Allem Filialbanken eine breite Auswahl an zu handelnden Währungen anbieten, fallen hier oft Kontoführungsgebühren an. Ob sich die Kontoanbieter Transaktionen, also den Kauf- oder Verkauf einer Währung, bezahlen lassen, wird nicht einheitlich gehandhabt, die Konditionen müssen vom Kontobesitzer im Vorfeld in Erfahrung gebracht werden. Im Falle eines Währungsgewinns hält der Staat über die Abgeltungssteuer die Hand auf.

Chancen:
Steigt die Währung, in der das Konto eröffnet wurde, zum Euro, erzielen Anleger Währungsgewinne. Zusätzlich kann oftmals ein kleiner Zinsgewinn eingefahren werden. Die Frage, ob das Konto verzinst wird, ist allerdings von Anbieter zu Anbieter individuell zu erfragen. Online-Banken ohne Filialnetz verzinsen das Guthaben häufig, haben aber oftmals deutlich weniger handelbare Währungen im Angebot.

Risiko:
In punkto Sicherheit müssen sich Inhaber von Fremdwährungskonten verhältnismäßig wenig Sorgen machen. Im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Bank greift die gesetzliche Einlagensicherung bei Einlagen in EU-Währungen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro je Kunde. Darüber hinaus springt die freiwillige Einlagensicherung der Institute ein, wenn die Einlagen in Nicht-EU-Währungen sind. In der Regel werden hier Beträge bis zu 1,5 Millionen Euro abgesichert.

Wer über ein Fremdwährungskonto am Devisenmarkt handeln will, trägt allerdings das grundsätzliche Risiko, dass die gehandelte Währung gegenüber dem Euro abwertet. Den damit verbundenen Wechselkursverlust muss der Kunde selbst tragen.

Fazit:
Devisenkonten sind einfach verständlich, unkompliziert und schnell eingerichtet. Zahlreiche Banken bieten entsprechende Produkte an. Daher eignen sie sich insbesondere für Einsteiger am Devisenmarkt. Anleger profitieren allerdings nur in eine Richtung: Wenn die jeweilige Währung gegenüber dem Euro aufwertet.

Währungsanleihen

Um am Devisenmarkt zu investieren, bieten sich für erfahrenere Anleger auch Anleihen oder Bonds an. Diese so genannten Währungsanleihen, auch Fremdwährungsanleihen genannt, sind dabei nicht zwangsläufig von Staaten emittiert – tatsächlich gibt es zahlreiche Emittenten auf dem Markt, die Produkte dieser Art anbieten.

Währungsanleihen sind festverzinsliche Anleihen, die in einer anderen Währung als Euro emittiert sind. Dabei kann die Emission der Anleihe im Heimatland des Emittenten und daher in dessen Währung erfolgen, auch von anderen Märkten aus können die Anleihen in den Handel gebracht werden. Daher kursieren auf dem Markt Anleihen in unterschiedlichen Währungen.

Kosten:
Bereits beim Kauf einer Währungsanleihe wird der aktuelle Devisenkurs zugrunde gelegt. Der Preis für eine Anleihe richtet sich also danach, wie der Devisenkurs zum Kaufzeitpunkt steht. Auch beim Verkauf oder Eintausch der Anleihe wird der jeweils aktuelle Devisenkurs zugrunde gelegt. Die laufenden Kupons müssen nach dem Devisenkauf – ebenso wie der Nennwert der Anleihe – in Euro zurückgetauscht werden. Für den Tausch des Anlagekapitals von Euro in Fremdwährung und umgekehrt beim Verkauf beziehungsweise der Rückzahlung von Fremdwährung in Euro kommen auf den Anleger darüber hinaus "Wechselkosten" zu. Zinserträge müssen über die Abgeltungssteuer versteuert werden. Auch für Gewinne aus Kursschwankungen liegt eine Steuerpflicht vor, ebenso wie für Gewinne infolge einer Währungsaufwertung.

Chancen:
Wertet die Währung in der die Währungsanleihe emittiert ist zum Euro auf, fahren Anleger Währungsgewinne ein. Dann steigt der Wert der Anleihe. In diesem Zusammenhang können zudem auch in anderen Währungen Renditevorteile genutzt werden.
Zudem winken Zinsgewinne, denn Anleger bekommen für den Kauf einer Anleihe vom Emittenten eine in den Anleihe-Bedingungen festgelegte Zinszahlung. Besonders für risikobehaftete Anleihen – also etwa für Anleihen aus Peripherie-, Schwellen- oder Problemländern – werden oftmals hohe Zinsen versprochen, allerdings ist hier auch das Risiko deutlich höher.

Risiko:
In welche Richtung sich Devisenkurse bewegen, ist nicht nur durch wirtschaftliche, sondern auch durch politische Veränderungen beeinflusst.
Zudem wirken sich steigende Zinsen auf dem jeweiligen Markt negativ auf die Anleihenkurse aus. Das Zinsänderungsrisiko ist vom Anleihen-Anleger zu tragen.
Das Hauptrisiko bei Währungsanleihen ist allerdings die Abwertung der Währung zum Euro. Devisenkurse sind oftmals starken Schwankungen unterworfen, Währungsrisiken sind also beim Kauf von Währungsanleihen unbedingt mit einzukalkulieren. Ein fallender Währungskurs bringt einen Wertverlust mit sich, der durch die vereinbarten Zinszahlungen oft nur bedingt ausgeglichen werden kann.
Zusätzlich dazu tragen Anleger ein Wechselkursrisiko, das bei Anleihen in Euro nicht auftritt. Potenzielle Anleger müssen zunächst Euro in die jeweilige Fremdwährung tauschen, was bei einem schlechten Wechselkurs ein höheres Risiko mit sich bringt.
Nicht zu vergessen: Währungsanleihen bringen auch ein gewisses Ausfallsrisiko mit sich. Sowohl Zinszahlungen als auch Tilgungsverpflichtungen durch den Emittenten können im schlimmsten Fall ausfallen. Nicht nur Anleger von Staatsanleihen angeschlagener Euro-Länder haben in der Vergangenheit diese Erfahrung machen müssen.

Sonderfall: Doppelwährungsanleihen

Doppelwährungsanleihen sind Spezialkonstrukte im Bond-Handel am Devisenmarkt. Anleger begeben sich bei diesen Produkten in das Zinsniveau beider beteiligter Währungen. Die Währung, in der die Anlage begeben wird, ist zumeist auch die Währung, in der Anleger Zinszahlungen erhalten. Die Tilgung erfolgt hingegen in der anderen Währung – zu einem bei der Emission festgelegten Basiskurs. Anleger einer Doppelwährungsanleihe nehmen das (erhöhte) Währungsrisiko bewusst in Kauf, denn die Währungskomponente spielt eine größere Rolle, je näher die Fälligkeit der Anleihe rückt. Doppelwährungsanleihen spielen in der Industrie eine größere Rolle, da Unternehmen sich auf diese Art Kapital für Investitionen beschaffen.

Fazit:
Fremdwährungsanleihen eignen sich für Anleger, die bereits erste Erfahrungen mit dem Handel am Devisenmarkt gesammelt haben. Diese Art von Finanzprodukten sollte nur einen kleinen Teil der Investitionsstrategie darstellen, des Währungs-, Zins- und Ausfallrisikos müssen sich Anleger bei der Spekulation unbedingt bewusst sein.

Währungszertifikate

Neben Fremdwährungskonten und Währungsanleihen haben Anleger auch die Möglichkeit, über spezielle Zertifikate am Finanzmarkt zu partizipieren. Währungszertifikate entwickeln sich unabhängig von den Trends an den Aktien- oder Anleihemärkten und können ein Depot daher sinnvoll ergänzen. Die starke Volatilität am Devisenmarkt kann ein Vor- und Nachteil sein, ermöglicht es den Anlegern mit Hilfe verschiedenster Produkte aber, in verschiedene Richtungen von den Entwicklungen am Markt zu profitieren. Mit Währungszertifikaten kann man als Anleger auf eine fallende oder steigende Notierung einer Währung setzen. Der Kauf einer bestimmten Währung bedeutet dabei zeitgleich immer das Wetten gegen eine andere.
Dabei bieten sich – je nach Anlegerwunsch – verschiedene Produkttypen an. Hebelzertifikate etwa messen den Wert einer Währung im Vergleich zu einer anderen. Je größer der eingesetzte Hebel, desto höher ist die mögliche Rendite. Zeitgleich steigt aber auch das Risiko für den Anleger, wenn sich die Währung auf die man gewettet hat, nicht in die gewünschte Richtung entwickelt hat.

Um das Risiko zu minimieren, bieten sich Währungskörbe an. Entsprechende Zertifikate bilden die Durchschnittsentwicklung verschiedener Währungen – oftmals einer bestimmten Region – im Vergleich zu einer anderen ab. Währungsschwankungen können mit diesen Produkten ein wenig ausgeglichen, das Anlagerisiko verteilt werden. Auch Zinszertifikate sind für Anleger am Devisenmarkt eine Option. Damit kann man – wie der Name schon sagt – auf den Zins in verschiedenen Währungen setzen. Entsprechende Produkte bilden die Kursentwicklung einer bestimmten Währung ab. Zeitgleich werden die kurzfristigen Geldmarktsätze dieser Währung angesammelt. Setzen Anleger bei ihrer Devisenwette also aufs richtige Pferd, können Sie gleich zweifach profitieren.

Kosten:
Der Preis für das Zertifikat wird durch den Zinssatz sowie die Entwicklung des Wechselkurses beeinflusst. Anleger tragen darüber hinaus die Gebühren für Kauf- und Verkauf beim jeweiligen Broker, diese üblichen Depot- und Transaktionsgebühren fallen allerdings auch bei anderen börsengehandelten Produkten an.
Emittenten verdienen bei Zertifikaten am so genannten Spread – dem Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis.
Im Fall von Kursgewinnen hält auch bei Zertifikaten der Staat die Hand auf. Zertifikate unterliegen der Abgeltungssteuer. Chancen: Währungszertifikate bieten – je nach Produktart – eine hohe Renditechance. Da sie die Entwicklung mehrerer Währungen bündeln, sind Devisenzertifikate quasi in sich diversifiziert. Eine weitere Risikostreuung ist durch die Investition in Währungskörbe möglich.

Risiko:
Wie sich Währungszertifikate entwickeln, hängt auch von der politischen und wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Landes ab. Ein entsprechendes Währungsrisiko bringt eine Investition in diesem Bereich also auch bei Zertifikaten mit sich. Darüber hinaus bringen Währungszertifikate auch ein Emittentenrisiko mit sich – eine Pleite des Emittenten macht das Produkt wertlos. Einige Zertifikatearten bringen durch hohen Hebel zudem auch ein größeres Investitionsrisiko

Fazit:
Währungszertifikate eignen sich für Anleger mit Erfahrung am Finanz- und Forexmarkt, die auf die Entwicklung von Währungen spekulieren wollen. Sie bieten zwar teils sehr gute Renditechancen, sind aber auch mit einem nicht zu unterschätzenden Risiko verbunden, dessen sich Anleger bewusst sein müssen.

Devisenfonds

Devisenfonds investieren in verschiedene Währungen, wobei Anleger von steigenden und fallenden Devisenkursen profitieren können. Die Gelder können dabei sowohl in kurz laufende Rentenpapiere, als auch in festverzinsliche Wertpapiere oder andere Geldmarktanlagen investiert werden. Schwerpunkt der Investition bleibt dabei immer die Geldanlage in Devisen und Währungen.
Devisenfonds sind in der Regel aktiv, das heißt sie werden von einem Fondsmanager verwaltet. Dieser kann die Zusammensetzung des Fonds flexibel an die jeweiligen Marktentwicklungen anpassen – das unterscheidet Währungsfonds von Währungszertifikaten, in dem die Anteile des Währungskorbs, an denen Anleger partizipieren, festgelegt sind.
Fonds sind aufgrund ihrer Struktur – also der Zusammensetzung aus mehr als einer Anlage – stärker diversifiziert als etwa Zertifikate oder Anleihen. Anleger investieren in der Regel in einen Korb verschiedener Währungen, was das Risiko streut.
Fonds können dabei verschieden ausgerichtet sein, je nachdem welche Strategie sie fahren. Die klassische Value- und Growth-Strategie etwa investiert in solide Währungen wie den US-Dollar. Die Momentumstrategie ist eine Anlagevariante, in der liquide Währungen wie der Yen im Fokus stehen, während bei der riskanteren Carry-Strategie in Hochzinswährungen investiert wird. Viele Fondsmanager nutzen alle drei Anlagevarianten, um für den Fonds ein optimales Rendite-Risiko-Verhältnis zu schaffen.

Kosten:
Anleger von Devisenfonds müssen beim Kauf einen Ausgabeaufschlag zahlen, der zwischen zwei und drei Prozent liegt. Zusätzlich kommen Kosten für die Verwaltungsgebühr hinzu. Darüber hinaus ist in der Regel eine Beratungsgebühr fällig, die je nach Performance unterschiedlich hoch ausfallen kann. Die üblichen Kosten für Transaktion und Depot sind ebenfalls von Anleger zu tragen, können sich aber von Broker zu Broker mehr oder weniger stark unterscheiden.

Chancen:
Je nach Ausrichtung und Strategie des Fonds lassen sich bei hohem Risiko auch hohe Renditen erzielen. Besonders bei kurzfristiger Geldanlage können Anleger hohe Gewinne erwirtschaften.

Risiko:
Die Natur des Anlageproduktes Fonds beinhaltet bereits den Faktor Diversifizierung, bei Währungsfonds sind also per se die Anlege und damit auch das Risiko deutlicher gestreut als etwa bei anderen Anlageformen. Starke Schwankungen, wie sie am Devisenmarkt üblich sind, können so ein wenig abgefedert werden. Entscheidend ist dabei die Zusammensetzung des Fonds – Mischportfolios sind risikoärmer als andere.

Fazit:
Auch Devisenfonds eignen sich eher für erfahrenere Anleger am Devisenmarkt. Auf Sicherheit bedachte Anleger sollten andere Anlageformen in Betracht ziehen, wer aber spekulieren und hohe Gewinne erwirtschaften will, ohne dabei das Risiko zu scheuen, für den sind Währungsfonds zur kurzfristigen Geldanlage ein wichtiger Baustein im eigenen Portfolio.

Sonderfall: Währungs-ETCs und Währungs-ETFs

Exchange Traded Currency (börsengehandelte Währungsfonds) und ETF für Exchange Traded Funds (börsengehandelte Indexfonds) sind passive Devisenfonds . Anders als bei klassischen Währungsfonds gibt es hier keinen Fondsmanager, der die Zusammensetzung des Produktes an die jeweiligen Marktentwicklungen und Strategie anpasst. Bei Währungs ETFs wird ein dem ETF zugrunde liegender Index nachgebildet, bei Währungs-ETCs wird ist es entsprechend ein Währungspaar.
Die Kosten sind im Vergleich zu klassischen Währungsfonds deutlich niedriger, da kein Fondsmanager bezahlt werden muss. Entsprechend können aber auch keine Anpassungen vorgenommen werden, wenn sich die Marktgegebenheiten ändern.