ETFs auf Kurs- oder Performanceindizes

Wo liegen die Unterschiede?

Aktienindizes lassen sich in zwei verschiedene Kategorien einteilen. Je nachdem wie sie mit Dividenden- und Zinszahlungen der enthaltenen Wertpapiere verfahren, handelt es sich entweder um einen Kursindex oder einen Performanceindex.

Kursindizes messen nur die Kursentwicklung der enthaltenen Werte. Daher werden sie um alle Erträge oder Sonderzahlungen bereinigt. Dividendenzahlungen werden in diesem Fall also nicht bei der Berechnung des Indexstandes berücksichtigt, sondern werden als an die Anleger ausgeschüttet betrachtet. Wenn ein Index-Schwergewicht eine Dividende auszahlt und daher am folgenden Tag ex Dividende gehandelt wird, wirkt sich dies auch auf den Kurs des Index aus, der ebenfalls nachgeben kann.

Bei Performanceindizes werden hingegen sämtliche Erträge wie auch Dividenden in die Indexberechnung mit einbezogen, also so betrachtet, als ob die Anleger sie direkt reinvestiert hätten. Es wird also die Gesamtperformance betrachtet, die der Anleger mit den Indexmitgliedern erzielt und zu dieser zählen auch die Dividenden. Die bekanntesten Performanceindizes sind die Indizes der DAX-Familie.

Auswirkungen auf börsengehandelte Indexfonds

Natürlich bilden ETFs sowohl bei Performanceindizes als auch bei Kursindizes die Wertentwicklung des Referenzindex so genau wie möglich ab. Dennoch gibt es aufgrund der unterschiedlichen Behandlungen von Dividenden kleine Unterschiede, die sich auch auf die Rendite des ETF auswirken.

Liegt einem ETF ein Kursindex zugrunde, so werden auch beim ETF die Erträge der im Index enthaltenen Aktien regelmäßig an die Anleger ausgezahlt. Für die Auszahlungen legt der ETF im Vorfeld entweder einen oder vier Termine pro Jahr fest. Bis zu diesen Ausschüttungsterminen werden die Dividenden und anderen Erträge im Barvermögen des ETFs verwaltet. Dies führt auf kurze Sicht zu einer positiven Abweichung zwischen der Performance des ETF und der des Index, da der ETF die Dividenden als Barmittel noch enthält, während sie im Index bereits nicht mehr berücksichtigt werden. Der ETF entwickelt sich somit für einen kurzen Zeitraum besser als der Referenzindex.

Basiert der ETF auf einem Performanceindex, werden die ausgeschütteten Dividenden in den ETF reinvestiert, sowie es auch beim Referenzindex der Fall ist. Die Erträge fließen den Anlegern also nicht direkt, sondern nur indirekt über die Performance des ETF zu. Diese wird allerdings zunächst negativ von der Kursentwicklung des Referenzindex abweichen. Denn während der ETF Steuern wie etwa die Kapitalertragssteuer und den Solidaritätszuschlag auf die ausgeschütteten Erträge bezahlen muss, gibt es diese Abgaben im Index nicht. Bei einem Performanceindex wird die gesamte Ausschüttungssumme als reinvestiert betrachtet, während der ETF tatsächlich nur die Ausschüttungen abzüglich Abgaben reinvestieren kann. Der ETF wird sich also kurzfristig schlechter als der Referenzindex entwickeln.

Diese Eigenschaft scheint zunächst gegen einen ETF auf einen Performanceindex und für einen ETF auf einen Kursindex zu sprechen. Auf lange Sicht gesehen ist es allerdings so, dass sich ein Performanceindex besser entwickelt als ein Kursindex. Denn während ein Kursindex nur die Kurssteigerungen der Index-Mitglieder betrachtet, berücksichtigt ein Performanceindex die Kurssteigerungen und die Ausschüttungen und erzielt dadurch eine höhere Performance. Der Index steigt also stärker als ein Kursindex, der die gleichen Werte enthält. Dies gilt ebenso für die entsprechenden ETFs. Bei einer längerfristigen Anlage sollten Anleger daher zu einem ETF auf einen Performanceindex greifen, da sie damit eine höhere Rendite erzielen können.



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