Ausgewogene Kapitalanlage in turbulenten Zeiten

Volatilität - die Ruhe vor dem Sturm?

Volatilität ist eine entscheidende Kennziffer im Anlagemanagement. Sie beziffert die Schwankungsintensität der Kurse und damit das Risiko, eine anvisierte Rendite zu verfehlen. So werden beispielsweise die Preise von Optionen maßgeblich davon beeinflusst, mit welcher zukünftigen Wertschwankung die Anleger rechnen, diese kommt in der sogenannten impliziten Volatilität der Wertpapiere zum Ausdruck. Gemessen wird diese mit Volatilitätsindizes, wie etwa dem VDAX in Deutschland oder dem VIX in den USA.

Oftmals gelten markante Zwischentiefs als Vorbote für wieder unruhigere Zeiten. Die Anleger wähnen sich zu sehr in Sicherheit und werden von überraschenden Ereignissen überrumpelt. Gefahrenherde gibt es genug: Themen mit einer großen Marktrelevanz sind etwa die nächsten Schritte in der US-amerikanischen und europäischen Geldpolitik, Abstimmungen in Europa und die US-Politik und ihre unmittelbaren Auswirkungen auf das Weltgeschehen. Das Brexit-Votum im vergangenen Jahr und die überraschende Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten zeigten bereits, wie groß die kurzfristige Wirkung sein kann, wenn die Erwartung der Mehrheit bei einem wichtigen Ereignis verfehlt wird.

Diversifikation senkt das Risiko

Gegen die negativen Effekte einer hohen bzw. steigenden Schwankungsintensität bietet die Diversifikation der Kapitalanlage einen gewissen Schutz. Mischt man verschiedene Assets und Assetklassen, so senkt das unter Umständen die Volatilität des Gesamtportfolios (verglichen mit der summierten Volatilität der Einzelpositionen). Der Schlüssel zu einer gelungenen Diversifikation ist die Korrelation, also die Messzahl für den Gleichlauf der Renditen der verschiedenen Portfoliobestandteile. Ist der Gleichlauf gering oder entwickeln sich die Anlageformen sogar entgegengesetzt, sorgt der Diversifikationseffekt für eine reduzierte Schwankungsbreite des Portfolios.

Im aktuellen Umfeld stehen die Anleger aber vor einem gewissen Dilemma. Als klassisches Instrument der Diversifikation gilt eine gleichzeitige Investition in Aktien und Anleihen, die historisch betrachtet tendenziell negativ korreliert sind. Die extrem expansive Geldpolitik der großen Zentralbanken in den Industrieländern hat dies jedoch verändert, in jüngster Zeit war ein erhöhter Gleichlauf dieser Assetklassen zu beobachten.

Aktive und passive Anlagealternativen

Daraus resultiert das Risiko, dass dies auch bei einer künftigen Abwärtsbewegung der Fall sein könnte, dass also beide Assetklassen gleichermaßen Verluste erleiden würden. Die positiven Effekte der Streuung wären damit stark eingeschränkt. Die Anleger stehen daher vor der Aufgabe, andere Anlagevehikel mit einer potenziell niedrigeren Korrelation beizumischen, um das gewünschte Resultat der Diversifikation, nämlich die Reduktion der Volatilität, zu erzielen. Dabei kann grundsätzlich auf aktive Lösungen mit einem fortlaufenden Anlagemanagement oder auf passive Lösungen zurückgegriffen werden. Zum Instrumentenkasten der aktiven Lösungen zählen beispielsweise Strategien, die gezielt auf eine Reduktion des Risikos ausgerichtet sind, sowie der Rückgriff auf alternative Assetklassen wie Rohstoffe, Hedgefonds oder Immobilien. Letzteres kann auch Gegenstand passiver Lösungen sein, positive Effekte können darüber hinaus auch mit einer regionalen Diversifikation oder mit speziellen Portfoliokompositionen (Smart Beta) erzielt werden. Im Folgenden werden einige passive und aktive Lösungen des Anbieters iShares/BlackRock vorgestellt.

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