Die Stunde der Discounter

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Die schaukelnden Börsenkurse rund um den Globus verhelfen den Discountzertifikaten zu einer Renaissance. Die Rabatt-Derivate bieten wieder attraktive Renditen.

Das Rätselraten, wie viel Immobilienkredite ausfallen könnten, geht weiter. Bis Klarheit über die Ausfallsumme und die Folgen des Rückgangs der Immobilienpreise herrscht, dürfte die Lage an den weltweiten Börsen angespannt bleiben. Die Folge sind Kurskapriolen. Ablesbar ist dies am offiziellen Schwingungsmesser VDAX. Das deutsche Volatilitätsbarometer hat inzwischen einen Ausschlag von 25 (Prozent) erreicht. So hoch stand der VDAX zuletzt im Jahr 2003. Solche Wackelkurse sind der ideale Boden für Discount-Zertifikate. Schon im Jahr 2003, als die Volatilität das letzte Mal dieses Maß erreicht hatte, waren Discounter sehr beliebt. Der Grund dafür liegt im Aufbau. Ein Discount-Zertifikat setzt sich aus einem Aktienkauf und dem gleichzeitigen Verkauf einer Call-Option zusammen. Die Prämie, die beim Optionsverkauf eingenommen wird, führt zum Preisabschlag des Discounters gegenüber der Aktie.

Aktienkauf mit Rabatt

Dabei gilt: Je höher der Preis, der für eine Call-Option erlöst werden kann, desto höher ist auch der Preisabschlag des Discounters gegenüber der Aktie. Mit steigender Volatilität steigt der Callpreis. Grund: Bei Calls ist der Verlust auf den Einsatz beschränkt, der erzielbare Gewinn dagegen unbegrenzt. Kräftige Kursschwankungen der Aktie erhöhen daher die Chance auf einen hohen Gewinn, was den Wert der Option steigert. Ein hoher Callpreis steigert den Preisabschlag gegenüber der Aktie, der gleichzeitig als Risikopuffer dient. Bezahlt wird dieser Puffer mit einer Gewinnbeschränkung, dem sogenannten Cap. Das bedeutet, dass Anleger nur bis zu einem gewissen Punkt – dem Cap – an der positiven Entwicklung einer Aktie teilnehmen.

Einzelposition

Ein Discounter wird durch den Kauf einer Aktie plus dem Verkauf eines Calls gebildet. Dabei wird beim aktuellen Aktienkurs von 100 Euro eine Optionsprämie von 20 Euro generiert. Diese 20 Euro dienen zur Finanzierung des Rabatts. Steigt der Aktienkurs über 100 Euro, heben sich die Gewinne aus der Aktienposition und die Verluste aus der Callposition gegenseitig auf.


Gesamtposition

Das Discount Zertifikat wird aufgrund der eingenommenen Optionsprämie bei einem Aktienkurs von 100 Euro zu 80 Euro gehandelt. Der Rabatt des Discounters setzt sich damit aus dem Aktienkurs minus dem Verkaufsbetrag für den Call zusammen. Zusätzlich werden Dividendenzahlungen ebenfalls über eine Erhöhung des Rabatts an Käufer von Discount Zertifikaten weitergegeben.


Durch die Lage des Cap lässt sich das Risiko steuern. Generell gilt: Je niedriger der Cap gegenüber dem Kurs des Basiswerts, desto höher ist der prozentuale Discount oder Preisabschlag. Zugleich ist damit auch der Risikopuffer zur Vermeidung von Verlusten höher. Umgekehrt gilt, dass ein weit über dem Basiswert liegender Cap zwar die maximal erzielbare Rendite des Discounters erhöht. Doch dafür ist der prozentuale Discount. So bietet ein defensiver Discounter auf den Eurostoxx50 (NL0000767234) einen Preisabschlag von fast 23 Prozent im Vergleich zum aktuellen Kurs des Index. Zugleich liegt aber der Cap bei 3600 Punkten. Damit ist die maximale Rendite am Laufzeitende auf 11,25 Prozent beschränkt. Ein ähnlicher Discounter mit gleicher Laufzeit ist auch mit offensiverer Ausrichtung zu haben (NL0000767283). Dann beträgt der Sicherheitspuffer zwar nur 16,02 Prozent, dafür steigt die Maximalrendite aber auf 14,24 Prozent.

Praxistest bestanden

In der Praxis haben sich Discounter als Papiere für sicherheitsorientierte Investoren bestens bewährt. Die Rabattpapiere bieten nicht nur günstigere Einstiegsmöglichkeiten sondern auch Rendite im Seitwärtstrend und bei leicht fallenden Notierungen. Bei seitlich laufenden Kursen, bei leicht steigenden Notierungen und bei leicht fallenden Notierungen haben Discount-Zertifikate gegenüber Aktion oder Indexzertifikaten die Nase vorn. Notiert die Aktie beispielsweise am Laufzeitende unterhalb des Caps, wird dem Käufer der Wert der Aktie gezahlt – er profitiert dann vom geringeren Einstandskurs. Ein Gewinn fällt auch an, wenn die Aktie über die Laufzeit hinweg fällt, aber am Ende noch über dem Discountpreis notiert. Selbst wenn die Kurse unter den rabattierten Einstiegspreis fallen, sind die Besitzer von Discountern noch im Vorteil: Ihr Verlust ist dann deutlich geringer als das Minus des Aktionärs. Grundsätzlich sind die Preisabschläge bei Aktien mit hoher Volatilität größer. Denn hier lassen sich die Optionen teurer verkaufen. Derzeit gelten die volatilen Finanztitel als ideale Basiswerte für Discounter. Die Dividenden sind zudem bei den Discount Zertifikaten nicht verloren. Hohe Dividenden führen bei diesen Zertifikaten zu einem größeren Preisabschlag und damit auch zu einem Anstieg der maximal erzielbaren Rendite.

Erwartete Schwankungen

Die von den Marktteilnehmern für die Zukunft erwartete Volatilität lässt sich am Optionsmarkt messen. Dabei wird die Volatilität im Optionspreismodell so lange variiert, bis der im Modell berechnete Callpreis mit dem aktuellen Marktpreis des Calls übereinstimmt.


Volatilitäts-Entwicklung

Am Schnittpunkt von aktuellem Callpreis und Callpreis nach dem Optionspreismodell ist die implizite Volatilität ablesbar. Die erwartete Volatilität liegt derzeit bei 23 Prozent (s. Chart oben). Der Ausbruch zeigt, dass die Marktteilnehmer weiter nervörse Märkte erwarten.


Blick auf den VDAX

Auch an Frankfurts Börse erwarten die Marktteilnehmer ein weiterhin kräftiges Auf und Ab in den kommenden Monaten. Profiteure sind die Discount Zertifikate. Mit ihnen können Anleger bei hoher Volatilität attraktive Maximalrenditen bei hohem Sicherheitspolster erzielen.


Discount Zertifikate - Investieren mit Rabatt

Die schaukelnden Börsenkurse rund um den Globus verhilft den Discountzertifikaten zu einer Renaissance. Die Rabatt-Derivate bieten wieder attraktive Renditen.

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