Switch-Verkäufe gehen in der Corona-Krise durch die Decke: Nintendo rechnet bereits mit 19,5 Mio. verkauften Einheiten

09.04.2020 14:18:00

Gestern konnten sich die US-Indizes nach einer kurzen Verschnaufpause am Dienstag gleich wieder stabilisieren. Dabei waren es nicht nur positive Nachrichten im Bezug auf das Coronavirus, die für Auftrieb gesorgt haben, sondern auch der überraschende Rückzug von Bernie Sanders stimmte die Börsianer optimistisch. Somit wird Joe Biden im Präsidentschaftswahlkampf der neue Gegner von Trump, der als weit weniger radikal gegenüber den Finanzmärkten gilt. In China gehen die zuletzt stark gefallenen Autoabsatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr nur noch um etwa ¼ zurück (zuletzt waren es ja noch 80 %) und in New York sehen Experten erstmals eine Abflachung bei den Fallzahlen. Zwar steigen die Todesfälle unverändert an, aber es besteht Hoffnung auf einen baldigen Höhepunkt der Epidemie.

Die Menschen verbringen zwangsläufig immer noch den Großteil ihrer Zeit in den eigenen vier Wänden. Die spielt sich nicht nur in unseren Regionen ab, wo nun auch die Osterfeiertage gewissermaßen ohne Familienfeiern stattfinden, sondern auch im Rest der Welt. Als Nutznießer dieser Entwicklungen haben wir zuletzt einige Streaming-Services wie u. a. Netflix und Anbieter von Mobile Games wie Zynga und Activision Blizzard identifizieren können. Nun springt uns eine weitere Aktie ins Auge, die viele bisher noch nicht so sehr auf dem Radar hatten. Bei Nintendo (NTO) läuft das Geschäft gerade so gut, dass bei der beliebten Spielekonsole Switch Lieferengpässe entstehen. Hier könnte es daher eine große Überraschung im positiven Sinn geben. Hier seht ihr noch einmal kurz aufgelistet, wie bullisch die zuletzt intensiv thematisierten Gaming-Anbieter gerade sind:

Nintendo: Mobile Gaming gegen Langeweile in der Corona-Krise

Nintendo ist definitiv kein Unbekannter, wenn es um Mobile Games geht. Anders als Zynga oder Activision liegt der Fokus hier allerdings nicht auf kostenlos herunterladbaren Spiele-Apps, sondern vor allem auf der noch relativ jungen Switch-Konsole. Das kleine tragbare Gerät überzeugt mit ähnlichen Vorteilen wie die Smartphones. Dieses kann bequem in Taschen transportiert werden und von unterwegs aus genutzt werden, bietet aber vor allem auch jetzt einen Pluspunkt, da es immer griffbereit ist und für schnelle Gaming-Sessions genutzt werden kann. Nun verkündet Nintendo das stärkste Switch-Quartal aller Zeiten. Dabei lief es schon vor der Corona-Krise, die nun den zusätzlichen Turbo liefert, sehr gut. Zur Weihnachtszeit wurden etwa 10,81 Mio. Stück der Konsole verkauft. Seit der Markteinführung waren es insgesamt schon 52,48 Mio. Einheiten. Bei Nintendo selbst waren nur die Wii und der NES bisher noch erfolgreicher, die allerdings auch schon wesentlich länger auf dem Markt sind. Interessant sind aber auch Vergleiche mit anderen Konsolen wie der Xbox, die mit diesen Absatzzahlen und mit den Rekorden der jemals ausgelieferten Einheiten nicht mehr Schritt halten können.

Hohe Nachfrage verursacht Lieferengpässe - Fertigungskapazitäten werden nun erhöht
DigiTimes hat berichtet, dass Nintendo die Bestellungen bei den Fertigungspartnern nun um 20 % erhöht hat, um die teilweise nur noch schwer zu bekommende Switch-Konsole wieder in die Regale zu bringen. Wie bei anderen Elektronikartikeln wie Webcams, etc., die für das Homeoffice und Videotelefonie benötigt werden und schnell ausverkauft waren, führt dies teilweise auch bei der Switch wegen des mangelnden Angebots zu Preissteigerungen. Foxconn, der wichtigste Produktionspartner, gibt nun an, dass die Verzögerungen vielerorts wohl erst Ende April mit größeren Stückzahlen ausgeglichen werden können, wofür vor allem die einschränkenden Maßnahmen im internationalen Handel verantwortlich sind. Mangelnde Kapazitäten über den Luftweg könnten nun dazu führen, dass Nintendo wie andere Hersteller vermehrt den Seeweg nutzt. Details dazu sind allerdings nicht bekannt.

Das Management hebt nun die Prognose für das FY-2020 an
Auch die von Nintendo produzierten Spiele erfreuen sich großer Beliebtheit. Verkäufe gehen Hand in Hand, denn ohne abwechslungsreiche Spiele-Bibliothek bringt den Gamern auch die beste Konsole nichts. Ein kluger Schachzug war die Einführung der Switch Lite, einer etwas kostengünstigeren Version der bereits 2017 erschienenen Switch. Dies führte nun dazu, dass die mit der Switch verbundenen Hardware-Verkäufe im letzten Quartal bereits um 15 % gesteigert werden konnten. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen hebt das Management nun die Prognose für das noch laufende FY-2020 an und rechnet mit insgesamt 19,5 Mio. verkauften Einheiten der Switch. Bisher rechnete Nintendo in diesem Segment nur mit 18 Mio. Verkäufen. Nachdem zum Ende des Q3 bereits etwa 17,74 Stück verkauft waren, scheinen diese Ziele greifbar nahe zu sein. Die genauen Ergebnisse werden nun allerdings verspätet verkündet. Das Management gab gestern in einer Pressemitteilung bekannt, dass die FY-2020 Zahlen wegen dem nun gerade erst in Japan ausgerufenen Notstand erst am 07. Mai präsentiert werden.

Auch bei den Spielen überzeugen die Verkaufszahlen
Mittlerweile kurbeln die Ereignisse auch die Spieleverkäufe an, weshalb auch diesbezüglich positiver in die Zukunft geblickt wird. 123,3 Mio. Softwareverkäufe konnten nach Beendigung des Q3 verzeichnet werden. Statt mit 125 Mio. Verkäufen rechnet das Management jetzt sogar schon mit 140 Mio. Einheiten. Während im Weihnachtsgeschäft noch Titel wie Pokemon Sword and Shield mit 16 Mio. und Luigis Mansion 3 mit 5 Mio. verkauften Exemplaren die Spitze des Eisbergs darstellten, kann nun das gerade erst releaste Animal Crossing die User begeistern. Dennoch überzeugte Nintendo im abgelaufenen Q3 zuletzt auch mit den Handygames. Hier stiegen die Umsätze um 11 % auf 36,9 Mrd. Yen an. Titel wie Mario Kart Tour wurden in 9 Monaten etwa 124 Mio. Mal heruntergeladen.

Spieler flüchten auf die Insel – Animal Crossing New Horizons ist ein Hit
Ein weiterer Vorteil gegenüber der Konkurrenz dürfte sein, dass die Nintendo-Titel insgesamt als sehr familienfreundlich gelten. Nachdem die Erwachsenen auch mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen oder diese auch beschäftigt werden müssen, ist dies ein probates Mittel, um sich ein paar ruhige und entspannte Minuten zu verschaffen. Nun wurde am 20. März weltweit das neue Spiel Animal Crossing New Horizons veröffentlicht, das sich in Rekordzeit zu einem wahren Kassenschlager zu entwickeln scheint. Über 2,5 Mio. mal wurde der Titel bereits in den Läden verkauft. Mit den digitalen Verkäufen liegen die Zahlen noch höher. Der Sinn des Spiels besteht darin, seine eigene idyllische Insel aufzubauen und anschließend mit Freunden zu interagieren, indem gemeinsame Feste gefeiert werden oder die Insel des Nachbarn besucht wird. Dies scheint viele Menschen über die Maßnahmen des Social Distancing hinwegzutrösten. 

Switch-Release in China erfolgte erst – Dies zahlt sich nun doppelt aus
In China ist die Switch erst im vergangenen Dezember auf den Markt gekommen. Ermöglicht wurde dies u. a. durch eine Kooperation mit dem Medienunternehmen Tencent, welches den Vertrieb übernimmt und auch schon große Erfolge mit führenden Spieleanbietern wie Activision feiert. Von Bedeutung ist dies vor allem deshalb, weil China der momentan weltweit größte Spielemarkt ist. Schätzungen von NewZoo haben aufgezeigt, dass in der Volksrepublik jährlich etwa 36,54 Mrd. USD für Videospiele ausgegeben werden. Umfragen haben auch ergeben, dass vor allem Gamer, die schon eine Xbox, Playstation oder einen PC besitzen, die Vorteile der tragbaren Switch besonders zu schätzen wissen. Hier besteht also nicht zwangsläufig eine Konkurrenz. Im Gegenteil. Andere Produkte ermöglichen nur das stationäre Gaming, während die Switch überall und jederzeit genutzt werden kann und eher eine sinnvolle Ergänzung zum Spielesortiment darstellt.

Fazit: 
Nintendo kann die Vorteile seines Produktsortiments nun in voller Stärke ausspielen. Die Neuauflage des Spieleklassikers Animal Crossing scheint genau zur richtigen Zeit zu kommen. Menschen wohlen mit anderen Mitspielern interagieren und Nintendo ermöglicht dies über die Switch in einer familienfreundlichen Art für Kinder und Erwachsene. Die Produktionsengpässe dürften spätestens Ende des Monats behoben sein. Spiele-Experten verweisen auf eine gute Langzeitmotivation beim neuen Spielehit, weshalb auch die Nachfrage weiterhin hoch bleiben dürfte. Die Aktie entwickelt sich zum neuen Superbullen und befindet sich seit Anfang März in einer überzeugenden Aufwärtsbewegung. Nun konnte sich diese wieder bis zum Allzeithoch herantasten bzw. bereitet diese nun sogar den Big-Picture-Breakout vor. Das Trend-Template ist zum aktuellen Zeitpunkt zwar noch nicht aktiv, jedoch lohnt es sich den Titel nun allein wegen der positiven Nachrichtenlage im Blick zu behalten. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir hier bald höhere Kursnotierungen sehen werden.

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Anlagetrend: Gaming

Video- und Computerspiele zählen zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen bei Jugendlichen, Heranwachsenden aber auch bei Berufstätigen jeder Altersklasse. Neben PC und Spielekonsole erfreuen sich vor allem Gaming-Angebote, die man über Tablet oder Smartphone nutzen kann wachsender Beliebtheit. Diesen Trend adressieren Spielehersteller mit speziell für Mobile Gadgets entwickelten Spieleangeboten, wobei im Segment Mobile Gaming in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich hohe Zuwachsraten zu verzeichnen. Für eine neue Ära in der Gaming-Industrie dürften so genannte Virtual Reality-Games sorgen. Diese lassen sich via Headsets wie Oculus Rift im dreidimensionalen Raum spielen, wobei die Steuerung der Charaktere intuitiv via Gestik möglich ist. Aktuell arbeiten alle Videospielehersteller an entsprechenden VR-tauglichen Versionen von Computerspielen.

Zu den Profiteuren des Megatrends Gaming zählen vor allem Electronic Arts, Activision Blizzard, Take-Tow Interactive sowie Ubisoft. Auch Hersteller von Spielekonsolen und Virtual Reality-Headsets wie Nintendo, Microsoft oder Facebook (Oculus Rift) zählen zu dieser Kategorie.

Genannter Trend:
Gaming

Aktien Gaming

Wert Aktuell %
Activision Blizzard Inc. 64,94 EUR 2,67%
Electronic Arts Inc. 102,36 EUR -4,37%
Konami Corp. 33,20 EUR -5,14%
Take Two 132,24 EUR -5,89%
Tencent Holdings Ltd 65,79 EUR -3,24%
Ubisoft Entertainment S.A. 76,18 EUR -5,95%
Zynga 7,65 EUR -4,29%

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