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29.07.2001 | Euro am Sonntag Archivbericht | Ausgabe 29/01

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Mieten statt kaufen

"Das Problem ist vertraut: Kaum hat man den teuren PC gekauft, ist er schon wieder veraltet. Die Lösung ist einfach und heißt Leasing. Ohne sie geht nichts mehr: Ob Computer, Laptops, Drucker, Faxgeräte, Kopierer - kein Unternehmen kommt inzwischen ohne die Hightech-Geräte aus. Der Haken an der Sache: Die Dinger sind ziemlich teuer und zählen nach spätestens drei bis vier Jahren schon wieder zum alten Eisen. Ein Problem vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen. Sie stecken ihr Geld lieber in ihr eigentliches Geschäft statt in die Büroausstattung. Schließlich fehlen die 20000 oder 30000 Mark für neue Computer und Co schnell an anderer Stelle. Die Lösung des Problems ist Wolfgang Grenkes täglich’ Brot. Seine Grenkeleasing AG ist auf die Finanzierung von modernen Bürogeräten spezialisert. Nach dem aus der Autobranche bekannten Muster verleast Grenkes Firma PCs, Faxgeräte, Kopierer und sonstige Hightech-Apparate. Der Vorteil für den Kunden: Er muss nicht auf einen Schlag eine hohe Summe hinblättern, sondern überweist nach einer einmaligen Anzahlung lediglich die vereinbarten Monatsraten. Sobald der Vertrag ausgelaufen ist, übernimmt der Leasingnehmer die gebrauchten Geräte gegen eine Restzahlung oder mietet sich neue. In Deutschland ist Grenkeleasing Marktführer mit so genannten Small-Ticket-Lösungen. ""Im Branchenjargon werden damit Produkte im Wert von maximal 25000 Euro bezeichnet"", erklärt Grenke. ""Unsere Kunden sind vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen, aber auch Freiberufler, der öffentliche Dienst, einige Privatleute und Abteilungen größerer Konzerne."" Geleast werden kann im Prinzip alles, was das High-tech-Herz begehrt: Neben der Ausstattung mit Systemen der Informationstechnik und Telekommunikation bietet Grenkeleasing auch Handys, medizinische Geräte, Kreditkartenterminals und elektronische Kassen an. Sogar Getränke- und Kaffeeautomaten, die nur im weitesten Sinne zu einer modernen Büroausstattung gehören, werden von dem Unternehmen angeboten. Das Marktpotenzial für Small-Ticket-Lösungen in Europa liegt laut Grenkeleasing zwischen 1,8 und 2,6 Milliarden Euro. Wurden in den Vereinigten Staaten im Jahr 2000 rund 30 Prozent aller neuen IT-Geräte geleast, waren es in Deutschland gerade einmal 14,8 Prozent. ""Der Nachholbedarf ist groß"", glaubt Grenke deshalb. Der 50-Jährige setzt auf eine breit gestreute Vertriebsstrategie. Neben den 15 deutschen Niederlassungen und dem traditionellen Vertriebsweg über 4500 Fachhändler verfügt die Grenkeleasing AG über verschiedene Internet-Plattformen. Eine Strategie, die sich offenbar auszahlt. Da der Fachhandel zunehmend den elektronischen Kommunikationsweg nutzt, werden bereits knapp ein Drittel aller Verträge via Internet abgeschlossen. ""Das spart Kosten"", betont Grenke, der viel Wert auf eine möglichst rasche und effiziente Abwicklung der Leasing-Verträge legt. In den vergangenen Jahren hat er deshalb darauf geachtet, die Büro-, Personal- und Vertriebskosten ständig zu reduzieren. Lagen 1997 die Kosten pro Neuvertrag bei 334 Euro, waren es im vergangenen Jahr nur noch 241 Euro. Die Zielmarke für 2001 liegt bei 215 Euro. Den Abschluss der Wertschöpfungskette soll die Internet-Plattform asset-broker.de sichern: Hier werden die zurückgenommenen IT-Geräte zum Kauf angeboten. Bislang sind die Geschäfte der Grenkeleasing AG bestens gelaufen. Die zum Börsengang im April 2000 veröffentlichten Prognosen wurden im vergangenen Geschäftsjahr deutlich übertroffen: Das Unternehmen erwirtschaftete 0,71 Euro Gewinn je Aktie, 34 Prozent mehr als von den Analysten erwartet. Für 2001 wurden die Gewinnerwartungen auf 1,05 Euro je Aktie angehoben - ein Gewinnsprung von 48 Prozent. Dieses Ziel ist auch fast sicher zu erreichen. Die Erlöse können ziemlich genau prognostiziert werden, da die Laufzeit der Leasing-Verträge bei durchschnittlich 44 Monaten liegt. Für 2002 sieht es allerdings nicht mehr ganz so rosig aus. Wegen des stagnierenden IT-Marktes in Deutschland hat das wichtige Neukundengeschäft kräftig nachgelassen. Wurde im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 44,6 Prozent verbucht, ging der Zuwachs im zweiten Quartal deutlich zurück. Folge: Im gesamten ersten Halbjahr stieg das Neukundengeschäft um ""nur"" 32,1 Prozent. Damit ist Grenkeleasing ein ganzes Stück von seiner Prognose entfernt, 2001 in diesem Segment um 40 Prozent auf 250 Millionen Euro zuzulegen. ""Wir wachsen nicht mehr so stark wie im Vorjahr"", räumt Wolfgang Grenke ein. Maja Brauer, Analystin bei Hornblower Fischer, rechnet mit Steigerungen von 25 bis 30 Prozent. Während der heimische IT-Markt stagniert, blickt Grenke zufrieden über die Grenze: Binnen Jahresfrist ist das Auslandsgeschäft um das Dreifache gestiegen. Fast ein Viertel der Jahresumsätze wird bereits im Ausland erzielt. ""Unser Ziel bleibt bestehen"", sagt Wolfgang Grenke, ""wir wollen Marktführer in Europa werden."" Der Macher: Wolfgang Grenke (50) gründete 1978 Grenke Leasing, die spätere Grenkeleasing AG. Der Kaufmann aus Baden-Baden ist als Vorstandsvorsitzender zuständig für die Bereiche Strategie und Unternehmensentwicklung. Seine strategische Begabung stellt der Porsche-Fahrer auch bei seinem Hobby, dem Schachspielen, unter Beweis."
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