29.06.2011 | Euro am Sonntag Archivbericht | Ausgabe 26/11

Besteht eine Pflicht, Kirchgeld zu zahlen?

Frage Ich bin vor zwei Jahren nach Bayern gezogen. Neulich erhielt ich bereits zum wiederholten Mal eine Aufforderung

Frage Ich bin vor zwei Jahren nach Bayern gezogen. Neulich erhielt ich bereits zum wiederholten Mal eine Aufforderung meiner Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde, das Kirchgeld zu zahlen. Bin ich dazu überhaupt verpflichtet?

Antwort Im Grunde ja. Denn offiziell ist von einem Pflichtbeitrag zusätzlich zur Kirchensteuer, die in Bayern nur acht Prozent beträgt, die Rede. Da diese in den meisten Bundesländern neun Prozent von der Lohnoder Einkommensteuer beträgt, soll das Kirchgeld die Differenz ausgleichen. Die Grundlage steht im Kirchensteuer-und Kirchensteuererhebungsgesetz. Letztlich ist die Norm aber ein Papiertiger, da es ein Vollzugsdefizit und keine Kontrollmöglichkeit gibt. Anders als bei der Kirchenlohnsteuer, für die der Arbeitgeber haftet, schickt Ihnen die Gemeinde eine Zahlungsaufforderung, eventuell auch eine Erinnerung. Die Angaben setzen die Ehrlichkeit des Steuerzahlers voraus, weil man sich selbst in eine von sechs Einkünftegruppen einstufen muss.

Je nach Einstufung in Einkünfteoder Bezugsgruppen zahlen Sie mindestens fünf Euro und maximal 120 Euro. Somit ist wie einst bei der Zinsabschlagsteuer der Ehrliche, der zahlt, eigentlich der Dumme. Denn es gibt keine Sanktionen gegen säumige Zahler. Allerdings existiert ein kleiner Anreiz, das Kirchgeld zu zahlen: Einen Teil davon können Sie sich mit dem Sonderausgabenabzug zurückholen. (mhs)

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