30.05.2009 | Euro am Sonntag Archivbericht | Ausgabe 22/09

Krach mit Kajo

Beim Softwarehaus PSI könnte ein Machtkampf mit dem neuen Großaktionär Neukirchen entbrennen
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Der Softwareentwickler PSI könnte nach diesem Wochenende endlich Klarheit über die genaueren Absichten seines neuen Großaktionärs Kajo Neukirchen haben. Aus gut informierten Kreisen heißt es, dass sich die Vorstände des Berliner Softwarehauses mit Neukirchen während des langen Pfingstwochenendes erstmals zu Gesprächen treffen werden.

Der für seine harten Sanierungen bekannte Neukirchen war am 24. April mit 18,7 Prozent bei PSI eingestiegen. Mittlerweile hat er auf rund 26 Prozent aufgestockt. Mehrere, schon früher angesetzte Gesprächstermine kamen jedoch nicht zustande. Aus dem Unternehmensumfeld hieß es dazu, die Kommunikation würde bisher nur über Presse und Finanzanwälte stattfinden. Eine Sprecherin Neukirchens erklärte dagegen, man habe stets das Gespräch gesucht. Sie bekräftigte zugleich, dass der 67-Jährige PSI als langfristiges Investment sehe und keine Übernahme plane.

Das aber wird bei PSI angezweifelt, heißt es aus dem Unternehmensumfeld. Denn Neukirchen besitzt mit IDS aus Karlsruhe ein Unternehmen, das als Softwarehersteller für Versorgungsnetze in derselben Branche tätig ist. Ein Zusammengehen könnte also sinvoll sein.

Doch wird dem Sanierer auch zugetraut, im Auftrag Dritter zu handeln, die einen Konkurrenten vom Markt drängen möchten, oder den Konzern in Heuschrecken-Manier selbst ausschlachten zu wollen. Neukirchen gibt jedoch an, allein und mit eigenem Geld zu handeln.

Trotz aller offizieller Freude bei PSI über Neukirchen und der großen Offenheit, mit der dieser laut Sprecherin agiert, sehen Marktbeobachter einen Machtkampf entflammen. So werten sie die zehn Prozent Kapitalerhöhung von PSI als Abwehrmaßnahme. Diese wurde vollständig von RWE gezeichnet und verwässerte Neukirchens Anteil, der sonst bereits bei 29 Prozent läge. Und auch den jüngsten Zukauf von PSI, das malayische Unternehmen InControl Tech, bezeichnet der Konzern als klares Bekenntnis, sich weiter aus eigener Kraft entwickeln zu wollen.

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Oskar

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