13.04.2003 | Euro am Sonntag Archivbericht | Ausgabe 15/03

Squeeze-out keinThema

Seit Juni 2002 gehen Depfa Plc mit Sitz in Irland und die Immobilienbank Aareal getrennte Wege. Depfa-Chef Gerhard Bruckermann zieht ein rundum positives Fazit.
EURO: Was hat die Trennung von Depfa und Aareal im Rückblick gebracht? Bruckermann: Vorteile auf beiden Seiten. Unsere Refinanzierungskosten sind gesunken, ohne dass die der Aareal Bank gestiegen wären. Beide Unternehmen sind jetzt schlanker und können sich besser auf ihren Kundenkreis fokussieren. Und auch in der IT-Ausstattung müssen wir keine Kompromisse mehr machen. EURO: Wie groß war die Steuerersparnis durch den Umzug nach Irland? Bruckermann: Vernachlässigbar. Hätten wir den Sitz nicht verlagert, wäre unsere steuerliche Belastung um maximal ein bis zwei Millionen Euro höher ausgefallen. Es ist ein Irrglaube, anzunehmen, dass wir in Deutschland keine Steuern mehr zahlen. Gewinne, die wir in Deutschland erzielen, werden dort auch versteuert. Wir haben auch kein Geschäft nach Irland verlagert. Die Standorte Dublin und Frankfurt sind etwa gleich groß. Insgesamt mussten nur zehn Leute umziehen – mich eingeschlossen. EURO: Wozu dann die Aktion? Bruckermann: Da wir keine besonders üppigen Margen haben, müssen wir mit geringen operativen Kosten arbeiten – die sind in Dublin schon niedriger. Hinzu kommt, dass die neuen irischen Pfandbriefe noch risikoärmer und deshalb bei Investoren – insbesondere im angelsächsischen Raum – beliebter sind. Dieser Pfandbrief-Typ kann aber nur durch irische Banken emittiert werden. Zu guter Letzt wickeln wir über 60 Prozent unserer Infrastruktur-Projekte in Großbritannien und Irland ab – und sitzen somit näher am Kunden. EURO: Was passiert mit den ausstehenden 1,75 Prozent „alten“ Depfa-Aktien? Bruckermann: Ein Squeeze-out ist aktuell kein Thema. Wir haben unseren Aktionären geraten, die alten Anteilscheine in neue zu tauschen. Wer das nicht getan hat, darf jetzt nicht besser gestellt werden. Immerhin haben die Besitzer der alten Aktien schon eine Sonderdividende von 20 Euro erhalten.
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Oskar

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